Schloss Liebegg

20. März 2018 09:50; Akt: 20.03.2018 14:39 Print

Christen wollen Aargauer Hexenmuseum verhindern

Auf dem Schloss Liebegg wird diese Woche ein Hexenmuseum eröffnet. Christliche Fundamentalisten wollen dies mit Inseraten verhindern.

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Diesen Sonntag wird es auf dem Schloss Liebegg in Gränichen eröffnet – das Schweizer Hexenmuseum, das bisher im aargauischen Auenstein beheimatet war. Alle Bewilligungen sind erteilt. Offenbar sind aber religiöse Fundamentalisten dagegen. In Inseraten von zwei Aargauer Lokalzeitungen schreiben sie: «Betet für den Aargau und um Verhinderung des Hexenmuseums auf Schloss Liebegg.»

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Einen Absender gibt es nicht. Laut der «Aargauer Zeitung» könnte aber der Verein «Gebet für die Schweiz» dahinterstecken. Jedenfalls spricht er sich gegen das Hexenmuseum aus. Auf seiner Website heisst es, dass die dahinterstehenden Hexen und Wiccas dort offensichtlich auch die Praxis des Hexenwesens vorantreiben wollten.

Ebenfalls will der Verein laut der Zeitung im Schloss ein Gebetszentrum «mit Ausstrahlung auf Europa» errichten, weil dort im 19. Jahrhundert eine missionarische Baronin predigte. Der Verein hat dafür bereits zwei gut besuchte Andachten auf dem Schloss abgehalten, zuletzt am Sonntag.

Im Museum sehe man den Antichrist

Trotzdem sagte Hans-Peter Lang, Leiter von «Gebet für die Schweiz», zur Zeitung, dass man keinen Widerstand gegen das Hexenmuseum leiste. Vom Inserat will er nichts gewusst haben. «Meiner Ansicht nach gehen der Museumsbetrieb und die Andachten aneinander vorbei.»

Dass die Betenden ihnen so freundlich gesinnt sind, glaubt Hexeunmuseum-Direktorin Wicca Meier-Spring jedoch nicht. Wieso das so ist, kann sie nicht nachvollziehen. Man sei ein anerkanntes historisches und volkskundliches Museum und zeige die Geschichte der Hexenverfolgungen der letzten 350 Jahre in Europa. Sie ist der Ansicht, dass man durchaus neben der religiösen Gruppierung leben könne. Die Scheune, in der «Gebet für die Schweiz» seine Andachten abhält, grenzt bereits an das Museum. Ihr Ehemann sei wegen der räumlichen Nähe bereits Ohrenzeuge von Gottesdiensten geworden, sagt Meier-Spring: «Es wird gegen uns gebetet.» Im Museum sehe man den Antichrist.

(20 Minuten)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • BiChaDe am 20.03.2018 11:40 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    ouffff

    Dann sollen sie doch für etwas mehr toleranz ihrerseits beten, das scheint hier vonnöten ;)

  • Aleister Crowley am 20.03.2018 11:08 Report Diesen Beitrag melden

    religiöse Eiferer

    na ja, wenn es nach diesen religiösen Eiferern gehen würde, müsste man wohl noch heute "Hexen" verfolgen und auf dem Scheiterhaufen brennen lassen...

  • Roman am 20.03.2018 11:56 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Intoleranz

    Benehmen sich immer noch wie vor Jahrhunderten. Wenn es nach denen geht, ist die Erde immer noch flach und der Mittelpunkt des Universums. Kein Deut besser als die übrigen Religionen.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • most am 25.03.2018 19:02 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    ...der werfe den ersten Stein..

    glücklicherweise kenne ich viele Christen, die sehr authentisch, friedfertig, glücklich und hilfsbereit sind.

  • Typhoeus am 20.03.2018 13:23 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Ohne Gott und Götter

    gäbe es auch keinen Teufel und keine Hexen. Also bitte Toleranz für Alle.

  • Simi am 20.03.2018 13:22 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Kirchliche Fundis

    Ein Grund mehr, den Kirchenaustritt per sofort einzureichen.

    • Sandy am 20.03.2018 14:13 Report Diesen Beitrag melden

      jetzt aber schnell

      ach, erst jetzt? hab ich schon vor jahren getan - und siehe da: ich lebe immer noch :-D

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  • Chris am 20.03.2018 13:02 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Hexen?

    Leben wir eigentlich im Mittelalter ?

  • Christ am 20.03.2018 12:59 Report Diesen Beitrag melden

    Gegenwart

    Hallo, wir leben nicht mehr im Mittelalter wir leben im Heute und jetzt. Bestimmt war es falsch dass im Mittelalter "Hexen" getötet wurden, ausschließlich von der Katholischen Kirche, und dabei handelte sich oft nicht mal um Hexen, sondern es war oft nur ein Vorwand für anders Gläubige. Aber das ist Geschichte, und vorbei. Das heißt aber nicht dass man Hexerei und Okkultismus Heute gut heissen soll, Heute heißen sie Wahrsager und Medium. Die moderne Toleranz hört anscheinend beim Christentum auf.