Drogensucht

01. Juni 2011 14:55; Akt: 01.06.2011 18:21 Print

Einbrecher muss in geschlossene Klinik

von Attila Szenogrady - Ein drogenabhängiger Bülacher hat wegen seiner schweren Sucht rund 90 Einbrüche verübt und Beute für rund 100 000 Franken gemacht. Nun wurde der geständige Seriendieb in eine stationäre Entzugsklinik eingewiesen.

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«Sie haben unglaublich zugeschlagen», sagte der Gerichtspräsident Philippe Ernst anlässlich der Urteilseröffnung zum heute 36-jährigen Angeklagten. Tatsächlich fiel die Bilanz des kaufmännischen Angestellten aus Bülach eindrücklich aus. Der geständige Seriendieb schlug im November 2008 erstmals zu und brach in Zürich in die Deutsche Bank ein, wo er Computer Bargeld sowie Champagner für über 4000 Franken entwendete.

Fleissiger Einbrecher

In der Folge zeigte sich der Schweizer Staatsangehörige als fleissiger Einbrecher. Bis zum Januar 2011 gingen über 90 Einbrüche auf sein Konto. Viele davon im Zürcher Unterland. So waren diverse Firmengebäude in Glattbrugg, Rümlang und in Regensdorf betroffen. Dabei machte er Beute für rund 100 000 Franken. Erheblich höher fiel der angerichtete Sachschaden für über 200 000 Franken aus.

Das Tatmotiv des Beschuldigten war denkbar einfach: Er litt schon seit Jahren unter einer schweren Drogen- und Alkoholsucht. Dabei konsumierte er in erster Linie Heroin und Kokain.

Therapie statt Knast

Vor Gericht hinterliess der Bülacher am Montag einen guten Eindruck. So hat er bereits eine stationäre Entzugstherapie angetreten und ist heute von den Drogen losgekommen. Er schäme sich für seine Taten, teilte er dem Gericht mit. Rechtlich lag ein einfacher Fall vor. So waren sich Anklage und Verteidigung über die Einweisung des Zürcher Unterländers in eine stationäre Massnahme einig. Auch die Richter sprachen sich dafür aus und schoben eine Freiheitsstrafe von 38 Monaten zugunsten der Drogenentzugstherapie auf.

Das Plädoyer des Verteidigers hatte aufgezeigt, dass der Werdegang des Angeklagten kein Zufall war. Bereits seine beiden Eltern hatten ein schweres Drogenproblem.