17 Minuten 44 Sekunden

08. April 2019 17:51; Akt: 08.04.2019 20:00 Print

Böögg sagt keinen guten Sommer voraus

Zünfter und Zuschauer versammelten sich auf dem Zürcher Sechseläutenplatz für die Böögg-Verbrennung. Nach 17 Minuten und 44 Sekunden explodierte der Schneemann.

So lief die Böögg-Verbrennung 2019.
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Der Zürcher Böögg hat den Winter verabschiedet und sagt einen mittelmässigen Sommer voraus. Sein Kopf explodierte am Montagabend am Sechseläuten, dem Stadtzürcher Frühlingsfest, nach 17 Minuten und 44 Sekunden. Aber es gibt trotzdem Hoffnung auf schönes Wetter in diesem Sommer. 2018 explodierte der Böögg nach 20 Minuten und 31 Sekunden – und der letzte Sommer war trotzdem sehr schön und heiss. Aber auch sehr trocken.

Die Bezeichnung «Böögg» bedeutet in Zürich «verkleidete, vermummte Gestalt». Für einmal trug der Böögg über seinem Waschkorb-Hut noch einen Zwingli-Hut und erinnerte damit an das 500-Jahr-Jubiläum der Reformation. Den Zwingli-Hut lupfte es nach rund fünf Minuten, und dann kam die gewohnte Kopfbedeckung des Schneemanns zum Vorschein. Diese «vertätschte» es dann gut zwölf Minuten später.

Unter bewölktem Himmel säumten tausende Schaulustige die Strassen und schauten zu, wie rund 3500 Zürcher Zünfter in historischen Kostümen durch die Stadt Richtung Sechseläutenplatz zur Böögg-Verbrennung zogen.

Erste nicht-schweizerische Gast

Angezündet wurde der Scheiterhaufen dieses Jahr von Strassburgs Oberbürgermeister Roland Ries. Strassburg war der erste nicht-schweizerische Gast beim Zürcher Sechseläuten. Neben Gastkantonen nehmen in unregelmässigen Abständen auch historische Bündnisstädte aus vornapoleonischer Zeit am Stadtzürcher Frühlingsfest teil.

Erinnert wird mit den Strassburger Gästen an die Geschichte der Freundschaft entlang des Wasserwegs und der historischen Bünde. Dies freute insbesondere Ehrengast und Fussball-Experte Gilbert Gress, der aus Strassburg stammt.

Als weitere Ehrengäste eingeladen waren unter anderem Bundesrätin Karin Keller-Sutter, die Bundesräte Guy Parmelin und Ignazio Cassis sowie alt Bundesrat Johann Schneider-Ammann und alt Bundesrätin Ruth Metzler.

Blumen für Bartoli und «Zwingli»-Darsteller

Von der Zürcher Politprominenz waren unter anderen Finanzdirektor Ernst Stocker und Bildungsdirektorin Silvia Steiner geladen. Auch der höchste Stadtzürcher, Gemeinderatspräsident Martin Bürki, und Stadtpräsidentin Corine Mauch, fehlten nicht.

Blumen aus dem Publikum schenken liessen sich auch Opernsängerin Cecilia Bartoli, «Zwingli»-Darsteller Max Simonischeck und «Zwingli»-Regisseur Stefan Haupt.

Der Volksmund sagt: «Je schneller der Böögg verbrennt, desto schöner und länger dauert der Sommer». Dieses Versprechen konnte der Schneemann in den letzten Jahren jedoch häufig nicht einlösen. 2015 etwa kündigte er mit rund 20 Minuten einen eher miesen Sommer an - dieser ging dann aber als einer der wärmsten in die Geschichte ein.

Zünfter in der Zunft, Volk am Sechseläutenplatz

Nach dem Böögg-Verbrennen ging es für die Zünfter weiter: Sie zogen sich zum Essen in ihre Zunftstuben zurück und besuchten anschliessend die anderen Zünfte. Die Zürcherinnen und Zürcher trafen sich derweil zum beliebten «Volkswurstbraten», bei dem auf den Überresten des Böögg-Feuers grilliert wird.

Das Sechseläuten geht zurück auf einen jahrhundertealten Brauch: Wenn im alten Zürich die Abende wieder heller wurden und die Kirchenglocken erstmals wieder um 18 Uhr statt schon um 17 Uhr zum Feierabend läuteten, trafen sich die jungen Leute auf den Plätzen und zündeten Scheiterhaufen mit Strohmännern an.

(sda/wed)

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Landwirt am 08.04.2019 18:47 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Trocken

    Was heisst den "kein guter Sommer"? Dass für einmal nicht die totale Dürre herrscht und alles auf den Feldern vetrocknet? Regen schadet auch im Sommer nicht!

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  • Adi am 08.04.2019 18:51 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    mehr schlechtwetter?

    wenn kein guter Sommer etwas mehr Regen als letztes Jahr beinhaltet umso besser.

  • WaleLi am 08.04.2019 18:46 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Herzlich willkommen

    Wie der Sommer auch wird, ich freue mich auf ihn :-)

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Edmo am 09.04.2019 14:25 Report Diesen Beitrag melden

    Wer hat's erfunden?

    Der Böögg sagt gar nichts voraus. Die Vorhersagen werden von Menschen mit Bezugnahme auf Fakten gemacht, die in keinem Zusammenhang mit dem kommenden Sommer stehen. Fast könnte man glauben, die Klimawissenschaft habe ihren Ursprung in Zürich.

  • Henoch am 09.04.2019 09:37 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    nun ist's amtlich....

    auch der Böög hat sich bei den Klima-Leugnern eingereiht. Anders kann man sich nicht erklären, dsss er keine rekordheissen Sommer voraussagt.... ;)

  • Zürcher am 09.04.2019 07:48 Report Diesen Beitrag melden

    Zürich Wappen?

    Soviel ich weiss ist bei der Zürcher Fahne der blaue Spitz oben am Fahnenmast. Auf der Fliege vom Böög war das nicht so sonder Spitze oben links, weiss am Mast...

  • Leser am 09.04.2019 06:58 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Witz

    Ich ging letzte Woche nach Zürich da ist mir in der Bahnhofstrasse ein Mann entgegen gekommen der hat in der Nase gebohrt und da habe ich gedacht der will sicher den Böög verbrennen

  • Rettung am 09.04.2019 06:54 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Klima

    Der Klimawandel hilft sicher dabei, das ist ein warmer Sommer wird. Juhuu