Zürich

13. Februar 2014 11:34; Akt: 13.02.2014 16:42 Print

Erstes Pilotprojekt für Mobility Pricing in der Schweiz?

Der Bund will bis Ende Jahr ein Mobility Pricing-Konzept vorlegen, das die Finanzierung von Strasse und Schiene neu regeln soll. Zürich liebäugelt bereits mit einem Pilotprojekt.

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Vorreiterin in Sachen Strassengebühr: Wer in Stockholm in die Stadt oder aus der Stadt heraus will, muss zahlen. (Bild: Keystone/AP/Henrik Montgomery)

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Bessere Luft und deutlich weniger Blechlawinen: Das versprechen sich die Befürworter von Strassengebühren. Eine der Vorreiterinnen ist die Stadt Stockholm, die das System Road Pricing vor sechs Jahren einführte. Autofahrer zahlen dort für die Fahrt in die Stadt hinein oder aus der Stadt heraus je nach Tageszeit umgerechnet zwischen 1.30 und 2.70 Franken. Kameras erfassen jeweils die Kennzeichen - der Lenker erhält Ende M0nat eine Rechnung.

Die Verantwortlichen sind begeistert. Seit der Abgabe gebe es auf den Strassen Stockholms bis zu 20 Prozent weniger Stau, so Gunnar Söderholm, Umwelt und Gesundheitsdirektor der schwedischen Hauptstadt, gegenüber der «Rundschau».

Mauch: «1,7 Rappen pro Kilometer»

Auch in der Schweiz wird die Entwicklung genau beobachtet. Bis Ende Jahr soll das Departement von Verkehrsministerin Doris Leuthard ein Konzept zum sogenannten Mobility Pricing ausarbeiten. Im Unterschied zum Road Pricing werden dabei nicht nur die Autofahrer, sondern auch ÖV-Nutzer zur Kasse gebeten. Ganz nach dem Grundsatz: Jeder zahlt für die Mobilität, die er nutzt. Statt der heute bestehenden Verkehrsabgaben auf Bundesebene würde also eine leistungsabhängige Abgabe erhoben. Wie dieses Konzept aussehen wird, ist noch völlig unklar. Doch linke Politiker forderten in der Vergangenheit immer wieder, dass der Bund Strassenzölle zumindest als Teil des Mobility Pricings prüft.

Die Kantone erwarten den «Mobility Pricing»-Bericht mit Spannung – und überlegen sich bereits weitere Schritte. Bei einem positiven Bescheid des Bundes werde man prüfen, ob in der Region Zürich ein Pilotprojekt gestartet werden könne, so Corine Mauch, Stadtpräsidentin und Vorsteherin des Vereins Metropolitanraum Zürich. Die Durchführung eines Pilotprojekts würde auch klären, ob Systeme aus dem Ausland auf die Schweiz oder konkret auf die Region Zürich übertragen werden könnten, wie Mauch in der Sendung weiter sagte. Fest steht schon, wie viel die Autofahrer zahlen müssten, um die künftigen Kosten des Strassennetzes zu decken. «Man rechnet nun mit einer Abgabe von 1,7 Rappen pro Personenkilometer», erklärte Mauch. Hiermit würden rund 400 Millionen Franken jährlich eingenommen, die dann in die Infrastruktur investiert werden könnten.

(ram)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Walter R am 13.02.2014 12:02 Report Diesen Beitrag melden

    Kaum wiedergewählt, und schon geht's los

    Wunderbar, kaum wiedergewählt denkt Stadtpräsidentin Corine Mauch laut darüber nach, wie sich der Privat-Verkehr mit so einem unsinnigen Road-Pricing-Projekt in einem immer stärkeren Ausmass behindern und verteuern lässt. Was kommt wohl als nächstes, auf dem gesamten Stadtgebiet höchstens Tempo 30 und alle 30 Meter eine Radarfalle?

  • Neutralo am 13.02.2014 11:53 Report Diesen Beitrag melden

    Ironie

    Sehr gute Idee... in der S12 von Winterthur nach Zürich hat's sowieso noch jedemenge Platz! Man könnte ja gleichzeitig auch noch die Zugkompositionen kürzen um Heizkosten zu sparen.

  • Landei am 13.02.2014 13:06 Report Diesen Beitrag melden

    lach mir ins Fäustchen...

    wer hat sie wieder gewählt? Die Stadtzürcher selber...

Die neusten Leser-Kommentare

  • J. von Nazareth am 13.02.2014 18:29 Report Diesen Beitrag melden

    selber schuld!

    Warum wählt ihr Stadtzürcher rot/grün? Sollte dieses Pricing eingeführt werden, meide ich selbstverständlich - wie von rot/grün gewünscht - die Stadt Zürich. Ich hoffe das es ein paar tausend normal gepolte "Nichtstadtzürcher" ebenso machen. Mal sehen wie das Gewerbe reagieren wird :-)

  • D.N. am 13.02.2014 16:18 Report Diesen Beitrag melden

    Zürcher-Regierung ahoi!

    Ja macht Zürich zu einer Geisterstadt! Alles umfunktionieren auf Velostreifen usw. Sehr gute Idee!

  • Roland Kämpe am 13.02.2014 14:19 Report Diesen Beitrag melden

    Reine Abzocke

    Mit Stauprävention hat das herzlich wenig zu tun. Man will schlicht auf Kosten derer, die zu gewissen Zeiten an gewissen Orten sein müssen, Geld scheffeln.

  • tobytailor am 13.02.2014 14:07 Report Diesen Beitrag melden

    Genug ist genug!

    Jetzt hört mal auf zu flennen, liebe Autofahrer. Ich und viele in der Stadt haben genug von all den Aglos mit ihren alten, schweren und stinkenden Möchtegern-Geländewagen, welche tagtäglich unsere Stadt verpesten und den Platz versperren. Das Roadpricing ist der richtige nächste Schritt zu einer lebensfrohen Stadt. Es funktioniert in Stockholm und es funktioniert in London, also funktionierts auch in Zürich. Und wem die paar Rappen pro Tag zuviel sind, der soll sich halt ein günstigeres Auto leasen (denn barbezahlt sind die meisten ja sowieso nicht).

  • Peter (kinsky) Kälin am 13.02.2014 13:46 Report Diesen Beitrag melden

    Realitätsfremd

    anstelle das Vertrauen der Bürger anzunehmen,zeigt man bereits bei der ersten Handlung nach den Wahlen,die Machtgeilheit ,die sich trotz diverserWahlversprechen, kurz nach der Wahl wieder zeigt.Solche Politiker sollte man bis 6 Monate nach der Wahl absetzen können ! Für Immer