Viele Orte im Aargau betroffen

04. Februar 2020 15:15; Akt: 04.02.2020 15:15 Print

Erhöhte Rückstände von Pestizid im Trinkwasser

Der Kanton Aargau vermutet, dass zwei Drittel der Trinkwasserfassungen zu hohe Rückstände des Pestizids Chlorothalonil enthalten.

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Die Aargauer Wasserversorger sind bei der Überwachung des Trinkwassers auf Rückstände des seit Anfang Jahr verbotenen Pestizids Chlorothalonil weiter gefordert. Sie müssen das Trinkwasser auf ein weiteres Abbauprodukt des Pestizids untersuchen.

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Es sei davon auszugehen, dass rund zwei Drittel der Trinkwasserfassungen erhöhte Rückstandswerte des Abbauprodukts Chlorothalonil-Sulfonsäure aufwiesen, teilte das kantonale Departement Gesundheit und Soziales (DGS) am Dienstag mit.

Nicht die gleichen Eigenschaften

Es handle sich um einen Stoff, der nicht die gleichen Eigenschaften wie die Ausgangssubstanz Chlorothalonil habe. Der Stoff gilt nach derzeitigen wissenschaftlichen Erkenntnissen nicht als krebserregend – eine solche Wirkung kann jedoch auch nicht ausgeschlossen werden.

Bei Überschreitungen des Höchstwertes der Abbauprodukte von Chlorothalonil müssen die Wasserversorger Massnahmen zur Verbesserung der Trinkwasserqualität prüfen, wie das DGS festhält. Wenn Möglichkeiten bestünden, die zeitnah und mit verhältnismässigem Aufwand umsetzbar seien, müssten diese ergriffen werden. Das Amt für Verbraucherschutz will die Wasserversorger bei der Lösungssuche unterstützen.

Wasser zumischen

Wenn zu hohe Werte festgestellt werden, so kann der Wasserversorger so viel Wasser aus einer unbelasteten Quelle zumischen, bis der Höchstwert unterschritten wird. Ist dies nicht möglich oder nicht wirtschaftlich, kann das Wasser bis auf weiteres nicht mehr genutzt werden.

Das Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen (BLV) teilte den Kantonen Ende Januar mit, dass sämtliche Abbauprodukte von Chlorothalonil relevant sind. Das Aargauer Amt für Verbraucherschutz wird den Wasserversorgern ab März die Untersuchung des zusätzlichen Abbauprodukts anbieten. Das Trinkwasser ist gemäss Angaben des Kantons weiterhin uneingeschränkt konsumierbar. Das Trinkwasser sei ein sicheres Lebensmittel.

(sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Chrissie Holz am 04.02.2020 15:25 Report Diesen Beitrag melden

    Trinkwasserschutz JA

    Ein JA zur Trinkwasserinitiative! Diese Initiative wird als extrem bezeichnet, weil sie effektiv eine Änderung bringen wird.

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  • Sala Mi am 04.02.2020 15:47 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Eigene Nase?

    Wir sollten mal unsere Haltung überdenken. Wir erwarten jeden Tag Verfügbarkeit auf was wir grad Lust haben. Makelloses Zeug ist nicht natürlich, wird aber erwartet. Nur weil ein Biolabel drauf ist heisst es noch lange nicht dass schonend mit unseren Ressourcen umgegangen wird. Unsere Gesellschaft ist selber schuld, der Bauer unter Existenzangst weil er ohne Einsatz von Schutzmitteln keine Abnehmer mehr findet bzw. alles eingeflogen wird. Da nützt es auch nichts mit dem Velo zur Arbeit zu fahren. Kauft regional und saisonal ein, nicht das was Betty Bossi grad tolles gekocht hat.

  • Herr Monte Signore am 04.02.2020 15:32 Report Diesen Beitrag melden

    Genug da

    da wird kein Melita Kaffee Filter mehr nützen !

Die neusten Leser-Kommentare

  • Mike am 05.02.2020 14:24 Report Diesen Beitrag melden

    alles Idiote

    20 min berichte schreiben sollte tödlich sein , wir hätten weniger probleme in der schweiz .

    • Umweltschützer am 05.02.2020 16:05 Report Diesen Beitrag melden

      hast gut konsumiert hee!

      Du hast anscheinend schon zu viel davon gehabt!

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  • Heidi Berger am 05.02.2020 13:36 Report Diesen Beitrag melden

    Umweltprobleme ins Ausland verschoben

    Unsere Umweltschützer interessiert nicht, was ännet der Grenze passiert. Mit der Trinkwasserinitiative werden viel weniger Lebensmittel im Inland produziert. Folglich wird unsere Essen sorgenfrei importiert. Weil im Ausland wird gespritzt was das Zeug hält.

  • beat graf am 05.02.2020 11:26 Report Diesen Beitrag melden

    Panikmache

    und wie hoch sind nun die Werte und wie hoch sind die Grenzwerte? Das steht nirgends im Artikel...

    • Heidi Berger am 05.02.2020 13:46 Report Diesen Beitrag melden

      Spaghetti schenken ein

      Apropos Werte: Wenn du weniger Pestizide konsumieren wills, verzichte auf importierte Spaghetti. Ein Teller kommt mehreren 1000 Liter des "verseuchten" Trinkwassers gleich.

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  • Uw am 04.02.2020 21:12 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    4 Miliarden

    Für das bezahlen wir den Bauern 4 Milliarden das sie unser Trinkwasser ungeniessbar machen.

    • Heidi Berger am 05.02.2020 13:43 Report Diesen Beitrag melden

      Die Biobauern bekommen auch Geld

      Die 4 Mia werden nicht für Pestizide sondern für die Erfüllung der Verfassungsziele eingesetzt. Der Grösste Teil wird für Ökoprogramme eingesetzt.

    • Bauer am 05.02.2020 15:36 Report Diesen Beitrag melden

      Direktzahlung

      @Uw Du weißt schon das der größte Direktzahlungsempfänger ein Bio Gemüseproduzent ist. Er kassiert 500000 fr. Aber das ist für in ein kleiner Teil, Er macht sicher aber 50 Mio Umsatz, wenn nicht mehr.

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  • Dr. W. Meiser am 04.02.2020 20:06 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Sorge

    Mit den Pestizidverbots-Initiativen wird vorerst nichts gelöst. Nur neue Probleme erschaffen. Aber ok, eure Meinungen sind gemacht, wie man liest. Aber diverse Wissenschaftler an den Agrarforschungsinstituten (Fibl, Agroscope) betrachten diese Initiativen mit grösster Sorge. Gemäss unseren Nachforschungen werden die neuen Massnahmen die existenzbedrohenden Umstände für Bauern verschärft. Und wer ist dann schuld? Ihr nicht nein, ihr habt ja verantwortungsvoll gehandelt...

    • Dr. Frankenstein am 04.02.2020 20:17 Report Diesen Beitrag melden

      @ W. Meiser

      Pestizide gehören nicht in Trinkwasser.

    • Giovanni l'amour am 04.02.2020 23:11 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Dr. W. Meiser

      Gibt es nur eine Bauernexistenz mit Pestiziden?

    • Maler50 am 05.02.2020 09:15 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Dr. W. Meiser

      Noch lange kein Grund dass Grundwasser zu vergiften.

    • Umweltschützer am 05.02.2020 16:07 Report Diesen Beitrag melden

      @Dr. Frankenstein

      Bravo! Wieso verstehen das manche nicht??

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