Teure Stadt

30. Januar 2019 05:46; Akt: 30.01.2019 05:46 Print

Stadtzürcher verraten, wie viel Miete sie bezahlen

Wohnen in Zürich ist teuer. Doch wie viel geben die Städter tatsächlich dafür aus? Wir haben Bewohner aus den 12 Kreisen gefragt.

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Zwölf Kreise gibt es in der Stadt Zürich: Erfahren Sie in der Bildstrecke, wo Sie wie viel Lohn brauchen, um ihre Miete bezahlen zu können. Für Singles kostet das Wohnen rund ums Seefeld am meisten. Sie benötigen laut der Studie mindestens 10'745 Franken Monatslohn. Ein hohes Einkommen braucht es auch, wenn man dort in einer Familienwohnungen leben will – nämlich 13'195 Franken monatlich. Den zweiten Platz belegt die Altstadt. Singles brauchen 9749 Franken Einkommen pro Monat fürs Wohnen. Bei Familienwohnungen braucht es 16'668 Franken Monatslohn. Für Familienwohnungen ist das Quartier gemäss der Studie am teuersten: Dafür braucht es 17'824 Franken Monatseinkommen. Damit gehört der Kreis 4 auch weltweit zu den Spitzenreitern. Es ist gut möglich, dass die Studie auf diese Preise kommt, weil derzeit an der Europaallee viele teure Wohnungen ausgeschrieben sind. Singles benötigen 7965 Franken Monatslohn, wenn sie im Trendquartier leben wollen. 7748 Franken Monatslohn braucht es in diesem Quartier für eine Singlewohnung. 12'916 Franken müssen Mieter von Familienwohnungen verdienen. Eine Singlewohnung erfordert im Industriequartier ein monatliches Einkommen von mindestens 7689 Franken, bei einer Familienwohnung braucht es 12'396 Franken. 7036 Franken pro Monat sollten hier Singles verdienen, wenn sie nicht mehr als ein Drittel für ihre Wohnung ausgeben wollen. Für Familienwohnungen braucht es ein Einkommen von 9682 Franken. In diesem Quartier sollten für eine Singlewohnung pro Monat 6717 auf dem Lohnkonto landen. Für eine Familienwohnung braucht es 9381 Franken Monatslohn. 6475 Franken Monatslohn sollte man mindestens für eine Singlewohnung einberechnen, bei einer Familienwohnung sind es 8929 Franken. Im Vergleich zum Kreis 8 sind Wohnungen für Singles ein Schnäppchen: Hier braucht es «nur» 5930 Franken Monatslohn. Bei Familienwohnungen sollte der Lohn 8778 Franken monatlich sein. Ebenfalls 5930 Franken Lohn braucht es für Singlewohnungen in Schwamendingen. 9071 Franken sollten Mieter von Familienwohnungen pro Monat verdienen. : Dass der Kreis 3 zu den Schlusslichtern gehört, überrascht. Hier benötigt man für eine Singlewohnung «nur» 5863 und für Familienwohnungen 10'051 Franken Monatslohn. Gemäss Studie sind in Altstetten und Albisrieden die günstigen Singleswohnungen zu haben. Der Monatslohn sollte dafür 5813 Franken betragen. Für Familienwohnungen benötigt man einen Monatslohn von 9884 Franken.

Zum Thema
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Wer in Zürich wohnen will, muss teilweise sehr viel verdienen. Zu diesem Schluss kommt eine Studie von Nestpick. Die Firma rechnete aus, wie viel Einkommen es mindestens braucht, um in den einzelnen Kreisen leben zu können – Genaueres erfahren Sie in der Bildstrecke.

Umfrage
Geben Sie viel Geld für Ihre Wohnung aus?

Im Kreis 8 benötigt ein Single 10'745 Franken pro Monat – die Studie geht also davon aus, dass der Medianpreis einer 50 Quadratmeter grossen Wohnung auf dem aktuellen Markt über 3200 Franken beträgt. Doch wie viel zahlen die Zürcher wirklich fürs Wohnen? Zwölf Stadtzürcher haben uns anonym Auskunft gegeben.

Kreis 1
Selbständigerwerbender (25)

Lebt seit rund einem Jahr in einer 5.5-Zimmer-Wohnung mit drei anderen Personen – für 5400 Franken pro Monat.
«Die Location im Herzen der Stadt ist natürlich grossartig. Zudem können wir auch mal laut sein, weil rundherum nur Büros sind. Natürlich ist die Miete sehr hoch, aber wir sind eine WG mit vier Personen – daher ist die einzelne Miete pro Kopf dann sehr human.»

Kreis 2
Banker (30)

Wohnt seit 2,5 Jahren allein in einer 2,5-Zimmer-Wohnung und zahlt 1725 Franken.
«Ich bin eigentlich zufrieden, zahle aber schon viel dafür, dass es nicht so zentral ist. Und nebenan wurde gerade eine riesige Genossenschaftssiedlung gebaut mit günstigeren Wohnungen – da kommt man sich schon etwas doof vor.»

Kreis 3
Financial-Managerin (30)

Wohnt mit einem Kollegen seit kurzem in einer 75 Quadratmeter grossen 3-Zimmer-Wohnung für 2400 Franken.
«Obwohl die Miete recht hoch ist, bin ich glücklich, dass wir die Wohnung gefunden haben. Es ist nicht einfach, etwas Bezahlbares an dieser Lage zu finden. Zudem wurde die Wohnung vor unserem Einzug komplett renoviert. Vom Bad bis zur Küche ist alles neu.»

Kreis 4
Journalist (51)

Wohnt seit einem Jahr mit Frau und Tochter in einer 80 Quadratmeter grossen 4-Zimmer-Wohnung für 2595 Franken.
«Der Preis ist für uns an der oberen Grenze, nur finden wir nichts Vergleichbares an dieser zentralen Lage. Zwar gibt es im Kreis 4 viele Genossenschaftswohnungen. Leider hat man dort kaum eine Chance, eine Wohnung zu ergattern.»

Kreis 5
Pflegefachfrau in Ausbildung (25)

Wohnt mit zwei weiteren Personen in einer 4-Zimmer-Wohnung seit knapp einem Jahr und zahlt 2065 Franken pro Monat.
«Wir haben zwei Balkone und eine Dachterrasse. Dafür ist das ein fairer Preis – auch für mein begrenztes Budget. Ich hatte Glück, denn an dieser Lage findet man kaum eine Wohnung, die so schön und auch günstig ist.»

Kreis 6
KV-Angestellte (30)

Wohnt allein in einer 3-Zimmer-Wohnung seit 4,5 Jahren und zahlt 1100 Franken pro Monat.
«Für diesen Preis bin ich glücklich mit meiner Wohnung – die Küche und das Bad sind sehr alt, aber man kann nicht alles haben. Ich muss jetzt aber bald ausziehen, da die Liegenschaft saniert wird.»

Kreis 7
Studentin (26)

Wohnt mit einem Kollegen seit rund vier Jahren in einer 75 Quadratmeter grossen 3,5-Zimmer-Wohnung für 1574 Franken.
«Das ist ein sehr guter Preis. Die Wohnung ist modern und hat einen schönen Sitzplatz. Mir gefällt auch, dass Witikon sehr grün ist. Ich habe zwei Katzen und muss nicht mitten in der Stadt wohnen.»

Kreis 8
Journalist (29)

Wohnt allein in einer 55 Quadratmeter grossen 2,5-Zimmer-Wohnung seit einem Jahr und zahlt 1990 Franken Monatsmiete.
«Ich bin megahappy – fürs Seefeld ist das eine topmoderne Perle zu einem vergleichsweise günstigen Preis.»

Kreis 9
Jurist (30)

Wohnt mit einer weiteren Person seit drei Jahren in einer 110 Quadratmeter grossen 3,5-Zimmer-Wohnung für 2700 Franken.
«Zuerst fand ich den Preis trotz der Nähe zum Bahnhof Altstetten und des modernen Ausbaustandards relativ hoch. Da wir zu zweit sind, können wir uns die Miete aber teilen. Allein könnte ich mir die Wohnung nicht leisten.»

Kreis 10
Verwaltungsassistentin (31)

Wohnt mit ihrem Freund seit drei Jahren in einer 113-Quadratmeter-Loftwohnung auf zwei Etagen für 3500 Franken.
«Ich bin sehr zufrieden. Die Wohnung ist superschön, modern und wir blicken auf die Limmat. Etwas Vergleichbares würde ich zu diesem Preis nicht finden.»

Kreis 11
Pilot (29)

Wohnt seit Juli 2016 mit drei anderen in einer 5,5-Zimmer-Wohnung mit 138 Quadratmetern für 3200 Franken.
«Die Lage zwischen Flughafen und Stadt ist für mich ein riesiger Vorteil. Dank der Raumaufteilung ist die Wohnung gut als WG nutzbar. Das kommt für uns vier Bewohner ziemlich günstig.»

Kreis 12
Werbetexter (31)

Wohnt mit seiner Kollegin seit zwei Jahren in einer rund 70 Quadratmeter grossen 3,5-Zimmer-Wohnung für knapp 1400 Franken.
«Für ein Zimmer in Seenähe habe ich vorher gleich viel bezahlt. Weil ich mehr Platz für den gleichen Preis wollte, bin ich in den Kreis 12 gezogen. Die Lage ist gar nicht so schlecht, und die Wohnung ist günstig.»

(som/tam/wed/mon)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Roberto Sibonetti am 30.01.2019 05:58 Report Diesen Beitrag melden

    Stadtmütter

    Herzlichen Dank an die SP-Stadtmütter. Schön, dass ich hier geboren wurde, leider nicht so gebildet bin und kein Spitzenverdiener bin. Dafür werde ich auch reichlich belohnt, mit Events die es hier nicht braucht und noch mehr toleranten Zuzüglern die noch mehr Lärm machen und besser verdienen. Meine Miete, mit drei Kinder, ist innerhalb von 12 Jahren in einer 3 Zimmerwohnung von 1'600 CHF auf 2'450 gestiegen ohne NK. Ach ich habe vergessen zu erwähnen, dass vor allem die PolitikerInnen die günstigen Wohnungen mit ihren Familien bewohnen. Gut gemacht! Ihr solltet euch in Grund und Boden schämen

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  • Bitte am 30.01.2019 06:12 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Zieht in die Städte

    Ich habe ein ganzes Haus mit Garten für 1500Fr zur Verfügung, sehr ruhig auf dem Land, sehe vlt 2 Autos pro Tag. Wohnen in der Stadt würde mich sehr unglücklich machen.

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  • Dumby am 30.01.2019 06:20 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Sinn des Lebens

    Der Sinn des Lebens: Arbeiten und teure Wohnungen zahlen und zu den Betuchteren gehören die sich das leisten können. Nur der Mensch definiert sich über andere. Er will etwas sein und andere beeindrucken. Man will als erfolgreich und speziell wahrgenommen werden. Na ja...

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Jb2 am 30.01.2019 10:55 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Krasse Preise

    Zum Glück wohn ich in der Stadt St. Gallen und nicht in Zürich. Hier sind die Wohnungen noch bezahlbar. Für unsere 5.5 Zimmer Wohnung (Ich, meine Frau und unsere 2 Kinder) bezahlen wir hier 2'100. Schön zentral und doch viel Grün und kein Lärm in einem Familienfreundlichen Quartier.

  • Chief Operating Officer bei Umbrella Cor am 30.01.2019 10:28 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Darum wohne ich auf dem Land

    5 1/2 zimmer Wohnung auf 2 stockwerke inkl. Nebenkosten für 1200.- , mit freier Sicht über das ganze Thal , 10 minuten bis langenthal, in 30 minuten auf der Autobahn...... :0)

  • Heinz Geissbühler am 30.01.2019 09:57 Report Diesen Beitrag melden

    Mieten sind in Zürich zu günstig

    Meiner Meinung nach sollte es in Zürich keine Wohnung unter 3000 Franken geben den Zürich ist das Zentrum der Schweiz! Wem es nicht passt oder weniger bezahlen will zieht halt aufs Land.

  • Kain am 30.01.2019 09:50 Report Diesen Beitrag melden

    Ungleichgewicht

    Die hohen Mieten zeigen nur dass mehr Leute in ZH wohnen wollen als es Wohnungen gibt. Billigere Wohnungen wird es nicht geben egal was die politik fabuliert. Die Landpreise und die ganzen Bauvorshcriften verhindern das

  • Pinseli am 30.01.2019 09:47 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Hans im Schneggeloch

    Jeder hat die Wahl. Aber der Mensch will immer das was er nicht hat. Seid glücklich denn auch aus Schicksalen kann man gutes sehen. Ich Glaube an euch.