Vom Zürcher Ober- ins Unterland

21. Juli 2014 05:18; Akt: 21.07.2014 12:15 Print

Büsi reist unter der Motorhaube 40 km weit

Als blinder Passagier fuhr ein Jungkater des Zürcher EVP- Kantonsrats und Landwirts Gerhard Fischer in einem fremden Auto mit. Inzwischen hat der Ausreisser ein neues Zuhause.

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Tempo 120 auf der Autobahn, Regen, wenig Platz – das alles störte einen Jungkater offenbar nicht, als er am Sonntag vor einer Woche unter einer Motorhaube von Bäretswil nach Lufingen mitfuhr – eine Strecke von rund 40 Kilometern. Hauptsache weg vom Lärm des Töffrennens Supermoto war wohl seine Devise, vermutet eine Katzenzüchterin.

Die Autobesitzer merkten erst daheim, dass sie einen blinden Passagier dabei hatten. Eine Nachbarin machte sie auf das Miauen aufmerksam. «Ich war erstaunt, dass das Büsi nach der langen Fahrt so lebendig war», sagte Nelly Bolliger dem «Zürcher Unterländer». Sie und ihr Mann gaben dem Büsi auch gleich einen Namen: Ginger.

Moritz mochte Ginger nicht

Via Facebook und Zeitung suchten und fanden sie danach die Katzenbesitzer. Es ist die Familie des Bäretswiler EVP-Kantonsrats Gerhard Fischer. «Mich verwundert, dass die Katze so weit weggelaufen ist», sagte der Landwirt. Denn der Hof sei etwa zwei Kilometer von der Töffrennstrecke entfernt.

Laut Fischer hätten die Bolligers Ginger behalten dürfen. «Er ist wahnsinnig herzig», sagt Nelly Bolliger. Doch ihr 14-jähriger Kater Moritz habe keine Konkurrenz gemocht und Ginger angefaucht. Deshalb gaben sie den Kleinen schweren Herzens weg – bei Max und Christine Meier in Niederhasli fand der Ausreisser bereits ein neues Zuhause.

(rom)