Wettkampf

12. Oktober 2018 16:08; Akt: 12.10.2018 16:08 Print

Er gehört zu den besten Schweizer Drohnenpiloten

Ein 29-Jähriger gehört zu den weltbesten Drohnenpiloten. Er freut sich auf das Heimspiel am Wochenende in Rapperswil-Jona.

Fliegen Sie mit der Drohne durch den Parcours, den die Piloten absolvieren müssen.
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Mit rund 160 Kilometern pro Stunde flitzen an diesem Wochenende Drohnen über dem Schlosshügel in Rapperswil-Jona. Beim ersten internationalen Wettkampf in der Schweiz mit dabei ist auch der 29-jährige Aargauer Raphael Strähl.

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Er gehört zu den besten Drohnenpiloten der Schweiz und tritt mit seinem Team gegen Mannschaften aus der ganzen Welt an. Geflogen wird auf Sicht: Das Livebild der Drohne wird direkt auf eine Brille übertragen. Mit dem Kontroller in der Hand steuern die Piloten so die Drohne an den zahlreichen Hindernissen vorbei.

Herr Strähl, wie stehen die Chancen auf einen Sieg im Heimatland?
Ehrlich gesagt sind unsere Chancen auf den Sieg sehr klein, aber möglich wäre es schon. Es kommen die besten Piloten aus Europa, Asien und Amerika nach Rapperswil. Da mitzuhalten ist sehr schwierig. Unser Ziel ist es dennoch, aufs Podest zu kommen. Darauf haben wir unsere Strategie ausgerichtet. Da immer auch ein bisschen Glück mit dabei ist, könnten wir das erreichen.

Was macht einen guten Drohnenpiloten aus?
Er muss schnell und konstant fliegen können. Die Drohnen fliegen mit rund 160 Kilometern pro Stunde. Um bei dieser Geschwindigkeit nicht in die Hindernisse zu krachen, braucht es viel Training. Ich habe in den vergangenen zwei Wochen jeden zweiten Tag eine bis zwei Stunden trainiert. Dazu haben wir die Strecke mit allen Hindernissen nachgebaut. Um uns mental vorzubereiten, sind wir auch gegeneinander angetreten.

Ist das noch ein Hobby für Sie?
In der Tat gehen viele Stunden drauf fürs Fliegen. Als ich vor zwei Jahren auf Youtube die Sportart entdeckt habe, baute ich mir eine erste Drohne aus Holz. Damals war es sicher noch ein Hobby. Heute ist alles professioneller geworden. Es braucht viel Einsatz und Zeit, um auf diesem hohen Niveau mithalten zu können. Davon leben kann ich aber noch nicht.

Ist Ihnen die Drohne schon einmal abgestürzt?
Das geschieht immer wieder. Glücklicherweise sind die Geräte robust, sodass sie nicht gleich bei jedem Crash zu Schrott werden. Vielleicht bricht mal ein Propeller ab oder der Motor geht kaputt. Aber die Drohne ist so konstruiert, dass man sie schnell reparieren kann. Eine neue Drohne kostet rund 600 Franken.

Freuen Sie sich, vor heimischem Publikum zu fliegen?
Es ist ein spezielles Gefühl, wenn Familie und Freunde beim Wettkampf zuschauen. Toll ist aber auch, dass es immer mehr Fans gibt, die uns beim Fliegen zuschauen. Die Drohnen sind absichtlich so gestaltet, dass sie die Zuschauer gut sehen können. Sie sind beleuchtet und grösser als andere Renndrohnen.

Wie sehen Sie die Zukunft solcher Rennen?
Im Vergleich zu Deutschland, Asien und Amerika ist die Rennszene in der Schweiz noch nicht so gross. Um Drohnenrennen populärer zu machen, müssen sie zuschauerfreundlich sein. Die Liga geht hier in die richtige Richtung mit der Organisation von Live-Events und die Vorgaben für Beleuchtung und Grösse der Drohne.

(tam)