Beinahe-Crash

08. November 2019 03:46; Akt: 08.11.2019 07:42 Print

Bundesgericht spricht Fluglotsen frei

Die Beschwerde eines Flugverkehrsleiters nach einem Vorfall im März 2011 wurde gutgeheissen. Skyguide ist mit dem Urteil zufrieden.

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Das Bundesgericht hat einer Beschwerde eines Flugverkehrsleiters von Skyguide stattgegeben. Die Richter sprachen ihn vom Vorwurf der fahrlässigen Störung des öffentlichen Verkehrs frei.

In einer Medienmitteilung von der Nacht auf Freitag zeigte sich Skyguide mit dem Urteil zufrieden. Die Organisation sei aber trotz dieses erfreulichen Freispruchs davon überzeugt, dass im Schweizer Gesetz ein Rahmen für die in der Aviatik gelebte Sicherheitskultur «Just Culture» fixiert werden müsse, hiess es weiter.

Damit solle es Mitarbeitern gesetzlich ermöglicht werden, Fehler zu melden, ohne disziplinarische Konsequenzen befürchten zu müssen, sofern diese nicht mutwillig oder grobfahrlässig begangen worden seien.

Zwei Startfreigaben

Hintergrund der Beschwerde am Bundesgericht war ein Fall vom März 2011 am Flughafen Zürich. Zwei Maschinen erhielten kurz nacheinander die Startfreigabe auf den sich kreuzenden Pisten 16 und 28. Das Flugzeug auf Piste 16 startete wie vorgesehen, während die Maschine auf Piste 28 den Start abbrach.

Der beteiligte Flugverkehrsleiter von Skyguide musste sich später aufgrund des Vorfalls vor dem Bezirksgericht Bülach verantworten und wurde freigesprochen. Dagegen legte die Staatsanwaltschaft Rekurs ein und zog den Fall zum Zürcher Obergericht weiter. Dieses sprach den Mann aber für schuldig, wogegen er nunmehr erfolgreich seine Beschwerde beim Bundesgericht einreichte.

(scl/sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Hugo Häfeli am 08.11.2019 05:10 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Ein weiser Entscheid

    Just Culture. Gratuliere dem Bundesgericht zu diesem Entscheid. Nur so kann die Sicherheitskultur gelebt werden, indem sich Mitarbeitende in sicherheitskritischen Berufen (Fluglotsen, Piloten, Bahnpersonal, Polizei, Spital, etc.) getrauen ihre Fehler zu melden. Davon profitiert die gesamte Branche. Es geht ausschliesslich um nicht absichtlich und vorsätzlich begangene Fehler. Denn wo gearbeitet wird passieren nun mal Fehler. Es gilt die Ursachen zu erkennen und diese in Zukunft zu verhindern. Bestrafung wäre hier fehl am Platz gewesen.

  • Thomas am 08.11.2019 04:32 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Gut so

    Ein richtiger Entscheid, die Fluglotsen brauchen dringend Rückendeckung!

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  • Walter am 08.11.2019 04:10 Report Diesen Beitrag melden

    Super

    Und das nach etwa 8 Jahren......

Die neusten Leser-Kommentare

  • Franz K. am 08.11.2019 08:20 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Sie machen einen wichtigen Job

    Es ist ein echt stressiger Job. Konzentrationsmässig vergleichbar mit einem Chirurgen.

  • E. Bieri am 08.11.2019 08:15 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Wehr keinen Fehler mache werfe den ersten Stein

    Endlich haben die Bundesrichter wieder einmalMenschlich entschieden. Sonst müssten sie jeden Tag hunderte Autolenker verurteilen.

    • ISmirÜbel am 08.11.2019 10:35 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @E. Bieri

      Und ebenso Velofahrer.

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  • dominique am 08.11.2019 07:58 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Danke

    Super, ich freu mich das es zum Freispruch kam und ihr weiter euren Dienst nach dem Gesunden Menschenverstand mit guten Gedanken machen werdet.

  • kindasport am 08.11.2019 07:46 Report Diesen Beitrag melden

    Hat nichts mit Recht zu tun

    Das war vorherzusehen. Das BG hat hier nicht recht gesprochen sondern hat dem Druck von Skyguide nach gegeben. Die haben argumentiert das keiner von den Mittarbeitern mehr ruhig schlafen könnte wenn sie für ihre Fehler haftbar gemacht werden können. Schöne Welt.

    • Einhornjäger am 08.11.2019 09:51 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @kindasport

      Für einen Fehler soll man auch nicht sofort haftbar gemacht werden, sondern erst wenn dieser grobfahrlässig oder sogar absichtlich gemacht wurde, oder werden Sie auch für jeden Fehler haftbar gemacht?

    • Beaetel am 08.11.2019 10:52 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @kindasport

      Dann war der Druck scheinbar richtig und nötig.

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  • Roger Campos am 08.11.2019 07:34 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden
    Giphy Giphy