Titanwurz-Spektakel

25. April 2019 17:31; Akt: 25.04.2019 17:40 Print

«Grösste Blüte riecht nach verdorbenem Fleisch»

Im Botanischen Garten der Uni Zürich begann am Donnerstagmorgen ein Blütenspektakel. Die Titanwurz-Blüte ist offen.

Peter Enz, Leiter des Botanischen Gartens der Universität Zürich, freut sich riesig über die seltene Blüte. (Video: tam)
Zum Thema
Fehler gesehen?

Beim Zeitpunkt der Blüte hat sich Peter Enz, Leiter des Botanischen Gartens der Uni Zürich, mehrmals vertippt. Nun ist es so weit: Am Donnerstag um 9.35 Uhr begann die Titanwurz in Zürich mit dem Aufblühen. Plötzlich ging es schnell, wie Enz sagt. Bereits am Nachmittag war die Blüte fast vollständig offen.

Seither stinkt es gewaltig unter der Glaskuppel. Schon kurz nach dem Eingang zum Tropenhaus riecht man es, doch von der Blüte ist dort noch nichts zu sehen. Steht man vor ihr, sticht der Aasgeruch in die Nase: «Es riecht nach verdorbenem Fleisch», sagt Enz.

Bis Freitag in voller Pracht

Für ihn ist das Blühen ein grosses Ereignis: «Ich freue mich wahnsinnig, wenn ich strahlende Gesichter und nasenrümpfende Leute sehe. Es isch dä Hammer.» Die Blüte wird bis Freitagnachmittag in voller Pracht dastehen. Dann wird sie langsam welken und immer weniger stark riechen. «Aber am Wochenende kann man sie sicher noch anschauen», so Enz.

Titanen-Penis steht kurz vor dem Blühen

Die Titanwurz ist die Pflanze mit der weltweit grössten Blüte und ist im Tropenwald von Sumatra in Indonesien heimisch. Auf Lateinisch heisst die Pflanze Amorphophallus titanum, was so viel heisst wie: «unförmiger Penis des Titanen».

Letzte Schweizer Titanwurz-Blüte war 255 Zentimeter gross

Das letzte Mal sorgte in der Schweiz eine Titanwurz im Jahr 2014 für Spektakel: Im Botanischen Garten von Basel gab es 2014 einen Besucheransturm wegen einer Blüte, die 255 Zentimeter gross war.

Dass die Zürcher Blüte überhaupt zu blühen beginnt, ist das Ergebnis von 10 Jahren nachhaltiger Pflege und gärtnerischer Ausdauer. Der Blattstiel dieser Pflanze wurde am 8. Mai 2009 nämlich von einer Schulklasse mit Bleistiften und Kugelschreibern derart durchlöchert, dass die Pflanze fast zugrundeging.

(wed)