Zoofahndung Schaffhausen

13. Juli 2016 10:59; Akt: 13.07.2016 13:55 Print

Coiffeuse schmuggelt 50 Hunde aus Osteuropa

Zollfahnder konnten einer Coiffeuse den Schmuggel und Verkauf von Chihuahuas und Prager Rattler aus Osteuropa nachweisen. Fehlende Impfungen wurden ihr zum Verhängnis.

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Die im Schweizer Zollgebiet wohnhafte, 47-jährige Deutsche ist geständig, wie die Eidgenössische Zollverwaltung am Mittwoch mitteilte. Sie brachte seit Dezember 2010 bei rund 15 Fahrten die acht bis zehn Wochen alten Welpen über verschiedene Grenzübergänge in die Schweiz. Im November 2015 kam es dann zu einer Hausdurchsuchung, bei der verschiedene Beweismittel sichergestellt werden konnten.

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Die Hunde - vor allem Chihuahuas und Prager Rattler - wurden im Internet auf verschiedenen Plattformen zum Kauf angeboten. Die Übergabe der Welpen an die Käufer erfolgte hauptsächlich in Schaffhausen auf den Parkplätzen beim Schwabentor und Kinepolis.

800 bis 1200 Franken pro Welpe

«Es handelt sich um einen der grössten Fälle in unserem Gebiet», sagt Jean Wanner, Inspektor der Zollfahndung Schaffhausen. In der Regel hätten sie drei bis vier solche Untersuchungen von illegalem Welpenhandel pro Jahr, meist ginge es da aber um deutlich weniger Hunde. Laut Wanner sei es für die Händlerin wohl ein lukrativer Nebenerwerb gewesen. Pro Welpe würden zwischen 800 und 1200 Franken verlangt.

Allerdings muss die gelernte Coiffeuse die hinterzogene Mehrwertsteuer im vierstelligen Bereich nun zurückzahlen. Zudem blüht ihr eine empfindliche Busse wegen der illegalen Einfuhr der ungeimpften Hunde. Diese wird gemäss Wanner voraussichtlich auch im vierstelligen Bereich liegen.

Hundehalter hingegen, die auf diese Weise einen Welpen erwerben, müssen kaum eine Strafverfolgung befürchten, wie Wanner sagt: «Zwar ist mit einem solchen Kauf allenfalls ein Hehler-Tatbestand erfüllt, doch deswegen jeden Käufer strafrechtlich zu belangen, wäre zu aufwendig.»

Zollfahndung warnt vor illegalen Importen

Aufgeflogen ist der Schmuggel, weil sich Meldungen beim Veterinäramt über Hunde aus dem Ausland ohne Tollwutimpfung und ohne Chip häuften. «Teils wurden die Tiere krank und die Besitzer wendeten sich direkt an uns», sagt Kantonstierarzt Peter Uehlinger. «Oder Tierärzte machten uns darauf aufmerksam, denn sie sind verpflichtet, nicht gechipte oder geimpfte Hunde uns zu melden.» Daraufhin erstattete der Kantonstierarzt Anzeige bei der Zollfahndung.

Diese warnt erneut vor illegalen Importen: Tiere aus Ost- oder Südeuropa, welche über das Internet angeboten und auf Parkplätzen oder auch über Zwischenhändler in der Schweiz verkauft werden, können eine Vielzahl von Krankheiten mitbringen. Ausserdem werden solche Welpen oft unter qualvollen Bedingungen gezüchtet.

Laut Uehlinger sind sich viele Leute, die Welpen auf Parkplätzen kaufen, gar nicht bewusst, welche Probleme sie sich damit aufhalsen: «Manche dieser Hunde mussten eingeschläfert werden, weil sie so krank waren.»

(rom/sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Bello am 13.07.2016 11:20 Report Diesen Beitrag melden

    Knast statt Busse

    Diese Coiffeuse sollte nicht nur eine Busse bekommen, sondern unbedingt in den Knast müssen. So ein Verhalten muss härter bestraft werden, sonst ists nicht abschreckend genug, da mit dem illegalen Handel viel Geld verdient werden kann

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  • Dusty am 13.07.2016 11:12 Report Diesen Beitrag melden

    "Tierfreunde"

    Und genau so schlimm sind die Leute welche solche Tiere auch noch kaufen und sich Tierfreunde nennen. Als hätte es hier nicht schon genug hilfsbedürftige Tiere, nein man muss noch ins Ausland karren um diese nach Hause zu bringen.

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  • Sergio am 13.07.2016 11:06 Report Diesen Beitrag melden

    Generelles Importverbot

    Für Hunde und Katzen gehört ein GENERELLES Importverbot verhängt. Wir haben genügend Tiere in unserem eigenen Land für die Zucht und die Tierheime sind auch voll. Wir brauchen Hunde weder aus Tierfabriken noch aus "Rettungsstationen" aus Oststaaten oder Spanien. Die Inserate für diese Hunde fand man immer wieder unter Tutti. Als ich mal einen Inserenten angeschrieben habe ob er eigentlich eine Tierfabrik betreibt, wurde das Inserat gelöscht. War wohl so ;-)

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Die neusten Leser-Kommentare

  • J K am 14.07.2016 17:26 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Büsst endlich die Käufer!

    Denn das würde sich schnell herumsprechen, das Resultat wären automatisch weniger Käufe und demzufolge weniger Leid für die Hunde!

  • balz schlatter am 14.07.2016 10:46 Report Diesen Beitrag melden

    gutes geschaef

    51 welpen je 800.- (niedrigster Preis) - summe 40800.- minus busse im 4-stelligen bereich, dh. maximal 9999.- gibt ungefaehr 30'000.- gewinn -- nicht schlecht.

  • Uni am 13.07.2016 23:41 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Tiere nicht kaufen. Adoptieren!

    Nicht kaufen, es gibt genug in Tierheims. Speziell nicht über Internet.

  • Kudi von Hohenstaufen am 13.07.2016 22:06 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Zoofahndung?????

    Ist das mit der Überschrift "Zoofahndung" absicht (denke nicht, hat zwar mit Tieren zu gibt es aber nicht) oder sollte es nicht wie später richtig geschrieben "Zollfahndung" genannt sein???????????????

  • Tony am 13.07.2016 19:19 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Kochtopf

    Sie rettete den Hunden sicher das Leben. Die würden doch früher oder später sicher in einem Kochtopf landen, gut das Selbe kann ihnen natürlich auch in der Schweiz passieren.

    • Cermit am 13.07.2016 23:05 Report Diesen Beitrag melden

      @ Tony aus China ?

      Gratulation, zu Ihrem äusserst "intelligenten" Kommentar!

    • Doex73 am 14.07.2016 08:37 Report Diesen Beitrag melden

      Nur für Feinschmecker

      Der Chihuahua - die Neuinterpretation der Wachtel

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