Rapperswil

18. November 2019 15:30; Akt: 18.11.2019 16:03 Print

Deutsche Fussballchaoten wüten an Eishockeyspiel

von Jennifer Furer/Monira Djurdjevic - Der Hockeyclub Fribourg-Gottéron spielte am Samstag in Rapperswil. Mit dabei waren deutsche Fussballfans. Die Situation eskalierte.

Weil ein Fribourg-Fan einen Sicherheitsmitarbeiter angegriffen hatte, musste Pfefferspray eingesetzt werden. (Video: Leser-Reporter)
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Der HC Fribourg-Gottéron kassiert ein Goal nach dem anderen. Die Heimmannschaft SC Rapperswil-Jona Lakers ist überlegen. Nach zwei Dritteln steht es 6 zu 1. Die Stimmung bei den Auswärtsfans ist angespannt. Auf Videos ist zu sehen, wie Gegenstände in Richtung Rapperswil-Fans geworfen werden. Schwarz gekleidete Männer provozieren, versuchen zur Heimkurve zu gelangen.

Sicherheitsmitarbeiter greifen ein. Sie versprühen Pfefferspray. Die Vermummten versuchen sich zu wehren, ziehen sich aber schliesslich zurück.

Anzeige erstattet

«Die Fribourg-Fans waren wohl wegen der vielen Gegen-Goals frustriert», sagt René Schmid, Medienchef bei den SC Rapperswil-Jona Lakers, zu 20 Minuten. Er bestätigt den Einsatz von Pfefferspray. Dieser sei nach einem tätlichen Angriff durch einen Chaoten auf einen Sicherheitsmitarbeiter erfolgt. «Dem Mitarbeiter wurde eine Fahnenstange gegen den Kopf geschlagen. Zudem versuchten die Fribourg-Fans die heimischen Fans zu attackieren.»

Dass Pfefferspray im Stadion überhaupt eingesetzt wird, kommt laut Schmid so gut wie nie vor: «Mir ist kein Vorfall diesbezüglich bekannt.» Wegen des Angriffs auf den Mitarbeiter hat der Eishockey-Club in der Zwischenzeit Anzeige gegen unbekannt eingereicht.

Eskalation auf Rastplatz

Schmid möchte betonen, dass die Stimmung im Stadion grundsätzlich friedlich gewesen sei: «Die heimischen Fans verhielten sich vorbildlich – auch als die Stimmung aggressiv wurde.»

Aggressiv sei die Stimmung auch auf der Heimreise der Gottéron-Anhänger gewesen. Wie die Kantonspolizei Aargau am Montag mitteilte, kam es auf dem A1-Rastplatz Birrhald zu einer Auseinandersetzung mit Servette-Anhängern, die sich ebenfalls auf dem Heimweg eines Auswärtsspiels befanden.

Fans aus Deutschland mitgereist

Wie Gottéron-Fans am Montag in ihrem Forum schreiben, soll die Situation deshalb so eskaliert sein, weil sich Hooligans des deutschen Fussballvereins Eintracht Trier unter die Anhänger gemischt hatten. Eine Gottéron-Ultragruppierung unterhält eine sogenannte Fanfreundschaft mit diesen. «Was haben Hools von Eintracht Trier in unserer Fankurve verloren? Die sollen in ihrer Regionalliga randalieren und nicht unseren Verein in den Dreck ziehen», fasst ein Forumsnutzer den Grundtenor zusammen.

Auch Massnahmen werden gefordert: «Am Besten gleich alle unsere Rädelsführer und den kompletten Trupp aus Trier mit einem schweizweiten Stadionverbot belegen. So was hat keinen Platz.» Sogar im Rapperswil-Forum wird der sich friedlich verhaltende Teil der Fans aus Fribourg verteidigt: «Die Eskalation ging niemals von echten Gotteron Fans aus.»

Von Trier-Anhängern gewusst

Kritik wird auch am Sicherheitsdispositiv in Rapperswil geübt. Ein Nutzer schreibt: «Wenn man weiss, dass Trier im Anmarsch sind, sollte man sich entsprechend vorbereiten.»

René Schmid, Medienchef bei den SC Rapperswil-Jona Lakers, bestätigt, dass man kurz vor dem Spiel erfahren habe, dass Trier-Anhänger mit anreisen würden. «Wir haben das Sicherheitsdispositiv entsprechend angepasst und entsprechend Kräfte im Stadion mobilisiert, um die Situation unter Kontrolle zu halten.» Das ist laut Schmid auch gelungen. «Wir sind so deeskalierend wie möglich vorgegangen.»

Wie es beim HC Fribourg-Gottéron auf Anfrage heisst, sei man über die Ereignisse informiert. Da aber eine Untersuchung läuft, will man sich zum jetzigen Zeitpunkt nicht dazu äussern, sagt ein Sprecher.

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Marc am 18.11.2019 15:40 Report Diesen Beitrag melden

    Wieso?

    Ich verstehe nicht wieso bei Hools und vergleichbaren Chaoten nicht viel härter durchgegriffen wird. Bsp: hohe Geldbusen, % Beteiligung am Sicherheitsapperat etc. Wer bewusst die Sicherheit/ Gesundheit anderer Menschen gefährdet der soll dafür teuer bezahlen.

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  • PP am 18.11.2019 16:20 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Handlungsbedarf

    Es muss endlich ein spezifisches Gesetz für Hooligans bei Veranstaltungen geben. Hohe Strafen, 1 Woche Gefängnis und ein internationales Verzeichnis.

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  • milo am 18.11.2019 15:55 Report Diesen Beitrag melden

    ohje..

    Mal wieder Büebelis, welche zuhause nichts zu melden haben?

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Silver Back am 18.11.2019 20:59 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    DDD

    Diskutieren, Deeskalieren, Durchgreifen!

  • Rob Dago am 18.11.2019 20:33 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Im Staat sind nicht alle gleich

    Immerwieder spannend diese Unfähigkeit aufzuräumen....uns aber auf der Strasse Tag aus Tag ein an jeder Ecke aufzulauern, dass kann dann der Staat mit seinen Knechten aber sehr gut. Macht doch mal das was ihr müsst und wofür ihr bezahlt werdet!

  • Peter am 18.11.2019 19:44 Report Diesen Beitrag melden

    Nicht so schlimm

    Die sind immer noch besser als die Gränitologen, die alles ausbuhen und angreifen, was ihren angebeteten 5GMessias in Frage stellen könnte.

  • Jonas Weber am 18.11.2019 19:35 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    nur so nebenbei...

    kann mich den meisten Kommentaren nur anschliessen...ein No-Go...aber by the way...nach 2 Dritteln stand es nicht 6:1 sondern 8:3 :)

  • Don Logan am 18.11.2019 19:29 Report Diesen Beitrag melden

    Vorbild England

    England hat mit hohen Strafen und Registrierungen den Hooliganismus in den Griff bekommen. Wieso schafft die Schweiz das nicht?