Kleiderdiebe in Obfelden ZH

19. März 2019 17:37; Akt: 19.03.2019 17:37 Print

«Sie klauen Unterhosen aus der Waschküche»

Einer Leserin werden immer wieder teure Markenkleider aus ihrer Waschküche gestohlen. Sie ist enttäuscht, dass die Polizei keine Hausdurchsuchungen durchführt.

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Ein Wohnblock in Obfelden ZH: Seit Monaten verschwindet dort aus der Waschküche Kleidung einer Leserin und ihres Freundes. Vor allem teure Markenkleider nehmen die Diebe mit. «Sie klauen auch Unterwäsche, das ist doch eklig», sagt sie. Lange war sich die Frau nicht sicher, wer dafür verantwortlich sein könnte. Bis die Schwester ihres Freundes zwei Nachbarsmädchen beim Stehlen erwischte.

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Als die Leserin die Eltern der 14- und 16-jährigen Mädchen darauf ansprach, sollen die nur gelacht haben: «Sie grinsten frech und meinten, dass sie unsere Kleider nicht hätten.» Sie habe die Polizei kontaktiert, doch diese habe sie zu wenig unterstützt: «Sie haben mir gesagt, dass sie nicht in jeder Wohnung eine Razzia machen können.» Die Leserin ist verzweifelt: «Ich weiss nicht, was ich machen soll. So etwas ist doch unterstes Niveau.»

«Man fühlt sich zurecht verletzt»

Verständnis für die Leserin hat Walter Angst, Sprecher des Zürcher Mieterverbandes: «Wäsche ist etwas sehr Persönliches, und wenn diese geklaut wird, fühlt man sich zu Recht verletzt.» Insgesamt gebe es in Schweizer Waschküchen erstaunlich wenig Diebstähle, doch es komme vor: «Manchmal stecken da auch noch andere Konflikte zwischen Hausbewohnern dahinter.»

Deshalb rät er, das Gespräch im Haus aufzunehmen. In schweren Fällen könne man auch die Polizei beiziehen, sagt Angst: «Weil der Schaden klein und die Aufklärungsmöglichkeiten beschränkt sind, sind solche Aufgebote bei der Polizei zwar nicht beliebt.» Sie müsse aber den Sachverhalt aufnehmen und eine Strafanzeige entgegennehmen. «Den Schaden kann man dann bei der Hausratsversicherung anmelden.» Dass die Polizei keine Wohnungen durchsuchen kann, versteht er: «Meistens ist das nichts verhältnismässig.»

Polizei rät, Anzeige einzureichen

Auch Michael Walker, Sprecher der Stadtpolizei Zürich, bestätigt, dass die rechtlichen Voraussetzungen für eine Hausdurchsuchung bei einem Wäscheklau in den seltensten Fällen erfüllt sind. Trotzdem rät er, eine Anzeige wegen Diebstahls einzureichen. «Nur so können Ermittlungen eingeleitet werden.»

Pro Monat gehen bei der Stadtpolizei vereinzelte Anzeigen zu Diebstählen in Waschküchen ein, wie Walker sagt. Wie viele es genau sind, lässt sich aber nicht beziffern: «Es ist keine Statistik vorhanden.» Kein Thema sind Diebstähle aus Waschküchen hingegen bei der Kantonspolizei, wie es auf Anfrage heisst: «Uns ist nichts Derartiges bekannt.»

(som/mon)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Giancarlo am 19.03.2019 18:02 Report Diesen Beitrag melden

    Ratschläge ohne Erfolg befolgt.

    Hat sie nicht genau das gemacht? Zuerst Gespräch gesucht. Dort wurde sie nur ausgelacht. Dann Polizei eingeschaltet, die hat auch keinen Bock. Und die Ratschläge sind: a) Das Gespräch suchen, b) Polizei einschalten. Mein Tipp: Kamera einrichten und es jeden wissen lassen. Da hört alles ganz schnell auf.

  • Lena am 19.03.2019 18:03 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Tatsache

    Ich habe meine eigene Waschmaschine in die Wohnung genommen! Dieses System mit den gemeinschaftswaschküchen ist total veraltet!

  • HeXXi am 19.03.2019 19:08 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    abschliessen

    Ich wuchs in den 70er Jahren in einem Hochhaus auf (14 Stockwerke à 4 Wohnungen, 5 Waschmaschinen). Da gab es natürlich einen Waschplan. Jeden Tag ein Stockwerk. Bei der 5. WM konnte man sich stundenweise eintragen. Den Schlüssel für die Waschküche und den Trockenraum musste man bei der Hauswartin holen. Die hatte alles im Griff, auch wenn jemand an seinem Tag keine Zeit zum Waschen hatte, managte sie das mit anderen Mietern, um die Tage auch mal umzutauschen. Warum funktioniert sowas heute nicht mehr? In Wohnblöcken, wo man die WK/TR nicht abschliessen kann, trocknete ich die Unterwäsche in der Wohnung auf dem Stevi. (mir Schnurz ob erlaubt oder nicht)

    einklappen einklappen

Die neusten Leser-Kommentare

  • Petra am 19.03.2019 19:54 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Schweizer Waschküchen

    Ich habe mir einen Wäscheturm gekauft, hatte es Satt, bei meinem Waschtag die total verschmutzte Waschmaschine, Tumbler und Waschküche, jedesmal zuerst zu reinigen. Heute kann ich Waschen wann ich will, muss keine Angst vor Bakterien haben, was hier in der Schweiz mit den Waschküchen aus den 60 Jahren abgeht, ist eine absolute Zumutung gegenüber den Mietern.

  • Blasch am 19.03.2019 19:53 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Wäsche

    Es kann auch sein dass die die Unterwäsche gar nicht brauchen! Habe es auch erlebt als ich zwanzig war hat ein Zimmernachbar meine Unterwäsche gestohlen hat sich dann an meiner Wäsche begeilt .Er hat es zugegeben Eklig die vorstellung.

  • Michi81 am 19.03.2019 19:50 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Wäsche geklaut

    Mir wurde in Frankreich (Perpignan) auf dem Camping während dem Duschen die dreckige sowie die saubere Wäsche aus der Duschkabine geklaut. Inkl. Badetuch. Ich musste dann nackt mit dem Velo durch den ganzen Camping bis zu meinem Wohnwagen fahren. Seither kaufe ich keine teuren Unterhosen mehr.

  • Monaco Franze am 19.03.2019 19:37 Report Diesen Beitrag melden

    Selbstjustiz

    Ich würde das auf meine Art und Weise regeln, und die tut ein bisschen weh, ist aber sicherlich wirksam. Das spart auch Steuergelder und unnütze Diskussionen.

  • Monacolino am 19.03.2019 19:33 Report Diesen Beitrag melden

    Ansage

    Ich sags jetzt mal offen: Es kommt auf die Mitbewohner an. Wenn man in einem Block voller Assis wohnt, was will man erwarten? Bei der Verwaltung die Schlüssel für Wäsche- und Trockenraum beantragen und gut ist.