Wegen kaltem Winter

15. März 2012 07:42; Akt: 15.03.2012 20:31 Print

Fabrik-Verschiebung auf Mai verschoben

Wegen dem Ausbau des Bahnhofs muss in Oerlikon ein 6200 Tonnen schweres Backsteingebäude verschoben werden. Das Spektakel hätte diesen Monat stattfinden sollen, steht aber vor Problemen.

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Das ehemalige Verwaltungsratsgebäude der Maschinenfabrik Oerlikon. (Bild: Swiss Primesite)

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Das ehemalige Verwaltungsratsgebäude der Maschinenfabrik Oerlikon (MFO) ist eine Zürcher Herzensangelegenheit. 1889 gebaut, sollte es ursprünglich abgerissen werden um der Durchmesserlinie der SBB Platz zu machen. Die Bevölkerung wehrte sich vehement - mit Erfolg: Im September 2010 entschieden sich die beteiligten Parteien für den Erhalt und damit für eine Verschiebung des Gebäudes um 60 Meter.

Im Juli 2011 begannen die Vorbereitungen. Das Gebäude wurde zuerst angehoben und auf Pfähle gestellt. Anschliessend sollte das Gebäude auf Verschubbahnen bewegt werden - um 4 Meter pro Stunde! Das spektakuläre Ereignis hätte diesen März stattfinden sollen. Der Boden Oerlikons hat aber noch nicht gezittert: Logistische Probleme wie der nötige Bau eines zusätzlichen Leitungsstollens und die Beschaffenheit des Mauerwerks liessen die Arbeiten stocken. Auch der Zielort ist noch nicht bereit.

«Ein Riesenprojekt!»

Rolf Iten von der Iten AG, der zuständige Spezialist für Gebäudeverschiebungen: «Ein Verschiebungsprojekt in diesem Ausmass haben wir noch nie gemacht. Die Distanz von 60 Metern ist das Sechsfache von dem, was wir sonst machen».

Tatsächlich, mit einer Länge von 80 Metern und einem Gewicht von 6200 Tonnen ist das MFO kein Winzling. «Das Einbauen der Verschubbahnen und der Bodenplatten am Zielort läuft auf Hochtouren. Jeden Tag sind 20 Spezialisten unserer Firma vor Ort», so Iten. Die Probleme seien alle lösbar. Unter anderem habe auch der Winter die Bauarbeiten erschwert. «Es war einfach zu kalt», stellt Iten fest.

Das Immobilienunternehmen Swiss Prime Site sieht die Verspätung gelassen: «Das Projekt liegt immer noch im Budgetrahmen», so die Pressesprecherin Nicole Stamm gegenüber 20 Minuten Online. Mit rund 11 Millionen Franken ermöglicht die Firma den Erhalt des Gebäudes. Die Nutzung bleibt dabei wie bis anhin, für die bereits vermieteten Gewerbeflächen werden keine neuen Mieter gesucht.

Nach neuer Planung soll das Gebäude nun am 22. Mai verschoben werden – wenn sich denn keine Probleme mehr ergeben. Iten bleibt pragmatisch: «Es dauert 15 Stunden, wenn alles optimal läuft. Wir rechnen aber mit zwei bis vier Tagen».

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