Kaisten AG

18. Juli 2018 05:43; Akt: 18.07.2018 08:19 Print

Zoff um Frau, die elf Katzen vermisst

Elf Katzen aus dem gleichen Haushalt sind verschwunden. Die Besitzerin vermutet, dass sie umgebracht oder eingesperrt wurden. Sie besitzt offenbar 20 Büsi, was für Unruhe im Dorf sorgt.

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«Er ist ein grosser Kater, sanft und lieb» und «aufgeschlossen, zutraulich zu Menschen»: So werden die Katzen aus Kaisten AG beschrieben, die derzeit bei der Schweizer Tiermeldezentrale (STMZ) als vermisst ausgeschrieben sind.

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Anfang Woche waren es elf Anzeigen, die vom gleichen Haushalt in einem ruhigen Ortsteil des Dorfes stammen. Darin steht, dass die Tiere eventuell eingesperrt, überfahren oder umgebracht wurden. Verschwunden sind die elf Tiere zwischen April und Juli.

Zoff wegen Katzen im Dorf

Die Besitzerin schreibt auf Anfrage von 20 Minuten, dass mittlerweile einige Tiere wieder aufgetaucht seien. Wie die Büsi genau verschwunden sind, sagt sie aber nicht. Sie werde zudem im Dorf geplagt, schreibt sie. Es habe bereits mehrere Versuche gegeben, sie, ihre Hunde sowie ihre Katzen zu überfahren. Sie traue sich nicht mehr, im Dorf Gassi zu gehen. Ihre drei kleinen Hunde und sie würden beim Spaziergang immer von ein paar Büsi begleitet. Dass die Katzen dabei teilweise auf der nächtlichen Strasse lautlos herumrennen, störe die Leute.

Tatsächlich sind die Katzen derzeit das Gesprächsthema in der Nachbarschaft. Laut Anwohnern sind die Tiere zwar gut gepflegt und genährt. «Das Problem ist aber, dass die Frau etwa 20 Katzen hat», heisst es. Die Tiere würden ihre Gärten verkoten und sogar den Friedhof.

Bereits mehrere Tiere seien in der Vergangenheit überfahren worden, aber nicht absichtlich: «Sie haben keinen Respekt vor der Strasse. Eine heikle Situation für Autofahrer.» Versuche, die Situation mit der Besitzerin zu klären, seien gescheitert: «Sie sagt uns nur, dass Katzen nun mal so seien – das sei Natur.» Dabei wäre nur schon geholfen, wenn die Tiere im Garten eingezäunt würden.

Gemeinde kann nichts machen

Dass so viele Tiere nun gleichzeitig als vermisst gemeldet werden, ist den Anwohnern hingegen neu. Sie haben keine Erklärung dafür und glauben auch nicht an einen Katzenhasser. «Jedenfalls sind es nicht weniger Katzen geworden in den letzten Monaten. Offenbar werden die Büsi laufend ersetzt», heisst es in der Nachbarschaft.

Die Katzen waren sogar an der Gemeindeversammlung in Kaisten Thema, wie Gemeindeschreiber Manuel Corpataux bestätigt: «Ein Anwohner hat sich beschwert.» Er habe zwar Verständnis für die Situation. Nur könne die Gemeinde nichts machen, da sie nicht zuständig sei: «Katzen sind dem Privatrecht oder dem Tierschutz unterstellt.» Man rate den Anwohnern daher, das Gespräch zu suchen: «Sonst sind der Friedensrichter oder der Veterinärdienst die richtigen Anlaufstellen.»

Viele Katzen verstösst nicht gegen Tierschutzgesetz

Beim Aargauer Veterinärdienst heisst es, dass man normalerweise erst dann konkrete Massnahmen prüft, wenn man Anhaltspunkte für Verstösse gegen die Tierschutzgesetzgebung erhält – etwa eine Vernachlässigung der Katzen oder schlechte Haltungsbedingungen.

«Entsprechende Hinweise aus Kaisten haben wir bisher nicht erhalten», sagt die Kantonstierärztin Barbara Thür. Grundsätzlich gebe es in der Tierschutzgesetzgebung keine Einschränkungen hinsichtlich der Anzahl Katzen: «Es reicht daher für Massnahmen des Veterinärdienstes nicht aus, wenn eine Person viele Katzen hält und dies zu einem Ärgernis für andere Anwohner wird.»

(som)