Zürich

29. März 2011 15:57; Akt: 29.03.2011 20:06 Print

Casino-Rennen: Zwei Bewerber haben Nase vorn

Die Stadt Zürich, der Kanton Zürich und Zürich Tourismus möchten, dass das Stadtzürcher Grand Casino entweder im Geschäftshaus Ober oder in der Alten Börse eröffnet wird. Die drei Parteien haben sich bei der Eidg. Spielbankenkommission (ESBK) für diese Projekte ausgesprochen.

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Die ESBK nehme Kenntnis von diesen Stellungnahmen und werde die Empfehlungen in ihrer eigenen Stellungnahme an den Bundesrat «so weit wie möglich» berücksichtigen, sagte Emilie Ridard von der ESBK am Dienstag auf Anfrage der Nachrichtenagentur SDA.

Aus Sicht der Stadt Zürich punkten die Projekte «Ober» und «Alte Börse» mit dem Standort, der verkehrstechnischen Erschliessung und mit Zusatzleistungen. Der Kanton schliesse sich dieser Beurteilung vollumfänglich an, heisst es in einer Stellungnahme des Zürcher Regierungsrates zuhanden der ESBK.

Aus Sicht des Kantons spreche für das Projekt der Swiss Casinos Zürich AG weiter, dass es sich um eine rein schweizerische Gesellschaft handle. Die Stellungnahme, aus der der «Tages-Anzeiger» am Dienstag zitierte, liegt auch der Nachrichtenagentur SDA vor.

Für das Projekt der Casino Zürich AG in der Alten Börse spricht sich der Regierungsrat explizit aus, weil das Gebäude der Versicherungskasse für das Staatspersonal des Kantons Zürich (BVK) gehört. Eröffne dort ein Grand Casino, profitiere der Kanton von der Wertschöpfung.

Zürich Tourismus: Gebiet wird belebt

Die Einschätzungen von Stadt und Kanton teilt Zürich Tourismus. Für das Projekt im Ober-Haus spreche die gesicherte Finanzierung und das transparente Aktionariat. Die Gefahr von Lärm, unter dem Anwohner leiden könnten, sei gering.

«Beherrschbar» seien diese Immissionen auch beim Projekt in der Alten Börse, heisst es in der Stellungnahme von Zürich Tourismus. Sollte dort ein Grand-Casino entstehen, belebe dies das Gebiet hinter der Bahnhofstrasse.

Den drei Zürcher Empfehlungen misst einer der Mitbewerber, das Grand Casino Baden, keine Bedeutung zu. Die Aargauer sind selbst mit zwei Projekten in der Zürcher Innenstadt im Rennen - eines am Beatenplatz, ein weiteres mittels einer Beteiligung an der Sihlporte.

Kein Rekurs aus Baden

«Wir halten an unserem Projekt fest», sagte Peter Probst, Verwaltungsratspräsident der Spielbank Baden AG. Er sei nach wie vor überzeugt, bei «objektiver» Beurteilung gute Karten in den Händen zu halten, sagte Probst.

Erhalte die Swiss Casinos Zürich AG eine Baubewilligung, werde man dagegen sicher nicht rekurrieren. Die Möglichkeit einer allfälligen Kooperation mit den Initianten des Projektes an der Alten Börse schloss Probst aus.

Insgesamt gibt es in der Stadt Zürich fünf Bewerbungen für eine Grand-Casino Lizenz von: Grand Casino Zürich AG, Swiss Casino Zürich, Grand Casino Baden AG (2), City Zürich Casino AG. Den Entscheid über die Lizenz-Vergabe trifft der Bundesrat bis Mitte 2011. Rekursmöglichkeiten haben die Bewerber keine.

(sda)