13. April 2005 04:44; Akt: 12.04.2005 23:31 Print

Die Stadt Zürich verpuffte unnötig Geld für Stellensuche

Die Suche nach einem neuen Datenschützer kostete die Stadt Zürich 60 000 Franken. Die Investition war umsonst. SVP und Grüne sind verärgert.

Fehler gesehen?

«Die Stadt muss fähig sein, eine Kaderselektion selber vor-
zunehmen», ärgert sich Gemeinderat Balthasar Glättli (Grüne). Hintergrund: Die Stadt liess den Nachfolger des zurückgetretenen Datenschutzbeauftragten Thomas Bärlocher über eine externe Beratungsfirma suchen, die laut einem internen Protokollauszug 39 000 Franken in Rechnung stellte. Inklusive Inserateschaltung kostete die Suche insgesamt 60 200 Franken.

Die Wut ist verständlich, denn das Geld wurde umsonst investiert: Der interimistisch eingesetzte Datenschützer wird den Job nämlich definitiv übernehmen, sobald der Gemeinderat den Vorschlag abgesegnet hat. Für SVP-Gemeinderat Mauro Tuena ist die Vorgehensweise fragwürdig. Er will einen Vorstoss einreichen: «Die Stadt darf für so eine sinnlose Übung keinen Steuerfranken ausgeben!»

Was bei den Grünen zusätzlich für Kopfschütteln sorgte, ist die Auswahl der Beraterfirma Fahrni Walt Consulting AG, dessen Geschäftsführer Nils Walt Parteimitglied der FDP ist. Glättli: «Ich werde den Verdacht nicht los, dass diese Firma durch freisinnige Stadträte bevorzugt wird.» FDP-Stadtrat Martin Vollenwyder kontert: «Wir haben keine Zeit und Ressourcen, für den Gemeinderat einen Kandidaten zu suchen.»

Romina Lenzlinger