Secret Santa

22. Dezember 2018 11:23; Akt: 22.12.2018 11:23 Print

Expats sammeln 60'000 Fr für arme Schweizer

Um hilfsbedürftigen Schweizer Familien ein schönes Weihnachtsessen zu ermöglichen, haben Expats via Facebook Geld gesammelt.

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Nina Zanetti-Martin konnte es kaum glauben, dass es in der Schweiz mit so viel Wohlstand auch viele Personen gibt, die am Existenzminimum oder gar darunter leben. Aus diesem Grund hatte die 46-jährige Mutter von Zwillingen im vergangenen Jahr eine Spendenaktion unter Expats via Facebook lanciert. Sie wollte armen Familien ein schönes Weihnachtsessen bescheren. Über 4000 Franken kamen damals zusammen.

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Mit den Erfahrungen vom ersten Mal hat Zanetti-Martin auch dieses Jahr die «Secret Santa Festive Food Parcel»-Aktion lanciert. Und wie: «Wir haben über 60'000 Franken zusammengebracht – es ist einfach unglaublich.» Davon seien rund 40'000 Franken in Waren verschickt worden und rund 20'000 Franken in Form von Gutscheinen.

Über 800 Personen beschenkt

Das Prinzip ist das gleiche: «Ich habe mir dieses Jahr wieder eine Facebookgruppe ausgesucht, wo sich Schweizer am Existenzminimum gegenseitig helfen, und habe gefragt, was sich die Personen zu Weihnachten wünschen.» Die Wünsche seien teilweise herzzerreissend gewesen. «Es gab eine Familie, die sich nur Spaghetti wünschte, nicht mal mit einer Sauce. Eine andere Familie wollte einfach mal selber eine Pizza Margherita backen.» Aber auch Raclette und Fondue Chinoise seien hoch im Kurs gewesen.

Die gesammelten Wünsche hat die 46-Jährige dann an ihre Expat-Facebookgruppe weitergeleitet. «Schliesslich hatte ich 250 Expat-Helfer, die Geschenke für über 800 Personen verschickt haben – die Hälfte davon Kinder und Jugendliche», so Zanetti-Martin.

Expats und Beschenkte freuen sich über die Aktion

Sie sei sich aber gar nicht sicher, wer mehr Freude an der Aktion habe. «Täglich erhalte ich Nachrichten von beschenkten Personen, die vor Freude über die Pakete weinen mussten. Gleichzeitig freuen sich meine Expat-Kollegen derart, dass sie etwas Gutes tun und dem Land, in dem sie zu Gast sind, etwas zurückgeben können», sagt die 49-Jährige, die neben ihrem Job in den vergangenen Wochen täglich mindestens zwei Stunden in die Aktion investiert hat.

«Wir überlegen uns nun auch, wie man während dem Jahr gezielt helfen könnte», sagt Zanetti-Martin. Beispielsweise dass man für die Sommerferien-Saison Badiabos spende, damit die Familien mit ihren Kindern den Sommer geniessen können.

(wed)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • De Schwizer am 22.12.2018 11:39 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Respekt

    Das ist eigentlich Sache von uns Schweizern aber wir sammeln lieber 5 Millionen Franken vor dem KKL und schicken es ins Ausland! Verkehrte Welt! Wir haben über 600000 Leute die Arm sind in unserem gelobten Land... Was läuft da nicht richtig?

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  • Gletti am 22.12.2018 15:05 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Danke

    schön, dass auch einmal für Schweizer gesammelt wird. Es gibt zu viele, die bei uns am Existenzminimum sind. es sollte mehr solche Sammlungen für in der Schweiz lebenden Menschen geben. DANKE

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  • Stefan Steiner am 22.12.2018 15:25 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Bravo

    Super!!! Das ist richtig. Unseren Leuten sollte zuerst geholfen werden und dann kommt das Ausland. Vielen Dank an solche Menschen die etwas für andere tun.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Brunzli am 22.12.2018 23:12 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    JRZ 2019

    Könnten uns freuen auf eine neue und erste Ausgabe JRZ 2019 Schweiz.

  • Mutter am 22.12.2018 23:04 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Arme in der Schweiz

    Gibt es. Kenne einige. Wir gehörten bis vor ein paar Jahren auch dazu.

  • Christine am 22.12.2018 23:01 Report Diesen Beitrag melden

    Armut in vielerlei Hinsicht

    Was heisst Armut? Ich bin nicht arm, aber ich kann mir bei Gott keinen Kaffee mit Freundinnen leisten. Ich kann nicht mal ne Pizza essen gehen. Wenn ich alles bezahlt habe, bleiben mir, wenns hoch kommt noch 200.- mtl. Insofern bin ich zwar nicht arm, aber definitiv weit weg vom sozialen Leben ausserhalb meinen 4 Wänden. Ergo....wer sich am sozialen Leben nicht beteiligen kann, ist hierzulande arm.

  • M. W. am 22.12.2018 22:44 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Hilfe für Hilfesuchende

    Ich habe auch in einer FB-Gruppe mitgemacht um vor Weihnachten zu helfen. Es gab Helfende und Hilfesuchende. Zwei mega Frauen haben die Kontakte koordiniert und die Helfenden haben letzte Woche ein Päckli mit 24 langhaltenden Lebensmittel plus weitere Überraschungen an die Hilfesuchenden verschickt. Es war so eine tolle Aktion. #adventskalenderumgekehrt

  • Nina Zanetti-Martin am 22.12.2018 22:31 Report Diesen Beitrag melden

    Vielen Dank

    Erstens bedanke ich mich, dass 20 Minuten der Initiative eine so grosse Visibilität gegeben hat. Danke auch für alle Reaktionen. Wir sehen sie als ein Beispiel «direkter und bedingungsloser Solidarität». Wenn wir damit weitere Leute dazu inspirieren können, um so besser.