Zürich

22. Juli 2009 23:04; Akt: 22.07.2009 23:04 Print

Dicke Tote erschweren das Leben

von Regina Ryser - Die städtischen Bestatter müssen täglich bis zu zehn Verstorbene tragen. Diese Lasten von oft über 100 Kilo machen ihnen zunehmend zu schaffen.

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Nicht leicht für Bestatter: Ein Sarg mit Leichnam kann über 100 Kilogramm wiegen. (Regina Ryser)

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Krafttraining ist von Vorteil für Bestatter: «Die Menschen werden immer dicker – viele Verstorbene sind mit Sarg deutlich über 100 Kilo schwer», sagt Marianne Herold, Leiterin des Bestattungsamtes der Stadt Zürich. Das macht den Bestattern zunehmend schwer zu schaffen: Rückenschmerzen oder Bänderrisse können die Folgen sein. Um die Verletzungsgefahr zu minimieren, hat das Bestattungsamt gehandelt: «Alle vier Wochen können sich einige Mitarbeiter erholen und müssen nur leichte Arbeit verüben.» Bestatter, die über längere Frist nichts mehr heben dürfen, werden versetzt.

«Täglich mehrere Särge zu tragen ist Schwerstarbeit», sagt Herold. Bis zu zehn Tote täglich müssen ihre 14 Mitarbeiter je zu zweit im Spital, im Heim oder zuhause abholen und manchmal mehrere Stockwerke hinuntertragen. Doch manchmal reichen zwei starke Männer nicht aus: «Ist jemand zu wuchtig, packen auch mal vier Bestatter mit an.» In seltenen Fällen komme schon mal die Feuerwehr zu Hilfe. «Am wichtigsten ist für uns, dass wir jeden Verstorbenen – ob dick oder dünn – würdevoll begleiten können», betont Herold.