Uster ZH

16. Mai 2011 23:02; Akt: 16.05.2011 21:11 Print

Deutsche Kindergärtnerin bangt um Job

von Roman Hodel - Das Ja zur Mundart-Initiative im Chindgsi trifft vor allem Hochdeutsch sprechende Kindergärtnerinnen. Eine davon ist Claudia Kunz, die nun um ihren Job fürchtet.

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«Das Abstimmungsergebnis beschäftigt mich sehr», sagt Claudia Kunz. Die 26-Jährige stammt aus dem Raum Dresden und arbeitet seit vier Jahren als Kindergärtnerin in Uster.

«Viele Eltern sind anfangs skeptisch und denken ‹ui, eine Deutsche›, die Kinder dagegen finden ‹cool, die redet ja wie im Fernsehen›», sagt Kunz. «Doch spätestens nach dem Elternabend ist jeweils alles gut.» Kunz, die mit einem Schweizer verheiratet ist, versteht Züri­tüütsch zwar bestens, dennoch spricht sie im Chindsgi Hochdeutsch, die Kinder mit ihr derweil Schweizerdeutsch. «Ich benütze einzig gewisse typische Dialektwörter wie Chämi statt Schornstein», so Kunz. Dass sie nun womöglich Züritüütsch sprechen lernen muss, bereitet ihr Sorgen: «Ich werde mich noch mehr beweisen müssen, als meine Schweizer Arbeitskolleginnen und habe Angst, den Job zu verlieren.»

Martin Wendelspiess, Leiter des Volksschulamts, beruhigt: «Wer Hochdeutsch spricht, verliert nicht gleich die Stelle.» Betroffen seien 10 bis 20 der total 1700 Kindergärtnerinnen. Allerdings werde sich der Lehrermangel weiter zuspitzen, wenn Deutsche nicht mehr in Frage kommen. Letztlich müssten die Gemeinden entscheiden, ob das Deutsch einer Kindergärtnerin den Vorgaben entspricht. Wendelspiess: «Gerade wenn Deutsche reden wie etwa Ottmar Hitzfeld, läuft dies ja schon fast unter Schweizer Mundart.»

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Marti am 17.05.2011 03:32 Report Diesen Beitrag melden

    Das ist Marktwirtschaft...

    ob es nun Menschen oder Produkte sind. Marktwirtschaft heisst Wettbewerb und Rahmenbedingungen. Die neue Rahmenbedinung kommt nun hinzu und d.h. die Deutsche passt nicht hinzu. Ich glaube das ist völlig normal und sollte hier nicht überspitzelt werden. Schliesslich sind wir hier in der Schweiz, Schweizer verlieren mehr den Job an Deutsche als umgekehrt.

  • Karin am 16.05.2011 23:32 Report Diesen Beitrag melden

    ist doch egal

    Es geht darum, dass die KINDER Dialekt sprechen können/dürfen und das ist ja weiterhin der Fall. Also lasst die Frau, wo sie ist, wenn sie sonst gut ist. Alles andere wäre dämlich.

  • Schweizer-Alpenland am 17.05.2011 13:14 Report Diesen Beitrag melden

    Andere Länder andere Sitten

    So gesehen auch in der Schweiz. Wem es nicht passt, muss sich auch in der Schweiz nicht niederlassen. Nicht die Schweiz, sondern die einreisenden sollten sich an die CH anpassen - so einfach ist die Sache.

Die neusten Leser-Kommentare

  • Tessiner am 18.05.2011 07:31 Report Diesen Beitrag melden

    Schweizerdeutsch

    Schweizerdeutsch versteht nicht einmal jeder Schweizer! Aber die Deutschschweizer scheinen immer zu vergessen, dass die Schweiz 4 Amtssprachen hat - und keine davon ist Schwizerdütsch! Ich habe "nur" Hochdeutsch in der Schule gelernt - oder soll jetzt vielleicht auch noch im Tessin Schwizerdütsch unterrichtet werden? Falls ja: Welcher der unzähligen Dialekte? Walliser Dialekt, den selbst manche Deutschschweizer nicht verstehen? Zürcher Dialekt? Berner? St. Galler? ...

  • marelli am 18.05.2011 06:29 Report Diesen Beitrag melden

    vorschlag

    Macht das doch auch in den Schweizer Spitälern, Pflegheimen usw. Und dann schliessen, weil kein Personal mehr da ist. Und dann will ich in die Gesichter der Patrioten und Nationalen sehen.

  • Franz am 17.05.2011 18:44 Report Diesen Beitrag melden

    Herr

    ich bin Deutscher und arbeite in der Schweiz. Hab mich schon daran gewöhnt und nimm den Kindergarten gar nicht mehr so ernst. Klar verstehe ich die Schweizer das wir lauter und zu direkt rüberkommen,aber das Jobangebot ist angenehm und man kann uns gut ins schweizerberufsleben einsetzen.Ich denke das tut auch gut für die Schweiz .Den Dialekt kann man anlernen ,ist aber kann muss. PS Schweizer können besser Hochdeutsch als die aus Bayern.

  • Schweizer-Alpenland am 17.05.2011 13:14 Report Diesen Beitrag melden

    Andere Länder andere Sitten

    So gesehen auch in der Schweiz. Wem es nicht passt, muss sich auch in der Schweiz nicht niederlassen. Nicht die Schweiz, sondern die einreisenden sollten sich an die CH anpassen - so einfach ist die Sache.

  • alex am 17.05.2011 11:19 Report Diesen Beitrag melden

    Mundart

    Mal ne Frage sind die anderen Sprachen jetzt auch verboten oder geht es nur um das schriftdeutsch?

    • ukiyo am 18.05.2011 01:58 Report Diesen Beitrag melden

      fehlende info

      die anderen waren doch schon vorher verboten. und hochdeutsch durfte auch vorher nur zu einem drittel der zeit gesprochen werden, während die kinder auch schon vorher immer auf mundart antworten. ja, vielleicht fehlte es vor der abstimmung wieder einmal an information..

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