Zürich-Kalkbreite

25. Juli 2014 05:56; Akt: 25.07.2014 05:56 Print

Endspurt beim Bau des neuen Kinos Houdini

Handwerker verpassen den fünf Sälen des Zürcher Kinos Houdini derzeit den letzten Schliff. Das Publikum darf sich auf viel Platz beim Sitzen und ein neuartiges Soundsystem freuen.

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Flinke Hände schrauben im neuen Kino Houdini in der Genossenschaftsüberbauung Kalkbreite momentan Lampen an die Decke, verlegen Böden und montieren wohl etwas vom Wichtigsten: die dreifarbigen Sitze. «Diese haben wir extra in Spanien herstellen lassen», sagt Co-Betriebsleiterin Simone Hari. In jedem der fünf Säle wird der Besucher auf andere Farben treffen. «Damit peppen wir die naturgemäss dunklen und kompakten Räume auf.»

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Kompakt oder klein sind sie tatsächlich – für Kinoverhältnisse. Der grösste Saal bietet gerade mal 54, der kleinste 32 Sitzplätze. Zum Vergleich: Das Riffraff 1, welches wie das Houdini zur Neugass Kino AG gehört, fasst 180 Personen. «Dafür ist die Beinfreiheit maximal – man kann sogar sitzen bleiben, wenn der Nachbar vorbeigehen will», sagt Hari.

Täglich Filme für Kinder

Überhaupt sieht sie die niedrige Platzzahl gerade als Trumpf: «Wir sind dadurch flexibler und können beispielsweise Geheimtipps zeigen», so Hari. Trotzdem gehören aber auch Premieren von grösseren Arthouse-Produktionen zum Programm. Solche, die etwa gleichzeitig in anderen Kinos in der Innenstadt starten. Hinzu kommen täglich Kinderfilme.

Technisch seien die Kinos selbstverständlich auf dem neusten Stand. Besonders stolz ist Hari auf das Atmos Dolby Sound System in Saal 1. «In Zürich sind wir die ersten und selbst schweizweit sind erst vier Kinos damit ausgestattet.» Bei diesem System hängen auch Lautsprecherboxen über den Zuschauern. «Wenn beispielsweise ein Helikopter über die Leinwand fliegt, hat man das Gefühl, unmittelbar darunter zu stehen.»

Ein eigens kreierter Hot-Dog

Doch nicht nur Filmliebhaber sollen den Weg ins Houdini finden. «Viele werden zu uns kommen, weil ihnen die Bar gefällt oder weil sie hier Leute treffen wollen», sagt Hari. Oder weil sie möglicherweise die eigens für den Houdini-Hot-Dog kreierte Wurst probieren möchten. Die Kombination von Kino und Gastronomie habe sich im Riffraff bestens bewährt. «Hier haben wir die Idee nochmals weiterentwickelt.»

Das Architekturbüro Staufer und Hasler hat die fünf Säle auf drei Etagen verteilt. Zu diesen gelangt man über schmale, überhohe Treppenaufgänge. Der Barbetrieb mit 100 Sitzplätzen erstreckt sich ebenfalls über zwei Stockwerke. Hier sorgen Messingwände, Kirschbaumholz und senfgelbe Sofas für Farbtupfer im ansonsten von Sichtbeton geprägten Raum. Zudem geben grosse Fenster den Blick auf die Badenerstrasse frei.

5 Millionen Franken investiert

Das spezielle Ambiente ist gemäss Hari einer der Pluspunkte des Houdini – und die Lage am Übergang vom Kreis 3 ins Vieri. «Das Gebiet hat sich in den letzten Jahren enorm entwickelt – jetzt ziehen wir mit dem Kinoangebot nach.» Dass an der Langstrasse ein weiterer Kino-Komplex für Arthouse-Filme mit mehreren Sälen geplant ist, macht ihr keine Sorgen: «Wir werden sehen.»

Offen sind Bar und Kino täglich ab 11 Uhr. Die ersten Filme starten bereits um 11.30 Uhr. Gezeigt werden diese stets in der Originalsprache mit Untertiteln und ohne Pause. Los gehts am 21. August unter anderem mit dem Schweizer Spielfilm «Sitting Next to Zoe» und dem finnischen Dokfilm «Mitternachtstango». Bis dahin bleibt bei dem 5-Millionen-Franken-Projekt für die flinken Hände noch allerhand zu tun.

(rom)

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Tomy am 25.07.2014 06:46 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Sehr stilvoll

    Ganz mein Geschmack die Einrichtung. Dachte mir eigentlich, es braucht nicht noch ein weiteres Kino, aber wenn man sich die Bilder anschaut, lohnt sich nur schon ein Besuch in der Bar.

  • Kreis Chaiber am 25.07.2014 09:10 Report Diesen Beitrag melden

    Aufwertung

    Endlich eine Aufwertung des öden Geländes in der Kalkbreite. In wenigen Jahren wird der Wirtschaftsprüfer auf der anderen Seite auch wegziehen. Dann kann was Vernünftigeres dort hin gestellt werden.

  • Catherine Luke am 30.07.2014 09:50 Report Diesen Beitrag melden

    Kate

    Warum hat man das Plaza Kino geschlossen, um nur ein Paar Jahre später am Kalbreite ein neues zu eröffnen??? Klingt nach Geldverschwendung...

Die neusten Leser-Kommentare

  • Catherine Luke am 30.07.2014 09:50 Report Diesen Beitrag melden

    Kate

    Warum hat man das Plaza Kino geschlossen, um nur ein Paar Jahre später am Kalbreite ein neues zu eröffnen??? Klingt nach Geldverschwendung...

  • M.Z am 25.07.2014 10:25 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    IMAX für Zürich

    Was toll wäre, wenn es in Zürich endlich mal ein IMAX Kino geben würde

  • Peter Zürcher am 25.07.2014 10:11 Report Diesen Beitrag melden

    Kino anstatt Familienwohnungen

    So eine Frechheit. Ich habe gedacht, die neue Ueberbauung beim Tramdepot, diene ausschliesslich der Bebauung von kostengünstigen Familienwohnungen in der Stadt. Und jetzt ein Kino noch. Dies wird nicht rentieren. Zumal in den letzten 10 Jahren, etliche Kinos ihre Türen schliessen mussten. Hoffentlich muss das ehrwürdige und legendäre Kino Uto nicht daran glauben, nur weil die Kino Neugass AG grössenwahnsinnig geworden ist.

  • Kreis Chaiber am 25.07.2014 09:10 Report Diesen Beitrag melden

    Aufwertung

    Endlich eine Aufwertung des öden Geländes in der Kalkbreite. In wenigen Jahren wird der Wirtschaftsprüfer auf der anderen Seite auch wegziehen. Dann kann was Vernünftigeres dort hin gestellt werden.

  • Tomy am 25.07.2014 06:46 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Sehr stilvoll

    Ganz mein Geschmack die Einrichtung. Dachte mir eigentlich, es braucht nicht noch ein weiteres Kino, aber wenn man sich die Bilder anschaut, lohnt sich nur schon ein Besuch in der Bar.