Peter Arbenz

16. April 2011 10:52; Akt: 16.04.2011 14:55 Print

Der Vermittler im Bussenstreik

Der «Runde Tisch» zum Konflikt der Zürcher Polizisten mit der Stadt wird vom Winterthurer Peter Arbenz geleitet werden. Er hat die schwierige Aufgabe, die verhärteten Fronten aufzuweichen.

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Der Vorschlag, den 73-jährigen Strategieberater Peter Arbenz für diese Aufgabe beizuziehen, kam von Seiten der Stadt Zürich, wie ein Polizeisprecher auf Anfrage sagte. Damit habe man eine hochkarätige Lösung gefunden.

Arbenz ist mit der Zürcher Verwaltung bereits bestens vertraut. Seit 2008 ist er Verwaltungsratspräsident der Asyl-Organisation Zürich (AOZ). Die übernimmt für die Stadt alle Aufgaben im Asylbereich, zu denen sie als Gemeinde verpflichtet ist, so etwa das Bereitstellen von Unterkünften.

Flüchtlingsdelegierter des Bundes

National bekannt wurde der ehemalige Winterthurer Stadtrat, als er 1986 zum ersten Flüchtlingsdelegierten des Bundes ernannt wurde. Seine Aufgabe bestand darin, eine Strategie für die Flüchtlings- und Asylpolitik zu entwickeln. Die Flüchtlingswelle aus dem ehemaligen Jugoslawien wurde zu seinem grossen Prüfstein.

1990 entstand aus dieser Funktion das Bundesamt für Flüchtlinge, Arbenz wurde dessen erster Direktor. Nach drei Jahren verliess er den Bund. Er arbeitet seither als selbständiger Berater für Unternehmen und Institutionen.

Preis für Einfühlungsvermögen

Dazu gehörte beispielsweise ein Engagement für die UNO, für die Arbenz die Blauhelme im ehemaligen Jugoslawien inspizierte. Zudem organisierte er 1996 die Wahlen für rund 500 000 Bosnierinnen und Bosnier, die ausserhalb ihrer Heimat lebten. Heute arbeitet Arbenz unter anderem als Präsident der Entwicklungsorganisation Helvetas.

1997 zeichnete ihn die «Stiftung gegen Rassismus und Antisemitismus» mit dem «Preis für Menschlichkeit» aus. Dies, weil er «sehr schwierige Aufgaben human und mit menschlichem Einfühlungsvermögen erfülle», so die Preisbegründung.

(sda)