Fertig evaluiert

22. Januar 2014 10:29; Akt: 22.01.2014 10:29 Print

Die Stadt Zürich beschafft zwei Mini-Drohnen

Für 50'000 Franken bestellt die Stadt Zürich in Deutschland zwei Minidrohnen. Sie sollen Unfälle fotografieren und Vermessungsdaten liefern. Politisch sind sie umstritten.

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Zwei Minidrohnen wie diese hier von Aibotix aus dem deutschen Kassel will die Stadt Zürich beschaffen. (Bild: Youtube)

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Der Entscheid ist gefallen: Nach längerer Evaluation haben sich die Stadtpolizei und das Amt für Geomatik und Vermessung Zürich für zwei Mini-Drohnen entschieden. Die sogenannten ferngesteuerten Multicopter sind mit einer Fotokamera ausgerüstet. Die Bilder der Kamera werden in Echtzeit auf den Bildschirm der Bodenstation übertragen.

Mit dem fliegenden Fotoapparat will die Stadtpolizei Luftbilder von Unfällen oder Bränden machen. «Es geht um Aufnahmen von Schadensplätzen», so Medienchef Marco Cortesi gegenüber dem «Tages-Anzeiger». Damit sollen komplizierte Unfallsituationen einfacher analysiert werden können. Auch bei Geiselnahmen oder Verbrechen könne die Luftkamera eingesetzt werden. Ausgeschlossen sei, dass man die Drohnen bei Demonstrationen oder Ausschreitungen von Fussballfans einsetze, wie Cortesi versichert.

Spezielles Reglement für Einsatz von Drohnen

Der Einsatzzweck des Fluggeräts sei in einer speziellen Dienstanweisung festgehalten und klar begrenzt, sagt auch Reto Casanova, Sprecher des Polizeidepartements. Dessen Vorsteher Richard Wolff sei aktiv in die Ausformulierung des Reglements involviert gewesen und habe den Kauf auch bewilligt.

Beim Amt für Geomatik und Vermessung will man die Bilder aus der Luft vor allem für Vermessungszwecke einsetzen – etwa für 3-D-Bilder von Gebäuden.

Bestellt werden die Mini-Fluggeräte im deutschen Kassel bei der Firma Aibotix. Sie kosten 50'000 Franken, von welchen die Stadtpolizei 30'000 und das Vermessungsamt 20'000 Franken übernimmt. Gesteuert werden sie vom Boden aus mit einer Fernsteuerung oder einem Tablet. Sie sind mit Kamera und Akku rund 6,5 Kilo schwer, können bis zu 60 km/h schnell fliegen und rund 30 Minuten in der Luft bleiben.

Kritik von links und rechts

Trotz der speziellen Dienstanweisung, die auch vom Datenschützer gutgeheissen wurde, herrscht nicht eitel Freude über die Beschaffung der Drohnen. Die Jungsozialisten etwa kritisieren die ständige Erweiterung des Überwachungsstaates. Auch die Partei von Polizeivorsteher Richard Wolff, die AL, reagiert zurückhaltend. Gemeinderat Walter Angst befürchtet, die Drohnen würden auch für andere Zwecke benutzt.

FDP-Präsident Michael Baumer äussert sich skeptisch zur Frage nach dem Umgang mit der Privatsphäre, wenn Geomatik und Vermessung die ganze Stadt abfotografierten. Zudem kritisiert er die Kosten von 50'000 Franken, zu denen auch noch Unterhalts- und Ausbildungskosten hinzukämen. Aus seiner Sicht sollte die Stadt besser die Angebote von Privaten oder des Bundes nutzen.

(ann)

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Leser am 22.01.2014 11:08 Report Diesen Beitrag melden

    Habe ich das gerade richtig gelesen

    50'000 Franken für 2 dieser Drohnen? Aber hallo! Wenn da jetzt gestanden wäre 5'000 Franken, dann hätte ich gedacht ganz schön teuer. Bei 50'000: öffentliche Ämter lassen sich abzocken. Ist ja kein Problem, man holt es sich einfach von den Steuerzahlern. Ich kenne Lehrlinge, die machen so was zum Spass in ihrer Freizeit "Marke Eigenbau".

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  • Hunter am 22.01.2014 11:17 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Frage

    Darf man die den auch abschiessen :P

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  • Renato Kucera am 22.01.2014 11:08 Report Diesen Beitrag melden

    Feuer frei!

    Achtung! Die Linken wollen in ihren Garten sehen. Oder auf dem Balkon nachsehen, ob da nicht was zu holen ist. Reinigt euere Jagdwaffen und legt an zum Abschuss dieser amtlichen Spionagedrohnen!

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Die neusten Leser-Kommentare

  • k.anig am 23.01.2014 10:49 Report Diesen Beitrag melden

    Privatsphäre

    jedes mal ein politkasper, der sich um die Privatsphäre sorgt. schon mal am heutigen leben teilgenommen? smartphone facebook usw.

  • Grossmeister am 23.01.2014 09:50 Report Diesen Beitrag melden

    Drohne für CHF 1000?

    Viele sind erstaunt über den hohen Preis. Es stimmt: kleine Drohnen mit Videoübertragung kann man ab wenigen 100 Franken haben. Diese Drohnen können aber sehr viel weniger leisten. Die Kameras haben schlechte Bildsensoren, die Reichweite der Fernbedienung ist teilweise sehr kurz, die Kamera vibriert und die Bilder verwackeln, Der Akku begrenzt. Ich habe mir erst kürzlich eine kleine Drohne gekauft. Bisher habe ich schon über CHF 1000 ausgegeben, aber es gibt noch sehr viele Accessoires die ich kaufen möchte. Eine professionelle Drohne kostet schnell mal CHF 20'000. Das ist nicht übertrieben.

  • Daniel H. am 23.01.2014 09:04 Report Diesen Beitrag melden

    Überwachungswahn

    Je weiter die Technik vorran schreitet, je grösser sind auch die Möglichkeiten des Missbrauches. Alles nur zum Schutze vor einem selbst und vor anderen. Bald wird wohl jeder kleinste Gesetzesverstoss geahndet werden. Statt sich sicher zu fühlen, wird die ANGST das Leben beherrschen, JA nichts Falsch machen, nicht das es das AUGE sieht und Sie einen Mitnehmen, wegen z.B. schräg über die Strasse gehens. WER ÜBERWACHT ÜBERWACHER ?!?!

  • Savigny am 22.01.2014 18:10 Report Diesen Beitrag melden

    Habe das Material studiert

    Aufgrund deren Prospektbilder und der Beschreibung kann ich nur staunen wie blöd man ist einen derartigen Preis zu bezahlen. Zippe-Lipos sind die billigsten und schlechtesten auf dem Markt. Da gibt es bessere und sicherere. Das Ladegerät hat mir letztes Jahr gleichzeitig zwei Zippis explodieren lasse. Das Netzteil ist ein billiges Schaltnetzteil. Wenn der Rest der Drohne auch so ist, na dann halt.

  • Redolin am 22.01.2014 17:22 Report Diesen Beitrag melden

    Skandal

    50000.- für zwei Modelldrohnen und das erst noch in Deutschland bestelltest horrend zuviel. Ich stelle zwei dieser Drohnen zum halben Preis her und verdiene noch gut dabei. Aber eben, man schämt sich, etwas in der Schweiz zu kaufen.