Zürich

12. März 2020 15:28; Akt: 12.03.2020 16:21 Print

Corona-Angst an Uni – Studenten starten Petition

Studierende fordern eine Umstellung auf digitalen Lehrbetrieb an der Universität Zürich. Sie wollen wegen der Corona-Gefahr nicht mehr persönlich an den Vorlesungen teilnehmen.

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Einige Studierende der Universität Zürich haben eine Petition gestartet. «Wir fordern einen Podcast für alle Fächer, so dass jeder Student von zu Hause lernen kann, ohne sich selbst oder andere zu gefährden.» «Überall auf der Welt und auch im Tessin schliessen Universitäten oder stellen auf digitalen Lehrbetrieb um. Nur wir Studierende der Universität Zürich müssen in vielen Lehrveranstaltungen mit über 200 Personen auf engstem Raum sitzen», klagt eine Studentin. Studenten mit Angehörigen aus der Risikogruppe oder solche, die selbst dazu gehören, könnten sich so nicht ausreichend schützen, meint die junge Frau. «Wir sind wirklich sehr besorgt und sehen keinen plausiblen Grund, warum wir gezwungen werden, die Regelung des BAG von «Social Distancing» nicht einzuhalten», so die Studentin. Wie es bei der Universität Zürich auf Anfrage heisst, habe man Kenntnis von der Petition. «Wir haben Verständnis für das Anliegen der Studierenden. Die digitalen Lehrangebote werden derzeit massiv ausgebaut.» Laut der Sprecherin werden zurzeit etwa 300 Vorlesungen pro Woche via Podcast übertragen:« Es werden täglich mehr.» An der Universität Zürich haben sich bisher zehn Angehörige mit dem Coronavirus infiziert, wie die Hochschule auf ihrer Website mitteilt. Einer davon ist ein Zahnarzt am Zahnmedizinischen Zentrum der Uni Zürich (ZZM), wie nun bekannt wurde. Aus diesem Grund wird der Lehrbetrieb am Institut vorübergehend bis zum 16. März 2020 eingestellt, da sich zu viele Mitarbeitende in Quarantäne hätten begeben müssen.

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Wegen der Ausbreitung des Coronavirus' herrscht auf der ganzen Welt Ausnahmezustand. In der Zwischenzeit wurden sogar Schulen und Universitäten geschlossen. «Überall auf der Welt und auch im Tessin schliessen Universitäten oder stellen auf digitalen Lehrbetrieb um. Nur wir Studierende der Universität Zürich müssen in vielen Lehrveranstaltungen mit über 200 Personen auf engstem Raum sitzen», klagt eine Studentin.

Studenten mit Angehörigen aus der Risikogruppe oder solche, die selbst dazu gehören, könnten sich so nicht ausreichend schützen, meint die junge Frau. «Wir sind wirklich sehr besorgt und sehen keinen plausiblen Grund, warum wir gezwungen werden, die Regelung des BAG von «Social Distancing» nicht einzuhalten.»

Podcasts für alle Fächer gefordert

Wie die junge Frau sagt, gehöre es aktuell zur Normalität, dass in jeder Veranstaltung hustende und niesende Studenten sitzen würden. «Das Problem ist, dass wir an die Uni müssen, wenn wir den Prüfungsstoff nicht verpassen wollen.» Der Grund sei, dass an der Uni Zürich in vielen Modulen der prüfungsrelevante Stoff nur mündlich vor Ort vermittelt wird, so die junge Frau.

Dabei wäre laut der Studentin die Infrastruktur für Podcasts vorhanden: «Viele Räume an der Uni verfügen über Kameras für Podcast-Aufzeichnungen. Diese werden aber schlicht nicht genutzt.» Einige Studenten haben deshalb eine Petition gestartet. Darin heisst es: «Wir fordern einen Podcast für alle Fächer, so dass jeder Student von zu Hause lernen kann, ohne sich selbst oder andere zu gefährden.» Zettel mit dem QR-Code wurden an zahlreichen Toiletten-Türen der Uni geklebt.

«Wir haben Verständnis»

Wie es bei der Universität Zürich auf Anfrage heisst, habe man Kenntnis von der Petition. «Wir haben Verständnis für das Anliegen der Studierenden. Die digitalen Lehrangebote werden derzeit massiv ausgebaut.» Laut der Sprecherin werden zurzeit etwa 300 Vorlesungen pro Woche via Podcast übertragen: «Es werden täglich mehr.»

Daneben würden auch Materialien zum Selbststudium und zur schriftlichen Bearbeitung über eine Lehrplattform zum Einsatz kommen. Ziel der Uni Zürich sei es, den Studierenden, die zuhause bleiben müssen oder zuhause bleiben wollen, Alternativen zum Präsenzunterricht anzubieten und einen geordneten Abschluss des Semesters zu ermöglichen.

(mon)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Doctorx am 12.03.2020 16:02 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Ein Kommentar

    Sorry aber Schulen gehören schon lange geschlossen und zwar schweizweit!

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  • Kelly18 am 12.03.2020 16:01 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Bitte auch für andere..

    Und was ist mit den anderen Unis und Fachhochschulen?

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  • Sandra am 12.03.2020 15:40 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Ein hohn

    Endlich dies muss auch für Schulen gelten! Unser Staat ist nich in der Lage das Krisenmanagement zu erfüllen. Es braucht nun Leute die entscheiden! Das kann man von der heutigen Führung Berset leider nicht erwarten!

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Die neusten Leser-Kommentare

  • über studieren am 12.03.2020 20:02 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Probieren geht

    Handelt wie wir. Informiert euch breitfächerig. Und, nicht zuletzt, deaktiviert 20' für eine Woche. Ihr werdet sehen, die Sichtweise ändert sich grundlegend.

  • Nico am 12.03.2020 19:32 Report Diesen Beitrag melden

    Soft Eggs

    Solche Leute wollen mal das Land voranbringen? Wie denn...mit Jammern? Lernen wir doch erst mal etwas bevor vir grosse Sprüche herumposaunen...für eine Abschottung ist es längst zu spät, die Krise kann dann über 1 Jahr andauern, wollt ihr solange zuhause rumhängen?

  • Mischu am 12.03.2020 19:28 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Panik um nichts

    Das Corona-Virus ist in erster Linie eine mediale und erst in zweiter Linie eine medizinisch relevante Infektion !!!

  • ErichF am 12.03.2020 19:27 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Weshalb werden ......

    Kindertagesstätte, Kindergärten und Schulen nicht geschlossen? Weil die Papas und Mamas nicht bereit sind , Ferientage für die Betreuung zu Hause zu opfern. Es ist ja so praktisch für ein Entgelt, alles dem Staat in Sache Aufsicht abzugeben .

  • Ph_Student am 12.03.2020 19:27 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Erkrankte Studierende in FHNW

    Warum schafft das die FHNW nicht auch? Es gibt bereits eine erkrankte Studentin, welche nun in Quarantäne ist. Alle anderen Studierenden müssen jedoch nach Anweisung des "Krisenstabs" weiterhin an Vorlesungen, in denen man Seite an Seite mit 100 Teilnehmern sitzt? Das ist weder fair für alle Menschen mit erhöhtem Risiko noch für Familienangehörige! TUT ETWAS DAGEGEN!