28. April 2005 09:33; Akt: 28.04.2005 09:33 Print

Bundeskommission unterstützt Endlagerprojekt im Zürcher Weinland

Die Kommission Nukleare Entsorgung des Bundes (KNE) erachtet die geologischen Voraussetzungen für die Schaffung eines Atommülllagers im Zürcher Weinland als günstig.

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Der Nachweis zur Machbarkeit sei erbracht, und internationale Experten hätten das Projekt gewürdigt, heisst es in einer Mitteilung vom Donnerstag.

Ausschlaggebend für das positive Urteil zum Endlagerprojekt im Zürcher Weinland sind für die Kommission vor allem die Erkenntnisse der beigezogenen Experten. Diese hätten die Opalinuston-Schichten im Gebiet als günstig für die Lagerung radioaktiver Abfälle beurteilt. Die vorhandenen Daten über die geologische Entwicklungsgeschichte liessen zudem keine Vorgänge erkennen, die innerhalb der nächsten Million Jahre eine Erosion der Barrieregesteine des Tiefenlagers bewirken könnten, heisst es in der Mitteilung des Bundesamts für Energie (BFE). Nach Prüfung dieser erdwissenschaftlichen Grundlagen und der bautechnischen Aspekte sei deshalb davon auszugehen, dass der Standortnachweis und die bautechnische Machbarkeit - trotz nach wie vor offener Fragen im Hinblick auf weitere Arbeiten im Rahmen eines unterirdischen Felslabors - mit dem Projekt Opalinuston im Zürcher Weinland erbracht sei.

Positiv wertet die Kommission auch das Urteil internationaler Experten. Im vergangenen Jahr habe eine Gruppe von Fachleuten der OECD den Sicherheitsnachweis der Entsorgungsgenossenschaft Nagra begutachtet und positiv bewertet, schreibt das BFE. Die Experten seien dabei zur Ansicht gelangt, dass der Nachweis für das Projekt Opalinuston auf ausgewogenen Daten und Argumenten beruhe und den aktuellen internationalen Empfehlungen und Praktiken entspreche. Nach deren Einschätzung würden die günstigen Eigenschaften der geologischen Gegebenheiten im Zürcher Weinland und die Sicherheit des Systems der technischen Barrieren wissenschaftlich fundiert nachgewiesen. Alle relevanten Berichte und Gutachten sollten nun im Herbst dieses Jahres öffentlich aufgelegt werden, ein Entscheid des Bundesrats zum Entsorgungsnachweis und zum weiteren Vorgehen ist gemäss Mitteilung des BFE voraussichtlich im nächsten Jahr zu erwarten.

(ap)