«Ein Stück Tradition geht verloren»

06. November 2019 10:42; Akt: 06.11.2019 10:42 Print

Das sagen Leute in Kloten zum Kreisel-Streit

Ein Eishockey-Puck sorgt in Kloten für Ärger. 20 Minuten hat Personen in Kloten gefragt, was sie von dem Kreisel-Streit halten.

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Der Kanton will, dass der Puck, der 2014 zum 80-Jahr-Jubiläum des EHC Kloten auf einem Kreisel in Kloten installiert und von Hunderten Fans bezahlt wurde, verschwindet. Die Heckflosse eines Swiss-Flugzeugs auf einem Kreisel in Kloten darf im Gegensatz dem Eishockey-Puck bleiben. Seit Wochen ist der Puck nun Hauptthema in Kloten. Die Baudirektion des Kantons Zürich von Martin Neukom (Grüne) hält den Puck für kommerzielle Werbung. Aus Angst, dass der Regierungsrat und seine Baudirektion das Kunstwerk zwangsweise entfernen könnten, hat Kloten den Puck am Freitag in Plastik gehüllt – das aber nicht mal während 48 Stunden. Was die Geschichte noch viel bizarrer macht: Auf einem weiteren Kreisel in Kloten ist die Heckflosse eines Swiss-Flugzeugs installiert. Dies ist jedoch kein Problem und stellt für die Baudirektion keinen Widerspruch dar: «Im Kreisel mit der Flugzeugheckflosse gibt es keine Logos der Swiss», so Thomas Maag, Sprecher der kantonalen Baudirektion. Für Mark Wisskirchen, EVP-Stadtrat von Kloten, stellt die Heckflosse eines Swiss-Flugzeuges keinen Unterschied zum Eishockey-Puck dar: «Dass der Puck wegmuss und die Flosse bleiben darf, finde ich einfach nur ungerecht.» Für Wisskirchen geht die Kreisel- Debatte sowieso zu weit: «Ich als Stadt- und Kantonsrat sowie Einwohner von Kloten und Fan vom EHC Kloten bin der Meinung, dass die Baudirektion über ihre Bücher gehen sollte. Sie würde damit allen einen grossen Gefallen tun.» Wisskirchen gibt dem Regierungsrat Martin Neukom keine Schuld an der jetzigen Situation: «Das ist weder sein Verdienst noch das der Stadt Kloten.» Für Wisskirchen ist der Fall klar: «Seine zuständigen Mitarbeitenden in der kantonalen Verwaltung könnten ihm da rasch aus der Bredouille helfen. Sie müssten sich nur weniger stur und bürokratisch und dafür mehr sachpolitisch verhalten.»

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Seit Wochen ist der Eishockey-Puck auf einem Kreisel in Kloten das Hauptthema. Der Grund: Der Kanton will, dass der Puck, der 2014 zum 80-Jahr-Jubiläum des EHC Kloten auf einem Kreisel in Kloten installiert und von Hunderten Fans bezahlt wurde, verschwindet. Die Baudirektion des Kantons Zürich von Martin Neukom (Grüne) hält den Puck für kommerzielle Werbung.

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Aus Angst, dass der Regierungsrat der Grünen und seine Baudirektion das Kunstwerk zwangsweise entfernen und den Aufwand der Stadt in Rechnung stellen könnten, hat die Stadt Kloten den Puck am Freitag in Plastik gehüllt. In der Nacht auf Sonntag entfernten Unbekannte die Blache.

Wie es nun weitergeht, ist unklar. Wie es bei der Baudirektion Kanton Zürich auf Anfrage heisst, werden noch Gespräche mit der Stadt Kloten stattfinden müssen: «Wir wollen eine Lösung finden, mit der beide Seiten leben können.» 20 Minuten hat Leute in Kloten gefragt, was sie von dem Zwist zwischen dem Kanton Zürich und der Stadt Kloten halten.

Serena Rosati (31), Winterthur: «Es geht ein Stück Tradition verloren»

«Ich arbeite als Sozialpädagogin, und immer wenn ich mit den Leuten mit dem Auto unterwegs bin und wir beim Kreisel mit dem Puck vorbeifahren, ist er für sie ein Highlight. Es geht auch ein Stück Tradition verloren. Das Logo ist für die Mannschaft, es wäre nicht dasselbe, wenn ein Eishockeyspieler abgebildet wäre.»

Markus Brunner (53), Kloten: «Das ist doch keine Werbung»

«Mir fehlen die treffenden Argumente. Das Logo ist doch keine Werbung. Es wäre echt schade, wenn der Puck mit dem Logo nicht mehr da wäre. Es ergibt für mich keinen Sinn. Es gehört zu uns.»

Monika Barlocci (53), Kloten: «Man sollte es einfach so lassen»

«Meiner Meinung nach ist das nicht fair. Man hat sich mit dem Wahrzeichen identifiziert. Man sollte es mit mehr Herz behandeln. Es kommt nicht darauf an, ob ein Eishockeyspieler oder das Logo darauf zu sehen ist. Man sollte es einfach so lassen, wie es ist.»

Achraf C. (28), Kloten: «Der Club ist unser Stolz»

«Ich wohne gleich um die Ecke, und es ist wirklich sinnlos, dass man überhaupt über so etwas redet. Der Club gehört zu Kloten, also ist es ja keine Werbung. Er ist unser Stolz. Eher soll der Swiss-Flügel weg. Das hat ja nichts mit Kloten zu tun.»

Larissa Trachsel (27), Effretikon: «Kloten ist mit der Mannschaft verbunden»

«Es ist für mich nicht nachvollziehbar. Kloten ist mit der Mannschaft verbunden. Für mich ist die ganze Sache übertrieben. Ich wohne zwar nicht in Kloten, jedoch fahre ich hier oft vorbei, da ich meinen Arbeitsplatz in der Nähe habe. Man soll den Puck doch lassen, wie er ist. Es wäre nur unnötiges Geld aus dem Fenster geworfen. Es kommt doch nicht darauf an, ob der Puck mit dem Logo darauf ist oder ein Blumenstrauss. Er hat eine Verbindung zur Stadt.»

Markus Oetliker (65), Kloten: «Eine Kuh ohne Glocke ist auch keine Kuh»

«Ich kann es nicht verstehen, dass man etwas dagegen hat. Kloten ist eine Eishockey-Stadt. Der Puck gehört dazu und es macht mir Freude, ihn anzuschauen. Das ist Kloten. Eine Kuh ohne Glocke ist auch keine Kuh. Eishockey gehört zur Klotener Kultur. Als ich gesehen habe, dass da für eine Zeit lang ein Tuch darüber war, nervte mich dastotal. Hat man nichts Wichtigeres zu tun, als sich mit so etwas auseinanderzusetzen?»

Caroline S. (45), Kloten: «Das Logo auf dem Puck hat nichts mit Werbung zu tun»

«Die Gemeinde selbst sollte darüber entscheiden, warum das Wahrzeichen von Kloten wegmuss. Es wäre wirklich schade, wenn der Puck nicht mehr da wäre. Ohne das Logo wäre es nicht mehr dasselbe. Die Stadt ist mit dem Club verbunden. Überall ist Werbung, jedoch hat das Logo auf dem Puck nichts mit Werbung zu tun.»

(lar)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • And1 am 06.11.2019 10:52 Report Diesen Beitrag melden

    Ganz einfach

    Abwählen den Typ so schnell wie möglich, findet Probleme wo keine sind. Bin kein Kloten Fan, aber warum soll dieser Puck in Kloten nicht stehen bleiben dürfen? Wir in Zug haben auch unsere Stiere auf dem Kreisel, so what?

  • Rafaela am 06.11.2019 10:52 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    SCB BAHN

    Ein SCB Zug welcher sogar nach Fribourg und Biel fährt wurde bewilligt, aber das nicht. Sehr traurig!!!

    einklappen einklappen
  • Grossmutter am 06.11.2019 11:08 Report Diesen Beitrag melden

    Wichtigeres zu tun

    Hat die Politik nichts wichtigeres zu tun ?

Die neusten Leser-Kommentare

  • Tell's Lady am 06.11.2019 18:54 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Geisel

    Lieber ein Puck im Kreisel als eine Beamten Geisel.

  • HCFG am 06.11.2019 18:25 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Nur dumm

    Ich bin zwar absolut kein Kloten Fan, aber was da abgeht ist ja wohl etwas von dümmsten dass ich je gelesen habe. Ich denke Hr. Maag ist ist ZSC Fan und ist deshalb dagegen. Entweder der Swiss-Flügel verschwindet auch oder beide bleiben.

  • Tunu am 06.11.2019 15:38 Report Diesen Beitrag melden

    Ach wie schön

    Ein Entscheid aus dem Schildbürger-Club in den Kantonalen Ämterstuben. Eine wahrhaft tolle Leistung zu Lasten uns Steuerzahlern. Schade. Hier hätte, wenn überhaupt vorhanden der gesunde Menschenverstand siegen können. Hätte...

  • Benny M. am 06.11.2019 15:09 Report Diesen Beitrag melden

    Herr Neukom

    Ich hoffe und wünsche dass Sie sobald möglichst von Ihrem Posten entlassen werden. Genau solche Leute wie sie brauchen wir nicht beim Staat. Es ist mir sowiso ein Rätsel wie jemand wie Sie Baudirektor werden kann... Wenn dann sollte auch der Swissair Flügel entfernt werden, und was ist mit all den Werbungsplakaten am Strassenrand? Ich nominiere Sie für den Preis der Steuergeld Verschwendung!

  • fred@züri am 06.11.2019 14:33 Report Diesen Beitrag melden

    Den Puck Entfernen!

    Den Puck Entfernen! Den Puck Vom EHC - Kloten entfernen! Nicht den Puck sollte man entfernen, sonder den grünen Martin Neukom. Schickt ihn in den grünen Wald, da wo alles grün um ihn herum ist. Und soll er doch noch einige Freunde der grünen Partei mitnehmen. Im grünen Wald können sie nicht viel "Schaden" anrichten.