Anflug Zürich

10. September 2019 11:34; Akt: 10.09.2019 11:39 Print

Darum startet dieser A320 derzeit ständig durch

Seit Montag wird am Flughafen Zürich ein neuer Anflug erprobt. Das Ziel: weniger Lärm und weniger Treibstoffverbrauch.

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«Gefühlt jeder zweite Flieger, der von Norden her kommt, startet derzeit durch», so ein Leser-Reporter, dem das Szenario während des Spaziergangs mit seinem Hund aufgefallen ist.

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Tatsächlich handelt es sich dabei aber nicht um mehrere Flugzeuge, sondern um einen Airbus A320, mit dem zu Forschungszwecken diese Woche neue Sinkflüge getestet werden, wie Flughafensprecher Philipp Bircher auf Anfrage von 20 Minuten sagt.

Optimierung Lärm und Treibstoff

Die Maschine startet jeweils in Dübendorf, macht einen Anflug auf die Piste 14 in Kloten, startet dann in einer Höhe von 300 Metern durch und fliegt zurück nach Dübendorf. Dabei werden verschiedenste Daten erhoben. Im Fokus der Testflüge stehen die Optimierung der Lärmregulierung und die Senkung des Treibstoffverbrauchs. Die Maschine gehört dem Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR).

Die Flüge sind Teil eines dreijährigen Projekts, das die Swiss SkyLabs Foundation zusammen mit der Empa, dem DLR, der Skyguide und mit Piloten von Lufthansa, Swiss und Edelweiss realisiert. Die Testflüge finden vom 9. bis 13. September statt.

Störende «Ausreisser»

Eine Evaluation von 12'794 Anflügen auf den Flughafen Zürich zeigte, dass die Anflüge sehr unterschiedlich sind. Als störend werden vor allem die «Ausreisser» empfunden, also jene Anflüge, bei denen die Fahrwerke zu früh ausgefahren werden oder die stark bremsen müssen.

Um diese «Ausreisser» zu vermeiden und die Anflüge generell zu verbessern, ist in der Testmaschine das Assistenzsystem LNAS installiert, was Low Noise Augmentation System bedeutet.

Diese Software soll den Piloten sagen, zu welchem Zeitpunkt sie welchen Schritt ausführen sollen, also wann sie sinken und wann sie das Fahrwerk ausfahren sollen. Bei einem «akustisch optimalen» Anflug nähert sich das Flugzeug wie auf einer Rutschbahn.

Ein Viertel des Lärms vermeiden

Die Forscher rechnen damit, dass sie den Lärm dank optimierten Anflügen um 4 Dezibel reduzieren könnten, das entspricht etwa einem Viertel des Lärms. Diese Lärmreduktion gilt jedoch nur für Anwohner, die in einem Umkreis von bis zu sechs Kilometern leben – dort, wo die Maschine noch auf der Höhe von 300 Metern über Boden ist. Gemeinden, die näher als sechs Kilometer beim Flughafen liegen, werden von daher den optimierten Anflügen kaum profitieren.

Bis Ende dieser Woche sind insgesamt 70 Anflüge auf den Flughafen Zürich geplant. Drei Viertel der Anflüge finden mit dem neuen Assistenzsystem statt, ein Viertel ohne, um die Resultate vergleichen zu können. Der Lärm wird an zwei Stationen in Deutschland und an fünf Stationen in der Schweiz gemessen.

(kat/sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • heinrich am 10.09.2019 11:47 Report Diesen Beitrag melden

    jeder selber schuld

    der wo in der nähe vom fluhafen wohnt ist selbst schuld, den flughafen gabs vor deiner miet oder kaufentscheidung. fliegen wollt ihr ja auch!

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  • Tito am 10.09.2019 12:21 Report Diesen Beitrag melden

    Nervt

    Neiiiin. Sagt auch. In der Nähe des Flughafens, der seit bald 100 Jahren da steht, fliegen Flugzeuge und es gibt ein wenig Lärm? Na um Himmels Willen, das hätte nun wahrlich keiner erwartet. Wenns euch Anwohner so stört dann zieht halt nach Scuol, da hört ihr nur Kuhglocken. Wobei das wahrscheinlich ja dann auch wieder nicht passend ist

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  • Le Ktor am 10.09.2019 11:53 Report Diesen Beitrag melden

    Probiert es nochmals

    Versucht doch den Satz mit den 6 Kilometern nochmals zu schreiben, so, dass man ihn auch verstehen kann.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Ebi am 11.09.2019 20:46 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Alles an sich reissen, nichts in Kauf nehmen

    WILL HAVE! Flughafen in der Nähe, wohnen in, um Zürich, Arbeitsplatz wo es rentiert, Zürich, Hippe Szene, möglichst viel von allem, aber ja nichts dafür in Kauf nehmen.

  • S.Box am 11.09.2019 19:55 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Alles halb so schlimm

    Ich bin meinem Partner zuliebe nach Bülach gezogen, weil die Firma in Opfikon ist! Zu meiner Überraschung hören wir kaum Flugzeuge, aber ich sehe in der Ferne die Landungen! Ab und an mal am Abend oder Sonntag morgen! Aber sonst wirklich kein Lärm! Und das bei 6km Flughafen Entfernung, was ich natürlich schätze! Also Auto Lärm ist wirklich viel Schlimmer!

  • Joe Blow am 11.09.2019 16:57 Report Diesen Beitrag melden

    sechs Kilometer

    "Lärmreduktion gilt jedoch nur für Anwohner, die in einem Umkreis von bis zu sechs Kilometern leben" ... "näher als sechs Kilometer beim Flughafen" ..."werden von daher den optimierten Anflügen kaum profitieren." ??? Häh ???

  • LM AA am 10.09.2019 20:14 Report Diesen Beitrag melden

    Das habe ich auch getan

    Ich bin heute den ganzen Tag mit meiner alten Corvette Stingray um die Ecken unseres Wohnquartiers gefahren und habe dabei versucht den Lärm zu drosseln und Sprit zu sparen.

  • Piet am 10.09.2019 17:02 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Theater Fluglärm

    Macht doch nicht so ein Theater wegen des Flüglärms! Es sollte jedem klar sein der in die Nähe des Flughafens zieht das es dort etwas lauter ist. Und wenn man die Triebwerke von heute mit denen von früher vergleicht, dann ist das ein Riesen grosser Unterschied was Lärm angeht. Ich selbst wohne in der nähe des Flughafens, und ich muss sagen mittlerweile hat man sich so dran gewöhnt das man es fast nicht mehr wahr nimmt. Zum Schluss möchte ich sagen das die Politik endlich mal mit Süd Deutschland neu verhandeln sollte den die Anflüge auf Piste 14 sollten bis Tagesende erfolgen.