Zürcher Klassen-Chat

21. März 2019 10:53; Akt: 21.03.2019 12:18 Print

Polizei holt Bub (12) wegen Gewaltvideos aus Schule

Weil ein 12-Jähriger mit seinem Handy Videos von aufgeschlitzten Körpern verschickt hatte, wurde er von der Polizei aus dem Klassenzimmer abgeführt.

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Von einem Kollegen erhielt ein 12-Jähriger zwei Gewaltvideos. Per Whatsapp hatte ihm dieser Aufnahmen von aufgeschlitzten Körpern geschickt. Ohne zu zögern leitete der Bub in einer Zürcher Gemeinde diese an seine Mitschüler im Klassen-Chat weiter. Wie er später sagte, wurde von einem anderen Schüler dazu angestachelt.

Sein Handeln blieb nicht ohne Folgen. Am nächsten Tag stand die Polizei im Schulhaus des Buben. Die Schule hatte die Polizei informiert. Wie die «Weltwoche» schreibt, führten die Beamten den 12-Jährigen sowie zwei weitere 1.-Sek-B-Schüler aus dem Unterricht ab. Seine Kollegen händigten der Polizei das Handy aus. Der 12-Jährige hatte seines nicht dabei, da er es zu Hause gelassen hatte.

Bub nach Vorfall traumatisiert

Um Beweismaterial zu sichern, fuhren die Beamten mit dem Buben im Streifenwagen zu seinem Wohnort in einer Zürcher Gemeinde. Die Eltern wurden zu keinem Zeitpunkt darüber informiert. Erst Stunden später erzählte der 12-Jährige seiner Mutter vom Vorfall.

Er ist traumatisiert, fehlte danach mehrere Tage in der Schule. Die Mutter prüft nun eine Anzeige gegen die Polizei. Für sie sei es fraglich, ob die Polizei ohne einen Hausdurchsuchungsbefehl ihre Wohnung hätte betreten dürfen.

«Es handelt sich um ein Offizialdelikt»

Doch auch für den Buben könnte es rechtliche Konsequenzen haben. Neben der Klassenlehrerin, der Schulleitung und dem Jugenddienst der Kantonspolizei hat sich auch die Jugendstaatsanwaltschaft eingeschaltet. «Es handelt sich um ein Offizialdelikt», erklärt Kapo-Sprecher Florian Frei.

Wie es im Merkblatt «Bliib suuber» – dieses informiert Lehrer über die Rechtslage – heisst, machen sich Jugendliche strafbar, wenn sie Bilder von Gewaltdarstellungen oder harter Pornographie herstellen, untereinander weitergeben oder vom Internet herunterladen. Schon der blosse Besitz sei verboten. Lehrpersonen haben somit das Recht, Schüler anzuzeigen, die ein Handy mit solchen Darstellungen auf dem Schulareal mitführen.

Kein Einzelfall

Dass es sich um keinen Einzelfall handelt, zeigt der jüngste Vorfall in Elgg ZH. Dort hatten 3.-Sek-Schüler in einem Whatsapp-Chat namens «FC NSDAP» Gewaltvideos, Pornos und radikale Äusserungen verbreitet. Gegen vier Jugendliche wurde eine Strafuntersuchung eröffnet, wie Sarah Reimann, Mediensprecherin der Jugendanwaltschaft Winterthur, sagt.


(mon)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • grappa1967@gmx.ch am 21.03.2019 11:03 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Balu

    immer dieses Gejammer! Die Polizei hat richtig gehandelt und die Eltern vermutlich nicht erreichbar. Selber Schuld, das wird ihm hoffentlich eine Lehre sein. Schockiert wegen der Gewaltdarstellung war er anscheinend nicht ...

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  • momathe am 21.03.2019 11:22 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    RICHTIG !!!.

    Bei den heutigen Zuständen finde ich das richtig. Nur wenn möglichst früh gehandelt wird, lernen die, das sowas falsch ist. Verstehe aber die Eltern nicht. Von den Bildern, kein Schock, aber bei Polizei Schock. Da sieht man doch wie verdreht.

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  • G. Ott am 21.03.2019 11:01 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Sehr gut.

    Na das sind mal Nachrichten, mal etwas positives! (Auch wenn es nicht gerade ein schönes Thema ist)

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Dumby am 23.03.2019 02:36 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Hö?

    Bub traumatisiert wegen Polizei anstatt von den Gewaltvideos, niemand von den Eltern zu Hause...da stinkt was gewaltig!

  • rbuechlo19 am 21.03.2019 16:37 Report Diesen Beitrag melden

    Richtig so, kuscheljustiz adee

    Es ist ja die Frage woher dieser Lausbube solche Bilder hat und sie sogar weitersendet. Schockierend, was da alles schon abläuft.

  • Tina am 21.03.2019 16:28 Report Diesen Beitrag melden

    Bravo Schule und Polizei

    Gut so. Es muss endlich immer sofort gehandelt werden. Die Eltern prüfen ja die Smartphones der Kinder leider nicht. Falsches Vertrauen nennt sich sowas.

  • Mama am 21.03.2019 16:15 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Verantwortlich

    Nur eine Frage: WhatsApp ist doch ab 16 Jahren erlaubt? Liebe Eltern macht nicht die Polizei dafür verantwortlich . Diese Verantwortung liegt in euren Händen!!

  • moods am 21.03.2019 15:58 Report Diesen Beitrag melden

    Aufsichtspflicht

    Die Mutter soll, bevor sie eine Strafanzeige gegen die Polizei einreichen will, vorerst mal ihre "Erziehungsmethoden" in Frage stellen. Könnte ja sein, dass sie dereinst wegen Vernachlässigung der Aufsichtspflichten vor den Kadi muss