Harte Landungen

16. Juni 2011 23:09; Akt: 17.06.2011 07:38 Print

Chriesi-Zeit – mehr Arbeit für Spitäler

von Regina Ryser - Es ist Chriesi-Zeit. Das bekommen auch die Zürcher Spitäler zu spüren: Täglich werden Patienten eingeliefert, die vom Baum gefallen sind.

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Gefährliche Arbeit: Es kommt immer wieder vor, dass Leute beim Chriesi-Pflücken vom Baum oder der Leiter fallen. (Bild: Keystone)

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«Heuer ist ein fantastisches Chriesi-Jahr», sagt Hagen Thoss, Fachberater Obst der Landwirtschaftlichen Schule Strickhof. «Das Wetter war trocken und sonnig – darum fiel die Ernte im Kanton um fast 20 Prozent höher aus als im Vorjahr.» Seit Anfang Juni werden die süssen Früchte geerntet. Doch die Kirschenzeit hat auch ihre Schattenseiten: «Es kommt immer wieder vor, dass Bauern beim Pflücken vom Baum oder der Leiter fallen», so Thoss. Vor allem bei grossen Bäumen seien die Äste eher brüchig und würden leichter brechen als bei anderen Obstarten.

«Wir spüren jedes Jahr, wenn Chriesi-Zeit ist – bis jetzt hatten wir deshalb bereits eine Handvoll Patienten», sagt Gian Melcher, Chefarzt Chirurgie im Spital Uster. Die Kirschenpflücker kamen mit Brüchen, Prellungen oder Hirnerschütterungen ins Spital. Besonders schwer trifft es ältere Personen. «Sie haben eher Osteoporose – weshalb sie mehr Brüche erleiden als ein Jugendlicher», erklärt Melcher. Fast täglich werden Hobbygärtner oder Bauern, die vom Baum gefallen sind, ins Kantonsspital Winterthur eingeliefert. Die Klinik für Unfallchirurgie zählt dieses Jahr besonders viele Verletzungen. «Zum Teil sind sie lebensgefährlich», sagte der leitende Arzt der Unfallchirurgie, Thomas Hotz, gegenüber dem «Landboten». Einen Todesfall habe er glücklicherweise noch nicht zu verzeichnen.

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Patrick Schwarzer am 17.06.2011 09:25 Report Diesen Beitrag melden

    Unfassbar

    Unfassbar sowas, da steigen sie auf die Bäume um die Kircschen selber zu essen, fallen runter und die Allgemeinheit (in Form der Krankenkasse die jeder mitträgt) muss dann die Kosten tragen. Kirschen pflücken gehört einfach verboten!

  • Ex-Bäuerin am 17.06.2011 08:04 Report Diesen Beitrag melden

    Leichtsinn

    Dass es meist ältere Menschen trifft, hat einen banalen Grund. Im Alter hat man nicht mehr ein so gutes Gleichgewicht. Zudem sparen die Bauern oft am falschen Ort - nämlich an den Leitern. Das Geld reut sie, die Leitern in Stand zu halten oder zu ersetzen. Zudem lässt es ihnen der Kopf nicht zu, im Alter nicht mehr auf die Bäume zu steigen - alles Jahrelang miterlebt! Der Grossvater meines Mannes ist noch mit 90ig auf die Bäume!!! Vernunft ist da das Zauberwort.

  • Rolf Bern am 17.06.2011 03:57 Report Diesen Beitrag melden

    Selbst ist der Mann die Frau

    Währen die Kirschen im Laden billiger, gäbe es weniger Selbstpflücker,also auch weniger Verletzte. Es ist in allen Jobs bei den Heimwerkern auch so, jeder will alles selber machen, nimmt so Arbeitsplätze, Steuereinahmen und gefährdet die Öffentlichkeit zb:(Autobastler)Für was lernt man noch einen Beruf??

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Patrick Schwarzer am 17.06.2011 09:25 Report Diesen Beitrag melden

    Unfassbar

    Unfassbar sowas, da steigen sie auf die Bäume um die Kircschen selber zu essen, fallen runter und die Allgemeinheit (in Form der Krankenkasse die jeder mitträgt) muss dann die Kosten tragen. Kirschen pflücken gehört einfach verboten!

  • Ex-Bäuerin am 17.06.2011 08:04 Report Diesen Beitrag melden

    Leichtsinn

    Dass es meist ältere Menschen trifft, hat einen banalen Grund. Im Alter hat man nicht mehr ein so gutes Gleichgewicht. Zudem sparen die Bauern oft am falschen Ort - nämlich an den Leitern. Das Geld reut sie, die Leitern in Stand zu halten oder zu ersetzen. Zudem lässt es ihnen der Kopf nicht zu, im Alter nicht mehr auf die Bäume zu steigen - alles Jahrelang miterlebt! Der Grossvater meines Mannes ist noch mit 90ig auf die Bäume!!! Vernunft ist da das Zauberwort.

  • Rolf Bern am 17.06.2011 03:57 Report Diesen Beitrag melden

    Selbst ist der Mann die Frau

    Währen die Kirschen im Laden billiger, gäbe es weniger Selbstpflücker,also auch weniger Verletzte. Es ist in allen Jobs bei den Heimwerkern auch so, jeder will alles selber machen, nimmt so Arbeitsplätze, Steuereinahmen und gefährdet die Öffentlichkeit zb:(Autobastler)Für was lernt man noch einen Beruf??

    • Marco, Walzenhausen am 17.06.2011 06:45 Report Diesen Beitrag melden

      Billiger???

      Das ist eine sehr einfache Ansichtsweise. Ich bin vor kurzer Zeit umgezogen, nun haben wir einen Kirschbaum im Garten. Was machen wir damit? Konfitüre. Die aufgewendete Arbeit, das kann ich sagen, geht mit dem "im Laden billiger" nicht auf. Für was habe ich einen Beruf gelernt? Damit ich auch Hobbys nachgehen kann.

    • L. C. am 17.06.2011 07:24 Report Diesen Beitrag melden

      Aha?!

      Du bist also lieber von jedem und allem abhängig?! Hast also keine Ahnung ausser vielleicht die in deinem Job? Solle Leute nehnt man Fachidioten und sind oft in Büros anzutreffen...

    • A.F. am 17.06.2011 08:10 Report Diesen Beitrag melden

      Die Kirschen fallen

      Klar, wenn sie billiger im Laden sind muss sie auch niemand mehr vom Baum holen, denn dann fallen sie alleine runter....

    • biber am 17.06.2011 09:19 Report Diesen Beitrag melden

      Chriesipflücker

      Hast du schon daran gedacht, dass auch die deiner Meinung nach zu teuren Kirschen aus dem Laden mal an einem Baum gehangen haben? Es ist nun halt mal so, dass das Pflücken reine Handarbeit und darum sehr Zeitintensiv ist, da ist man über jede Hand froh! Zudem stehen die Bäume meistens am Hang, da kann schon mal eine Leiter kippen..

    • Rolf Zug am 17.06.2011 09:40 Report Diesen Beitrag melden

      Selbst ist der Mann die Frau

      Die Verletzungen von Selbstpflückern sind ein verschwindender Teil im Gegensatz zu Sport- oder Verkehrsverletzungen.... ... und darf man kein Hobby mehr ausführen (z.B. Wohnung etwas zurechtmachen????) Wichtig ist doch bei allen Tätigkeiten, dass keine Selbstüberschätzung gemacht wird und dass mit Vorsicht gearbeitet wird. Dabei spielt es keine Rolle ob im Beruf oder in der Freizeit!

    • Hugo Superschlau am 17.06.2011 09:41 Report Diesen Beitrag melden

      Autofahren ist auch so ein Kapitel

      stimmt, auch Kinder selber hüten sollte ja verboten sein. Draum wollte Bern Kurse und Bewilligungspflicht für Grosseltern, dann kann man auch da endlich Steuern kassieren. Das Kinder machen wird auch noch viel zu viel den Amateuren überlassen, mit bekannten negativen Folgen. Selber autofahren? Jeden Tag gibts Unfälle, rund ums Jahr! Engagiere also gefälligst eine Chauffeuse!

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