Sechseläuten

11. April 2011 16:47; Akt: 11.04.2011 19:26 Print

Der Böögg verspricht einen guten Sommer

Der Böögg in Zürich explodierte nach 10 Minuten und 56 Sekunden. Das verspricht einen guten Sommer. Allerdings ohne Gewähr.

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Bei strahlendem Sonnenschein und warmen Temperaturen feierten Zünfte und Ehrengäste am traditionellen Zürcher Sechseläuten unter dem Motto des Gastkantons Basellland «Salve Züri – s’Baselbiet isch Füür und Flamme». Zum ersten Mal in diesem Jahr durfte auch die Frauenzunft «Gesellschaft zu Fraumünster» mitmarschieren.

Der Böögg, der dieses Jahr extra mit einem Baselländer Kienbesen geschmückt war, erlitt den erhofften schnellen Tod. Er explodierte nach 10 Minuten und 58 Sekunden.

Das hatte der abgewählte Zürcher Regierungsrat Hans Hollenstein auf «Tele Züri» mit seinen elf Minuten recht präzis vorausgesagt. Die Meterologen des Schweizer Fernsehens hatten gar mit einem Rekordböögg gerechnet. Grund dafür, so ihre Prognose: Das 1. Quartal dieses Jahres sei sehr trocken gewesen. Dies hat Einfluss auf das Holz, und der Scheiterhaufen wurde nicht verregnet. Allerdings ist beim Tempo auch mitentscheidend, wie viel Brandbeschleuniger auf den Scheiterhaufen gekippt wurde.

Prognose ohne Gewähr

Die Qualität der Sommer-Prognose des Böögg sind ohnehin umstritten. Im vergangenen Jahr flog er nach 12 Minuten und 54 Sekunden in die Luft. Richtig heiss war es allerdings 2010 nur während drei bis vier Wochen. Der Rest des Sommers war «bestenfalls biederer Durchschnitt». Und übers ganze Jahr gesehen resultierte an vielen Orten das sonnenärmste Jahr seit 11 Jahren.

Einen Sommer voller Regen und Kälte prognostizierte der Böögg dagegen im Jahr zuvor, als er ganze 26 Minuten den Flammen trotzte. Tatsächlich war der Sommerbeginn launisch und gewitterhaft. Der August wurde dann aber der drittwärmste seit Messbeginn. Bis in den Oktober hinein fiel zudem kaum Regen. Auch in den Jahren davor tippte das Wintersymbol mehrheitlich daneben.

Immerhin, auch bei der Wetterprgonose des Böögg stirbt die Hoffnung erst zuletzt. Einen Volltreffer landete der Böögg nämlich: Das war im Jahr 2003, als der künstliche Schneemann in rekordverdächtig kurzen 5 Minuten und 42 Sekunden explodierte. Der Sommer 2003 schlug viele Rekorde und gilt bis heute als «Jahrhundertsommer».

(meg/uwb/sda)