Wegen Bestechung

03. Oktober 2011 09:19; Akt: 03.10.2011 11:48 Print

Ehemaliger Anlagechef der BVK angeklagt

Im Korruptionsfall um die BVK Personalvorsorge des Kantons Zürich hat die Staatsanwaltschaft Anklage erhoben. Dem ehemaligen Anlagechef wird Bestechung vorgeworfen.

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Die Affäre um den ehemaligen Anlagechef der Personalvorsorge des Kantons Zürich kam im Frühling 2010 ins Rollen. (Bild: Keystone)

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Die Staatsanwaltschaft III des Kantons Zürich hat Anklage gegen den ehemaligen Anlagechef der Pensionskasse BVK des Kantons Zürich sowie gegen fünf weitere Personen erhoben. Ihnen wird Bestechung vorgeworfen, wie die Oberstaatsanwaltschaft am Montag mitteilte.

Dem ehemaligen Anlagechef der BVK Personalvorsorge des Kantons Zürich wird unter anderem mehrfache passive Bestechung und mehrfache ungetreue Amtsführung vorgeworfen.

Laut der Staatsanwaltschaft hat er in den Jahren 2000 bis 2010 von fünf BVK-Geschäftspartnern wiederholt Bargeld und andere finanzielle Vorteile angenommen oder sich versprechen lassen. Der Deliktsbetrag beläuft sich laut Mitteilung auf rund 1,67 Millionen Franken.

Schädigungen im Umfang von über 40 Millionen Franken

Ausserdem wird dem Beschuldigten vorgeworfen, die BVK im Zusammenhang mit Sanierungsmassnahmen, die 2001 und 2002 zugunsten der Beteiligungsgesellschaft BT&T Asset Management AG ergriffen wurden, im Umfang von 43,5 Millionen Franken geschädigt zu haben.

Schliesslich wird ihm zur Last gelegt, bei Geschäften mit der Argus Finanz AG auf Rückvergütungen (Retrozessionen) in der Höhe von 2,3 Millionen Franken verzichtet zu haben.

Mehrere Personen involviert

In diesem Zusammenhang ist auch gegen den Gründer und Chef der BT&T-Gruppe, Walter Meier, Anklage wegen mehrfacher Bestechung erhoben worden. Er soll dem ehemaligen BVK-Anlagechef mehrfach Bargeld in der Höhe von 121'700 Franken übergeben haben. Der BT&T- Chef selbst weist jegliche Vorwürfe von sich, wie das Unternehmen am Montagmorgen mitteilte.

Ebenfalls wegen Bestechung angeklagt ist ein früheres Verwaltungsratsmitglied einer Beteiligungsgesellschaft sowie der Chef der Lehmann Partners AG. Ihnen wird zur Last gelegt, dem damaligen BVK-Anlagechef Bargeld in der Höhe von 200 000 beziehungsweise 863 000 Franken übergeben zu haben.

Die Anklage gegen den Chef der Argus Finanz AG lautet ebenfalls auf mehrfaches Bestechen sowie auf mehrfache Anstiftung zu ungetreuer Amtsführung. Er soll dem ehemaligen Anlagechef der BVK Bargeld im Gegenwert von mindestens 180 000 Franken übergeben und andere finanzielle Vorteile verschafft haben.

Untersuchungen noch nicht abgeschlossen

Schliesslich wird auch der ehemalige Geschäftsführer und Partner der DL Investment Partners AG wegen mehrfachen Bestechens angeklagt, der wegen Flucht- und Verdunkelungsgefahr noch immer in Untersuchungshaft sitzt. Er soll dem ehemaligen BVK-Kadermitglied finanzielle Vorteile verschafft und Vermögenswerte von mindestens 300 000 Franken versprochen haben.

Derweil laufen die von der Staatsanwaltschaft III geführten Untersuchungen wegen Vermögensdelikten zum Nachteil der BVK weiter, wie es in der Mitteilung weiter heisst. Details zum laufenden Strafverfahren gab die Oberstaatsanwaltschaft nicht bekannt. Die Zürcher Finanzdirektion bereitet ihrerseits Schadenersatzforderungen vor, wie sie am Montag mitteilte.

(sda)

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