Flughafen Zürich

06. August 2019 09:33; Akt: 06.08.2019 09:33 Print

Deutscher Pilot kommt Swiss-Jet gefährlich nah

Die Sust kritisiert einen deutschen Piloten. Weil er seinen Transponder auf Stand-by geschaltet hatte, sei er bei einer Beinahekollision nicht zu erreichen gewesen.

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Als die Piloten einer Swissmaschine zum Landeanflug ansetzen, taucht auf ihrem Navigationsdatenbildschirm plötzlich ein Flugobjekt auf. Dieses befindet sich nur rund 150 Meter oberhalb der eigenen Maschine. Die Swiss-Piloten reagieren prompt und beschleunigen ihren Sinkflug. Sie erblicken das andere Flugobjekt, einen Motorsegler, den sie in einer horizontalen Entfernung von rund einem Kilometer kreuzen.

Der Vorfall ereignete sich im September 2018, wie die «Neue Zürcher Zeitung» berichtet. Am Montag hat die Schweizerische Sicherheitsuntersuchungsstelle (Sust) einen Bericht dazu veröffentlicht, in dem sie das Ereignis als «schweren Vorfall» taxiert.

Transponder ausgeschaltet

Im Bericht kritisiert die Sust das Verhalten des Motorseglers. Der 71-jährige Deutsche habe während seines Flugs von Offenburg in Richtung Schweiz den Transponder, ein Gerät zur Funkkommunikation, nicht eingeschaltet gehabt. Dies lasse auf «ein geringes Sicherheitsbewusstsein» schliessen. Denn: Die Einschaltung dieses Transponders sei ein «integraler Bestandteil vieler Sicherheitsnetze in der Luftfahrt». Da sich das Gerät aber im Stand-by-Modus befunden habe, sei der Motorsegler nicht von Beginn an als solcher zu erkennen gewesen.

Erhöhte Arbeitsbelastung

Auch nachdem der Motorsegler gesehen habe, dass er einem Flugzeug gefährlich nahe gekommen sei, habe er den Transponder auf dem Stand-by-Modus belassen. Dies zeuge «erneut von einer geringen Gesamtübersicht und einem geringen Sicherheitsbewusstsein», zitiert die Zeitung den Sust-Bericht.

Die Folgen des Zwischenfalls waren laut der Sust, dass sich die Arbeitsbelastung der Swiss-Piloten durch die Suche nach einem anderen Flugzeug innert kurzer Zeit erhöhte.


(jen)