FCZ-Fan schwer verletzt

22. November 2019 12:20; Akt: 22.11.2019 17:20 Print

Dolendeckel-Werfer muss sieben Jahre ins Gefängnis

Ein 23-Jähriger steht am Freitag vor dem Obergericht Zürich. Er soll einen Schachtdeckel auf einen FCZ-Fan geworfen haben. Dieser wurde schwer verletzt.

Das sind die Reaktionen zum Urteil im Dolendeckel-Fall. (Video: tam)
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Ein 23-jähriger Mann steht am Freitag vor dem Obergericht Zürich. Er ist wegen versuchter vorsätzlicher Tötung angeklagt. Im Alkoholrausch soll er am Bahnhof Winterthur einen Schachtdeckel auf ein Perron geworfen haben. Ein 27-jähriger Zürcher erlitt dabei schwere Verletzungen.

Was wird ihm vorgeworfen?

Der FC Zürich schlug im Mai 2017 auswärts den FC Winterthur. Nach dem Spiel machten sich die FCZ-Fans auf den Heimweg. Auf dem Perron 9 am Bahnhof Winterthur stand ein Extrazug für sie bereit. Einem 27-jährigen Fan fiel plötzlich ein rund zwei Kilogramm schwerer Gitter-Schachtdeckel auf Kopf und Schulter. Der Mann erlitt schwere Verletzungen, darunter einen Schädelbruch, und kam auf die Intensivstation.

Die Ermittlungen führten zum 23-jährigen Beschuldigten. Laut Anklageschrift ging er nach dem Match und mit einigem Alkohol im Blut mit seinem Kollegen auf das Oberdeck des Parkhauses, das sich über dem Bahnhof befindet. Dort habe er den eisernen Schachtdeckel genommen und auf das deutlich belebte Perron geworfen, das mehr als elf Meter weiter unten liegt.

Was hat das Bezirksgericht entschieden?

Vor dem Bezirksgericht Winterthur hat der Mann beteuert, dass er sich nicht mehr genau an die Tat erinnern könne. Das glaubten ihm die Richter nicht. Das Gericht habe keinerlei Zweifel, dass er den Deckel geworfen habe. Es verurteilte ihn zu einer Freiheitsstrafe von sieben Jahren. Der Staatsanwalt hatte neun Jahre gefordert. Im Zentrum der Verhandlung stand eine Whatsapp-Nachricht, die der Beschuldigte kurz nach der Tat an seine damalige Freundin sandte: «Ich han en Dolendeckel uf Züri-Fans geschosse.»

Wie geht es weiter vor Obergericht?

Der Beschuldigte wehrt sich gegen das Urteil. Deshalb kommt der Fall nun vors Obergericht. Vor Bezirksgericht hat der Verteidiger einen Freispruch gefordert. Der Beschuldigte sei derart betrunken gewesen, dass er nicht mehr zurechnungsfähig gewesen sei. Die Verhandlung beginnt am Morgen um 8.30 Uhr. Es ist zu erwarten, dass das Gericht am Nachmittag ein Urteil verkündet.

(tam)