Gaht’s-no!-Priis

27. September 2019 18:15; Akt: 27.09.2019 18:22 Print

Das ist der absurdeste Bürokratie-Fall

Die Zürcher FDP verlieh am Freitag den Preis für die absurdeste Bürokratiegeschichte. Und der «Gahts-no!-Priis» geht an ….

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Unnötiger Papierkram, zeitaufwendige Verfahren und vermeidbarer Stress: Die FDP kämpft seit Jahren gegen schlimme Bürokratie-Erlebnisse. Am Freitag hat die Partei deshalb auch dieses Jahr den absurdesten Vorfall ausgezeichnet. Und der Gewinner ist … der Besitzer des Uhrengeschäfts Antique Watch in Zürich, der nach 30 Jahren plötzlich bei allen seinen Produkten die Preise anschreiben muss.

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Fehlende Preisangaben bei Uhren

Im kleinen Uhrengeschäft Antique Watch auf der Gemüsebrücke in Zürich waren die Preise 29 Jahre lang nicht angeschrieben – bis eine Beamtin der Wirtschaftspolizei vorbeikam. Sie teilte laut der «Neuen Zürcher Zeitung» dem Inhaber Beat Baumgartner mit, dass er die Preise seiner Uhren im Schaufenster anbringen müsse. Ihm drohte auch eine Busse, wenn er es nicht macht. Anschreiben wollte Baumgartner die Uhren auf keinen Fall, unter anderem um Gelegenheitsdiebe nicht auf dumme Gedanken zu bringen.

Eine vierköpfige Jury der Partei hat aus insgesamt fünf Geschichten, die von Betroffenen aus der Bevölkerung eingereicht wurden, den Sieger gekürt. Das waren die anderen vier Nominierten:

Busse wegen zu kleiner Parkscheibe

Auch wenn die Parkscheibe richtig eingestellt ist und man rechtzeitig wieder wegfährt, kann es eine Busse geben. So ging es einem Autofahrer in Zürich. Er benutzte eine Parkscheibe, die nicht den Vorschriften entsprach und erhielt deshalb eine Busse von 40 Franken. Seine Parkscheibe war 10 Zentimeter breit und 12 Zentimeter hoch – statt 11 Zentimeter und 15 Zentimeter. Mit der Busse klemmte aber auch gleich eine neue Parkscheibe unter dem Scheibenwischer.

Viel Gebühren für Bremshebel

Ein Bremshebel für ein Motorrad kostet im Geschäft Michel Zweiräder in Wabern bei Bern 60 Franken, die Montage 35 Franken. Doch seinen Kunden muss der Geschäftsführer Adrian Michel 290 Franken in Rechnung stellen für die Aufwände im Strassenverkehrsamt, wie der Schweizerische Gewerbeverband in einem Video berichtet. Zu den 95 Franken kommen 60 Franken für die Prüfung, 35 Franken für den Eintrag im Ausweis und 100 Franken für den Aufwand des Garagisten hinzu.

Ladung nicht gesichert

Ein Landwirt musste seinen Pferdeanhänger bei der Motorfahrzeugkontrolle in Hinwil vorführen. Dazu belud er den Anhänger mit einem Siloballen. Die Prüfung und auch der Bremsstopp verliefen einwandfrei, doch der Experte wollte am Schluss noch einen Blick ins Innere des Anhängers werfen. Dabei bemerkte er, dass der Siloballen nicht mit einer Gurte gesichert war. Wegen dieser Verletzung der Vorschriften wurde die Abnahme des Anhängers verweigert. Zwei Tage später nahm ein anderer Experte den Anhänger ab. Er inspizierte die Beladung nicht.

Keine Tische draussen

Wirt Matteo Trivisano wollte im Sommerhalbjahr zusätzliche Bistrotische vor seiner Lachsbar Frisk Fisk in Winterthur aufstellen. Die Stadt lehnte laut dem «Landboten» das Gesuch mit Verweis auf die Altstadtrichtlinien ab – trotz Einverständnis der Nachbarn vom Copy-Print-Laden. Trivisano hat deshalb erneut ein Gesuch eingereicht, das er um eine Petition mit 60 Unterschriften ergänzt hatte. Unterstützung erhielt er von umliegenden Geschäften und auch von Konkurrenten.

Bei der Preisverleihung am Freitag gibt es eine Auszeichnung sowie eine Plexiglas-Statue zu gewinnen.

(tam)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Didierd am 25.09.2019 05:04 Report Diesen Beitrag melden

    Schafe erwünscht

    Wer kennt das nicht?In gewissen Berufen ist ein vernünftiges Denken einfach unerwünscht!

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  • Stefan am 25.09.2019 05:14 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Beamtenwillkür

    Unser Bürokratiestaat treibt es wieder an die Spitze! Wegen solche Bagatelle aus dem Alltag.

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  • Blödian am 25.09.2019 05:45 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Gaht's Priis geht an die FDP

    Was genau soll nun absurd sein, wenn man eine Siloballe sichern soll? Das nennt sich übrigens Landungssicherung! Fahren Sie doch mal durch eine Polizeikontrolle damit und fragen den Polizisten, was er dazu meint. Oder machen Sie eine Vollbremsung. Wer so an eine Fahrzeugprüfung geht, hat einfach nichts anderes verdient.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Stefan S am 26.09.2019 22:57 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Regeln regeln unser Zusammenleben

    Gesetze, Regeln und Vorschriften sind dazu da, damit keiner bevorzugt oder benachteiligt wird. Es soll für jeden feststellbar oder nachzufragen sein was zu beachten ist, wie er sich verhalten soll und auf was er sich im täglichen Leben bei anderen verlassen kann, privat und geschäftlich. Von denjenigen, die sich nicht an Gesetze und Regeln halten möchten, werden diese wohl immer als absurd, blödsinnig, überholt, gängelnd etc. empfunden. Jammern Sie nicht halten Sie sich daran!!!!

  • Alex Grosert am 26.09.2019 11:12 Report Diesen Beitrag melden

    Zürich ??

    Es ist ja unglaublich. 4 dieser 5 Fälle kommen vom Kanton Zürich. Was läuft da falsch?

  • Berner Bär am 26.09.2019 08:29 Report Diesen Beitrag melden

    Ach die FDP ...

    Die FDP profiliert sich als "Bürokratie-Jägerin" - Nett! Also genau dieselbe Partei, die uns an den Bürokratiemoloch EU verraten will ... Ziemlich schizophren!

  • Thomas am 26.09.2019 06:52 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Gebühren

    Genau, die Gebühren des StVA .... dass über die HÄLFTE des Mehraufwandes allerdings beim Garagisten anfällt, ist ihnen nicht aufgefallen. Und der Prüfer auf dem StVA arbeitet gratis

  • Bettina am 25.09.2019 18:03 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Also wenn die

    FDP so politisiert wie sie diese Aktion macht dann Guet Nacht am Säxi. Die haben ja null Ahnung. Hat man schon beim Swissair-Grounding gemerkt. Vreny Spörry und so. Für mich unwählbar.