Mildes Urteil

14. Mai 2012 08:00; Akt: 13.05.2012 23:29 Print

Ehefrau geschlagen: 500 Franken Busse

von Attila Szenogrady - Weil er seine Ehefrau malträtiert hat, erhält ein Metallbaumonteur aus Kloten eine Busse von 500 Franken. Von weiteren massiven Vorwürfen wie Freiheitsberaubung sowie Drohungen wurde der Serbe jedoch freigesprochen.

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Zum Schluss kam der heute 35-jährige Beschuldigte aus Kloten verhältnismässig glimpflich davon. Er wurde vom Gericht wegen Tätlichkeiten mit 500 Franken gebüsst. Laut Urteil hatte der Serbe Ende August 2011 in der gemeinsamen Wohnung im Rahmen eines Streites seine Frau körperlich attackiert. Dabei schlug er ihr mit der flachen Hand mindestens zwei Mal ins Gesicht. Bei einem weiteren Vorfall trat er der auf dem Sofa sitzenden Geschädigten gegen den Nacken. Diese körperlichen
Übergriffe stufte das Gericht trotz den vehementen Bestreitungen des Beschuldigten als erwiesen an.

Auch Freiheitsberaubung und Todesdrohungen angelastet

Die kantonale Staatsanwaltschaft für Gewaltdelikte hatte weitere Vorwürfe gegen den mehrfach vorbestraften Metallbaumonteur zur Anklage gebracht. So eine Freiheitsberaubung sowie wiederholte Todesdrohungen. Dabei soll er seine Gattin im letzten Dezember in die Wohnung eingesperrt haben. Zudem erklärte er ihr alle zwei Monate, dass er ihre Knochen brechen, sie würgen und umbringen werde. Zudem überlegte er sich, wie er ihre Beerdigung organisieren solle. Sie werde sehr schön sein, stellte der Beschuldigte in Aussicht.

Die Staatsanwaltschaft verlangte für den Vater einer zehnjährigen Tochter eine happige, unbedingte Geldstrafe von 120 Tagessätzen zu 60 Franken sowie 500 Franken Busse. Zudem sollte er eine ehemals bedingte Geldstrafe von weiteren 45 Tagessätzen zu 100 Franken bezahlen. Nicht zuletzt sämtliche Verfahrenskosten.

Verteidigung für vollen Freispruch

Gegen den Angeschuldigten sprach, dass er nach seiner Verhaftung im letzten Dezember ein umfassendes Geständnis abgelegt hatte. «Ich tat dies nur, um möglichst schnell wieder auf freien Fuss zu kommen», beteuerte der Klotener am letzten Freitag vor dem Bezirksgericht Zürich. Er widerrief seine Zugaben und liess seinen Verteidiger auf einen vollen Freispruch plädieren. Die Noch-Ehefrau habe den Beschuldigten angeschwärzt, um ihn loszuwerden. Der Anwalt verwies dabei auf zahlreiche Widersprüche, welche die Geschädigte in der Untersuchung zu Protokoll gegeben hatte.

Es blieb wenig hängen

Das Gericht folgte vielen Argumenten der Verteidigung und kam bei der Freiheitsberaubung sowie den Drohungen zu Freisprüchen. Auch Ungehorsam gegen amtliche Verfügungen – der Beschuldigte soll trotz Kontaktverbot mit der Geschädigten telefoniert haben – sah das Gericht als nicht erwiesen an. Mit der Busse wegen Tätlichkeiten blieb zum Schluss nur wenig hängen. Für den Angeschuldigten stand jedenfalls ein Punkt ohnehin fest: «Ich will mich scheiden lassen.»