Nach Narkose

02. Dezember 2019 09:38; Akt: 02.12.2019 12:50 Print

Der Elektro-Fisch im Zoo Zürich ist gestorben

Im Aquarium des Zürcher Zoos fehlt der Zitteraal. Der Fisch ist nach einer medizinischen Untersuchung nicht mehr aus der Narkose erwacht.

Der Zitteraal im Zoo Zürich ist gestorben.
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Der 1,7 Meter lange und 17 Kilogramm schwere Zitteraal des Zoos Zürich ist vergangene Woche in der Nacht auf Donnerstag verstorben. Das teilte der Zoo Zürich am Montagmorgen mit. Das genaue Alter des Tiers ist unbekannt, liegt aber schätzungsweise zwischen 15 und 20 Jahren. Es war im Juni 2010 als erwachsenes Tier in den Zoo Zürich gekommen.

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Der grösste Fisch im Aquarium stand bereits seit längerer Zeit unter verstärkter medizinischer Beobachtung. Im Juni 2018 hatten die Tierpfleger eine Schwellung am Bauch bemerkt. Da der Zitteraal eher etwas übergewichtig war, wurde zunächst die Futtermenge reduziert. Der Zustand des Tiers verbesserte sich etwas.

Fremdkörper im Magen gefunden

Im September 2019 stellten die Tierpfleger dann aber fest, dass sich der Bauch des Tiers asymmetrisch verformt hatte. Es folgten zwei Untersuchungen, bei denen der Tierarzt unter anderem einen metallischen Fremdkörper im Magen des Fischs feststellte.

Am vergangenen Mittwoch wurde der Zitteraal deshalb narkotisiert, um das Objekt endoskopisch zu entfernen. Der Fremdkörper wurde bei diesem Untersuch nicht mehr gefunden, dafür wurde ein ungefähr kokosnussgrosses Geschwür entdeckt, von dem eine Probe genommen wurde. Leider gelang es dann nicht, den Zitteraal wieder aus der Narkose aufzuwecken.

«Grosser und trauriger Verlust»

Der Tod des Zitteraals ist ein trauriger und grosser Verlust, wie Zoodirektor Alex Rübel sagt: «Der Zitteraal ist ein sehr spannendes Tier und war eine grosse Attraktion für die Besucher.» Auch die beim Aquarium installierte Stromschlaganzeige habe für faszinierte Blicke gesorgt.

Wie der Fremdkörper in den Magen des Aals gekommen ist, weiss Rübel nicht: «Das wird nun untersucht.» Man sei sich aber bewusst gewesen, dass ein medizinischer Eingriff ein grosses Risiko darstellt, da man noch nicht über grosse Erfahrungen verfüge. «Eine solche Untersuchung mit Narkose wäre vor zehn Jahren noch undenkbar gewesen», so Rübel.

Chancen auf Ersatz sind sehr gut

Wenn es nach dem Zoodirektor geht, soll das Zitteraal-Aquarium aber nicht lange leer bleiben. «Natürlich möchten wir wieder einen Zitteraal im Zoo Zürich und die Chancen darauf sind sehr gut, da es sich hier nicht um ein seltenes Tier handelt.»

Zitteraale sind Messerfische, die in Südamerika in schlammigen und sauerstoffarmen Seen und Flüssen leben. Sie verfügen über besondere Muskeln, mit denen sie elektrische Energie produzieren und Stromstösse abgeben können. Sie nutzen die Stromstösse einerseits um sich zu orientieren und andererseits um ihre Beute zu jagen.

Zitteraal im Zoo Zürich gestorben

(sda)