Flughafen Zürich

03. Juni 2010 16:54; Akt: 04.06.2010 16:06 Print

Erster Körperscanner im Einsatz

Am Flughafen Zürich werden die ersten Passagiere zu Testzwecken mit einem Sicherheitsscanner kontrolliert - aber ganz ohne Nacktbilder.

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Der Flughafen Zürich testet einen neuen Körperscanner. In den kommenden sechs Wochen werden zu Spitzenzeiten auch Passagiere so kontrolliert. Anders als sogenannte «Nacktscanner», die vor anderthalb Jahren europaweit Diskussionen auslösten, wird der Privatsphäre des Passagiers mit dem neuen Modell stärker Beachtung geschenkt.

So sind bei dem aus den USA stammenden Gerät des Typs L-3 ProVision ATD die Körperkonturen des Passagiers nicht sichtbar. Nach dem zwei Sekunden dauernden Scan wird am Kontrollbildschirm lediglich ein Körperpiktogramm angezeigt. Dafür werden die Stellen, an denen sich Gegenstände jedwelcher Art befinden, mit einem Balken markiert.

Schweiss wird angezeigt

Trägt ein Fluggast indes keinerlei Gegenstände auf sich, erscheint grün die Aufschrift «OK» und er darf ohne weitere Körperkontrolle passieren, wie Ernst Schlecht, Sicherheitsschef des Flughafens, am Donnerstag vor den Medien erklärte.

Allerdings sollte ein Deo verwenden, wer die Scanner-Kabine betritt. Eine Mediendemonstration machte nämlich klar, wie genau der Scanner, der laut Schlecht bereits Gegenstände mit einer Grösse von wenigen Millimetern zu erkennen vermag, arbeitet: So wurde selbst ein unter den Achseln leicht schwitzender Mann entlarvt.

Hier liegt jedoch der Vorteil des Sicherheitsscanners gegenüber den herkömlichen Metalldetektoren: So werden nicht nur metallische Stoffe, sondern auch Flüssigkeiten, beispielsweise Flüssigsprengstoff, erkannt. Egal ob fest oder pulverförmig, ob hart oder weich - all das ist laut Schlecht für den L-3 ProVision kein Problem.

Die Tests mit dem neuen Gerät dauern vom 8. Juni bis zum 14. Juli. Anders als vor anderthalb Jahren, als am Flughafen erstmals ein Bodyscanner getestet wurde, sollen dieses Mal auch Passagiere als Versuchskaninchen dienen - allerdings nur, wenn sie ausdrücklich einverstanden sind. Der Einsatz erfolgt zudem an einem Gate im Dock A, das nur zu Spitzenzeiten geöffnet wird.


Der Spass ist innert Sekunden vorbei ... wenn man nichts auf sich trägt:


(ann/sda)