Kanton Zürich

02. August 2018 05:54; Akt: 02.08.2018 05:54 Print

Es gibt immer mehr offene Lehrstellen

Im Juni waren gut 20 Prozent der Lehrstellen noch nicht besetzt –Tendenz steigend. Grund dafür sind die geburtenschwachen Jahrgänge und das Angebot.

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Im Kanton Zürich waren im Juni dieses Jahres noch knapp 1900 Lehrstellen unbesetzt. «Derzeit ist es schwierig, die Lehrstellen zu besetzen», sagt Gianni Migliorisi, Inhaber des Coiffeursalons G&G Hair&Cosmetic Design. Dieses Jahr habe er seine Coiffeur-Lehrstelle wiederum nicht besetzen können.

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Schon in den vergangenen Jahren blieb die Stelle, einen geeigneten Lehrling zu finden, weil viele Bewerbungen lieblos gestaltet sind und viele Rechtschreibefehler enthalten. «Obwohl wir gern jemand ausbilden würden, verzichten wir dann aber darauf», so Migliorisi. Die angespannte Situation zeigt sich auch in den kantonalen Zahlen.

Quote stieg auf 20 Prozent

Lag die Quote der offenen Lehrstellen im Kanton Zürich in den vergangenen Jahren bei 13 Prozent, waren es im Juni 2017 gut 16 Prozent. Dieses Jahr waren es im Juni gar 20 Prozent. Das kantonale Amt für Jugend und Berufsberatung spricht allerdings nicht von einer aussergewöhnlichen Situation.

«Die Zahl der offenen Lehrstellen hat in den letzten Jahren leicht zugenommen, der Lehrstellenmarkt ist aber grundsätzlich stabil», sagt Annette Grüter, Leiterin des Berufsinformationszentrums Horgen. Eine mögliche Erklärung liege bei den Schülerzahlen, die derzeit tief sind. «Der Abschlussjahrgang 2018 ist ein geburtenschwacher Jahrgang.»

Es ist noch nicht zu spät für eine Lehrstelle

Es sei nicht untypisch, dass gewisse Lehrstellen zu Beginn der Sommerferien noch offen sind, so Grüter. Diese könnten zu einem späteren Zeitpunkt noch besetzt werden. «Die Jugendlichen, die noch auf der Suche sind, haben somit gute Chancen, noch eine Lehrstelle zu finden.» Hilfe biete die SOS-Beratung für Jugendliche ohne Lehrstelle.

Besonders viele Stelle sind im Detailhandel und bei Coiffeuren offen. Insgesamt werden laut der Lehrstellenplattform Lena noch über 200 Coiffeure und über 270 Verkäufer gesucht. Auch in der Gastronomie fehlen noch knapp 180 Lehrlinge. Den Grund dafür sieht Grüter bei der Anzahl der Betriebe: «In den Bereichen Detailhandel, Coiffeur und Gastronomie werden sehr viele Lehrstellen angeboten.»

(tam/mon)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • beni am 02.08.2018 07:26 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Wenn wunderts

    Detailhandel Elektronik (3Jahr Berufschule) 6 Jahre Berufserfahrung Bruttolohn: 3300 sfr Fixprovision(+400sfr) Fixlohn =3700 sfr Arbreitszeit 09:00- 19:00 abzüglich, znüni u. zmittagspause. Wenn wunderts dass man da zu wenig Anwärter hat.

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  • Sandro am 02.08.2018 08:04 Report Diesen Beitrag melden

    Echt?!

    : «In den Bereichen Detailhandel, Coiffeur und Gastronomie werden sehr viele Lehrstellen angeboten.» Wundert mich nicht, denn die Lehrlinge sind günstige Arbeitskräfte für diese Betriebe.

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  • Berufsbildnerin am 02.08.2018 07:13 Report Diesen Beitrag melden

    Unbrauchbare Kandidaten

    Wir haben auf eine ausgeschriebene Lehrstelle 60 Bewerbungen erhalten. 50 davon waren unbrauchbar: Noten unter 3, unentschuldigte Absenzen, Negativeinträge in Arbeits- und Sozialverhalten. Ein Grossteil der Kanditaten wurden schon aus einer Lehre geschmissen, weil sie in keinster Weise Leistungen erbracht hatten. Darum bleiben viele Lehrstellen unbesetzt, weil viele Jungendlichen nicht zu gebrauchen sind.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Aryan am 02.08.2018 18:28 Report Diesen Beitrag melden

    Einfach annehmen!!

    Selber Schuld, wenn man einfach Absagen schreibt. Wenn die Firma ''unbedingt'' Lehrlinge braucht, dann sollte man die Bewerbung annehmen, anstatt es einfach in den Müll zu schmeißen! Es gibt Lehrlinge, die sind für den Job sehr interessiert und warten lange darauf, endlich angenommen zu werden!

  • peter ball am 02.08.2018 14:58 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Gymischüler ohne Perspektive

    diejenigen, die nicht ins Gymi gehören und von denen hat es viele, könnten die Lücke gut füllen. Übrigens können auch Gymiabgänger nicht mehr fehlerfrei schreiben. Leider eine traurige Tatsache.

  • Beatanton am 02.08.2018 14:53 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Kein Wunder!

    Das wundert mich nicht. Wer will so einen Beruf noch lernen und das ganze leben am Hungertuch nagen. zb. Für 25 .- haareschneiden

  • trucker am 02.08.2018 12:27 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    quereinstieg

    es gibt auch viele lehrberufe die man als quereinsteiger machen kann. zum beispiel lkw chauffeur. ich war auch gelernter gärtner und bin danach auf den lkw umgesattelt

  • Lukas am 02.08.2018 11:00 Report Diesen Beitrag melden

    Genau... Geburtenschwach...

    So ein Blödsinn. Es kommt schlicht und einfach daher dass die Lehre in einer international tätigen Schweiz nicht mehr wichtig ist. Genau darum werden die Lehrberufe auch so mieserabel bezahlt, weil sie kaum noch Wert in der internationalen Wirtschaft haben. Ich sehe nicht ein warum man Schweizer Kinder, die allesammt in der obligatorischen Schule eine sehr gute Bildung erfahren haben, überhaupt noch in Lehrberufe zwingen will. Es gibt mehr als genug ungebildete Resourcen aus dem Ausland die man mit ein, zwei Monaten Einarbeitung in der Schweiz auf den Bau oder in Handwerksbuden stellen kann.