Kunsthandel

29. Oktober 2012 19:35; Akt: 29.10.2012 19:35 Print

Chinesen stürmen Zürcher Kunst-Auktionen

von Roman Hodel - Wenn Koller Zürich zu Asiatica-Auktionen lädt, wird das grösste Auktionshaus der Schweiz neuerdings von Chinesen überrannt. Sie reisen extra an und bieten Rekordsummen für die Objekte.

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Diese Bronzefigur einer Pancaraksha-Göttin wird am Dienstag bei Koller Zürich versteigert - Schätzwert bis zu 180000 Franken. (Bild: Koller Auktionen)

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Buddhistische vergoldete Bronzefiguren, kaiserliches Porzellan oder chinesischer Jadestein – das sind die Objekte der Begierde an der Asiatica-Auktion, die am Dienstag bei Koller Zürich beginnt, dem grössten Auktionshaus der Schweiz. Die Käufer sind fast ausnahmslos Chinesen. «Bis vor kurzem hatten wir bloss vereinzelt telefonische Anfragen aus China», sagt Inhaber Cyril Koller. «Inzwischen reisen Dutzende Chinesen extra an für die zwei Mal jährlich stattfindende Auktion – diesmal erwarten wir sogar rund 100 Bieter.» Darunter seien vor allem Händler, die im Auftrag von Sammlern auf Einkaufstour gingen.

Für die Objekte greifen sie tief in die Tasche: Im Angebot ist am Dienstag etwa eine Göttin aus Bronze mit einem Schätzwert von bis zu 180000 Franken. «Um das bevorzugte Objekt zu ergattern, geben die Bieter mitunter das Zehnfache des Schätzwertes aus», sagt Koller.

Grund dafür sei der riesige Nachholbedarf: Die auf der ganzen Welt verteilten chinesischen Kunstwerke aus der Kaiserzeit waren für viele Chinesen bis vor 20 Jahren aus politischen und finanziellen Gründen nicht zugänglich. «Jetzt gibt es immer mehr reiche Leute und somit steigt auch das Bedürfnis nach Kultur», sagt Koller. «Das gleiche Phänomen hat man vor zehn Jahren bei den Russen beobachten können.»

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Tina Wuzeler am 31.10.2012 09:58 Report Diesen Beitrag melden

    Kulturgut

    Die Ware wird meinstens von den eigenen Leuten verkauft. Und die wissen genau dass es Kultur Raubgut ist. Das meiste was hier landet wird in den Ländern geplündert und zu Geld gemacht. Also nicht so tun als wäre alles von uns gestohlen. So kann man ganz gut Schwarzgeld weiss waschen. Uhre, Schmuck Antiquitäten das weiss auch der Zoll.

  • Li Huan am 30.10.2012 11:05 Report Diesen Beitrag melden

    an der Zeit

    Richtig so, auf diesem Wege gelangen die wertvollen Kulturobjekte wieder an den Ort zurück, woher sie stammen. Manches wurde vor der Kulturrevolution und der Zerstörung gerettet, das ist wahr, aber nun hat China Anrecht auf die Objekte und bezahlt dafür.

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  • Tina Wuzeler am 31.10.2012 09:58 Report Diesen Beitrag melden

    Kulturgut

    Die Ware wird meinstens von den eigenen Leuten verkauft. Und die wissen genau dass es Kultur Raubgut ist. Das meiste was hier landet wird in den Ländern geplündert und zu Geld gemacht. Also nicht so tun als wäre alles von uns gestohlen. So kann man ganz gut Schwarzgeld weiss waschen. Uhre, Schmuck Antiquitäten das weiss auch der Zoll.

  • Li Huan am 30.10.2012 11:05 Report Diesen Beitrag melden

    an der Zeit

    Richtig so, auf diesem Wege gelangen die wertvollen Kulturobjekte wieder an den Ort zurück, woher sie stammen. Manches wurde vor der Kulturrevolution und der Zerstörung gerettet, das ist wahr, aber nun hat China Anrecht auf die Objekte und bezahlt dafür.