Brandbeschleuniger

19. Mai 2019 13:17; Akt: 19.05.2019 16:43 Print

Drei Pfadis bei Übung schwer verletzt

Beim Einsatz von Brandbeschleuniger haben sich am Samstag in Wädenswil drei Kinder zum Teil schwere Verbrennungen zugezogen.

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Eine Gruppe Jungs entfachte am frühen Samstagabend im Wald von Wädenswil mit Hilfe von Brandbeschleuniger ein Feuer. Aus noch unbekannten Gründen kam es mutmasslich zu einer Verpuffung, wie die Kantonspolizei Zürich am Samstag mitteilte.

Drei Kinder im Alter von zehn bis sechzehn Jahren zogen sich mittelschwere bis schwere Verbrennungen zu. Zwei davon mussten mit Rettungshelikoptern ins Spital geflogen worden. Der dritte Verletzte wurde mit einem Rettungswagen ins Spital gefahren.

Unfall geschah während Pfadiaktivität

Der Unfall ereignete sich in der Nähe eines Pfadiheims, wie 20 Minuten weiss. Die Organisation Pfadibewegung Schweiz (PBS) bestätigt auf Anfrage: «Wir und Pfadi Züri nehmen mit Bestürzung zur Kenntnis, dass es am Samstag während einer Pfadiaktivität in Wädenswil zu einem Unfall in Zusammenhang mit Brandbeschleuniger gekommen ist.» Die Gedanken seien bei den verletzten Pfadis und ihren Familien. «Wir hoffen, dass sich der Gesundheitszustand der drei Pfadis positiv entwickelt und wünschen gute Genesung.»

Zum Unfallhergang und zur Unfallursache könne man aktuell keine Aussagen machen. Die Aufklärung ist Sache der Strafuntersuchung. Man stehe mit der betroffenen Pfadigruppe in Kontakt und unterstütze sie in dieser schwierigen Situation.

«Wir raten vom Einsatz von Brandbeschleunigern ab»

In der Mitteilung heisst es auch, dass das Feuer ein zentrales Element vieler Pfadiaktivitäten darstelle. Entsprechend würden Kinder und Jugendliche in der Pfadi frühzeitig lernen, wie auf sichere Art und Weise ein Feuer entfacht werden kann. Aber: «Dabei werden keine Brandbeschleuniger eingesetzt. Wir raten vom Einsatz von Brandbeschleunigern ab.»

Wie es am Samstag zum Einsatz des Brandbeschleunigers kam, sei im Rahmen der Untersuchungen zu klären. Man werde aus den Resultaten der Untersuchung Schlüsse ziehen und diese in Ausbildung und Prävention einfliessen lassen.

Sicherheitsrelevante Aspekte beachten

In den Aus- und Weiterbildungen der Pfadibewegung Schweiz sowie der Pfadi Züri würden die Teilnehmer darauf hingewiesen, bei der Planung von Lagern und Aktivitäten sämtliche sicherheitsrelevante Aspekte zu beachten. Die Teilnehmer würden auch dazu ausgebildet, Sicherheitsrisiken im Pfadiprogramm zu erkennen und entsprechende Vorkehrungen zu treffen.

Äusserst tragisch und bedenklich findet den Unfall auch Corinne Paradisi aus Wädenswil. Die 42-Jährige und ihre Tochter gingen früher selber in diese Pfadi. «Dort wurde aber nie mit Brandbeschleuniger hantiert», sagt sie. Wenn es so gewesen wäre, hätte sie reklamiert: «Brandbeschleuniger gehören definitiv nicht in eine Pfadi.»

Zwei Helikopter standen im Einsatz

Im Einsatz standen am Samstag zwei Helikopter, drei Krankenwagen, die Kantonspolizei, das Forensische Institut Zürich sowie eine gemischte Patrouille der Stadtpolizei Wädenswil und der Gemeindepolizei.

(20 Minuten)