Bahnhof Stadelhofen

13. Februar 2019 12:07; Akt: 13.02.2019 13:53 Print

Stararchitekt wehrt sich gegen Stadelhofen-Ausbau

Architekt Santiago Calatrava verlangt die Aufhebung des Projektwettbewerbs für den Ausbau des Bahnhofs Stadelhofen. Er will sein Bauwerk bewahren.

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Projekte für den Ausbau des Bahnhofs Stadelhofen gemäss den Vorgaben der Ausschreibung der SBB hätten «unweigerlich entstellenden Charakter und würden die unübertragbaren und unverzichtbaren Urheberpersönlichkeitsrechte» von Calatrava verletzen. Dies kritisieren der Architekt und sein Büro in ihren Beschwerden ans Bundesverwaltungsgericht.

Urheberrechtlich geschütztes Bauwerk bewahren

In einem am Mittwoch publizierten Zwischenentscheid hat das Bundesverwaltungsgericht den Antrag auf aufschiebende Wirkung abgewiesen. Die SBB schrieb Ende Oktober 2018 für den Bau eines vierten Gleises und die Erweiterung der Verkaufsflächen im Bahnhof Stadelhofen einen Projektwettbewerb aus. Calatrava hatte die erste Erweiterung des Bahnhofs zwischen 1984 und 1990 umgesetzt.

Calatrava will gemäss Entscheid sein urheberrechtlich geschütztes Bauwerk bewahren. Zudem will er sich die Möglichkeit bewahren, am Projektwettbewerb teilzunehmen.

Frühere Erweiterungsstudie

Die SBB hatten Calatrava bereits früher eine Studie für die Bahnhofserweiterung erstellen lassen, die er im September 2016 vorlegte. Wegen dieser Vorbefasstheit fürchtet der Architekt, dass er aus dem Wettbewerb ausscheiden könnte. Dies geht aus dem Zwischenentscheid hervor.

Das Bundesverwaltungsgericht sieht diesbezüglich jedoch kein Problem, weil die vorgelegte Studie und die aktuellen Wettbewerbsvorgaben völlig unterschiedlich seien.
So sei beispielsweise gemäss SBB-Ausschreibung vorgesehen, dass das vierte Gleis etwa 35 Meter in den Berg hineinversetzt gebaut werde. Calatrava hatte dieses Gleis hingegen direkt hinter dem bestehenden Gleis 3 auf dem Niveau der unterirdischen Ladenpassage geplant.

Das Preisgericht wird gemäss Zeitplan bis am 28. Februar maximal acht Anbieter unter den eingereichten Teilnahme-Anträgen auswählen. Diese können dann am Projektwettbewerb teilnehmen.

(sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • t4ndu am 13.02.2019 12:32 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Auch Architekten...

    ...müssen mit der Zeit gehen. Es soll der Mehrheit dienen und nicht dem Egos Einzelner.

  • Werner Wenger am 13.02.2019 12:23 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Hat die SBB bei der Vertragsunterzeichnung geschla

    Wie kann ein Architekt einen Auftragsbau für sich urheberrechtlich schützen lassen? Der Bau ist doch Eigentum der SBB, und der Architekt wurde für seine Leistung bezahlt?

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  • Linda am 13.02.2019 12:29 Report Diesen Beitrag melden

    Sorry aber

    Sorry aber wäre ich die Architektin von dieser Hässlichkeit in Beton, wäre ich wirklich froh, würden das zukünftige potentielle Kunden nicht mehr anschauen können.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Entnervter Pendler am 13.02.2019 14:53 Report Diesen Beitrag melden

    Sind wir eigentlich bescheuert

    Der Bahnhof Stadelhofen müsste so schnell als möglich ausgebaut werden ! Nicht Morgen oder Heute, sondern gestern schon. Er ist ein absolutes Nadelöhr und hat seine Kapazitäten schon längstens überschritten. Doch was machen wir ? Wir diskutieren über solchen Schwachsinn, welcher dann nen Ausbau um Jahre verzögert. Ich kann nur verständnislos den Kopf schütteln. Wir sind ja wirklich sowas von bescheuert. Dümmer geht's gar nicht !

  • Der Russe am 13.02.2019 14:53 Report Diesen Beitrag melden

    Next please

    Sorry aber das hässliche Ding, kann man gerne in Grund und Boden stampfen. Wieso haben irgendwie alle Architekten einen Gottkomplex? Sorry aber ich denke keiner wird dies als schön Bezeichnen, wahrscheinlich nicht einmal zu Bauzeiten

  • Pendler am 13.02.2019 14:46 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Schnell bauen.

    Wichtig ist nicht der den Umbau plant, wichtig ist, dass die Erweiterung rasch kommt. Im Minutentakt fahren da die Züge und bei der kleinsten Störung herrscht Chaos weil nicht auf ein anderes Gleis ausgewichen werden kann. Auch Instandhaltungaarbeiten und Reparaturen sind schier unmöglich.

  • A~ am 13.02.2019 14:43 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Kunde

    Der Bahnhof gehört der SBB also kann die SBB damit auch tun und lassen was sie will. Sie könnte den Bahnhof auch abreissen lassen ohne dass dieser Architekt etwas dagegen tun könnte. Und bewerben kann er sich ja wenn er will.

  • El Comandatore am 13.02.2019 14:41 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Auf in den Kampf

    Lieber Herr Stararchitekt, sie sind genau das was dieser Ausdruk sagt, nämlich ein Architekt. Ob Star oder nicht ist Ansichtssache, definitiv aber sind Sie Architekt und nicht etwa ein Künstler. Ein Architekt entwirft und plant Bauwerke unter Einbezug der vorliegenden Gegebenheiten. Das aber kann jeder einigermaßen fähige Architekt auch und damit wird Ihrem "Kunstwerk" genügend Referenz erwiesen. Mir würde es auch gefallen, wenn Sie die Erweiterung gestalten, mir gefällt der Bau wie er ist, aber ein Anrecht darauf besteht leider nicht. Also: Auf in den Kampf um den Auftrag, möge der Beste gewinnen!