Schlieren

20. Juni 2019 16:40; Akt: 20.06.2019 16:40 Print

Zug-Fahrtwind reisst 4,4-Kilo-Paket von Perron mit

Mit mehreren Paketen stand Jasser Kassab am Bahnhof Schlieren. Der Fahrtwind riss eines mit. Die SBB überprüft derzeit die Situation.

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Pendler wissen: Wenn man auf dem Perron steht und ein Zug vorbeibraust, gibt es einen starken Luftzug. Doch mit einem so starken Sog hat der Zürcher Jasser Kassab nicht gerechnet. Vor mehreren Wochen wartete er mit seinem Bruder auf dem Perron 4 am Bahnhof Schlieren auf die S-Bahn. Die beiden hatten einen neu erworbenen Kinderwagen dabei. Die Einzelteile waren in mehrere Kartonkisten verpackt.

Als dann ein Güterzug vorbeifuhr, seien die Kisten ins Wanken geraten, bis ein Paket trotz seines Gewichts von rund 4,4 Kilogramm vom Fahrtwind mitgerissen wurde, sagt Kassab zur «Limmattaler Zeitung». Darin befand sich der Kindersitz, der beinahe zwischen Zug und Perron zerrieben worden sei. «Mein Bruder und ich konnten nur unter Schock zuschauen, was da vor sich ging. Die Szene war wirklich erschreckend.»

Bereits 2016 ein Thema

Dabei seien sie über einen Meter von der Gleiskante entfernt gestanden, wie der 39-Jährige, der bald Vater wird, betont. «Nicht auszumalen, wenn ein kleines Kind oder ein Kinderwagen in den Sog eines Güterzuges gerät und mitgerissen würde.» Er findet, dass die schnellen Güterzüge möglicherweise auf einem anderen Gleis verkehren oder ganz umgeleitet werden sollten.

Der Fahrtwind war bereits 2016 ein Thema gewesen. Der ehemalige CVP-Gemeinderat Rolf Wegmüller verfasste damals einen entsprechenden Vorstoss. «Für mich ist noch immer rätselhaft, dass keine Durchsage kommt, die die wartenden Pendler auf die Züge aufmerksam macht», sagt er der Zeitung.

SBB überprüft Situation

Bei der SBB heisst es, dass keine Gefahr bestehe, wenn sich Reisende hinter den weissen Sicherheitslinien aufhalten würden. An allen Bahnhöfen werde regelmässig geprüft, ob die Anzahl der Reisenden so sehr zugenommen habe, dass die Platzverhältnisse knapp werden könnten. Eine solche Prüfung läuft derzeit in Schlieren.

Handlungsmöglichkeiten sieht Sprecher Raffael Hirt etwa bei einer möglichen Verschiebung oder Verkleinerung des Wartehäuschens oder bei der Umplatzierung von Billettautomaten oder anderen Elementen wie Abfalleimern. Ob Massnahmen ergriffen werden, ist aber noch unklar.

Haben Sie schon gefährliche Situationen auf dem Perron erlebt? Erzählen Sie uns die Geschichte in einem Mail an feedback@20minuten.ch mit dem Betreff PERRON.

(tam)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Fridu am 20.06.2019 17:04 Report Diesen Beitrag melden

    Abstand = Sicherheit

    Langsam sollte auch der letzte Mensch begriffen haben dass es auch auf dem Perron die ansogkraft gibt. Es ist gefährlich! Wiso steht man den trotzdem so nahe... Ich bin selber ein Lokführer, wir bangen jeden Tag darum das wir nicht Leute Überfahren. Abstand vom Perron, genug Abstand! Und schaut auch auf andere und nicht nur immer aufs Smartphone! Danke :)

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  • Zürcher am 20.06.2019 17:08 Report Diesen Beitrag melden

    Kopfschüttel!

    Ist dass jetzt ein Witz? Ist dass wirklich eine Nachricht wert? Logisch wird ein 4,4 Kilo Paket mitgerissen, ist ja auch nicht schwer.

  • Adrian am 20.06.2019 17:00 Report Diesen Beitrag melden

    «Mein Bruder und ich...

    ...konnten nur unter Schock zuschauen, was da vor sich ging. Die Szene war wirklich erschreckend.» Ja klar, ist ja schlimmer als ein Horrorfilm, gell...

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Die neusten Leser-Kommentare

  • MrAndy am 21.06.2019 11:59 Report Diesen Beitrag melden

    Aha

    Das ist die neue Form von umgefallenen Reissäcken.

  • hgidl am 21.06.2019 08:32 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Ein wenig blöd

    Na ja, ein Meter ist immer nicht recht nahe zur Kante. Man sollte das mittlerweile wissen!

  • Walter am 21.06.2019 08:25 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Schock

    Ich stehe auch unter Schock, und zwar von diesem Artikel. Sind wir schon im Sommerloch?

  • User am 21.06.2019 08:13 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Sicherheit?

    "Die SBB überprüft derzeit die Situation". Wie lange dauert denn eine solche Prüfung? Müssen denn weitere Zwischenfälle passieren?! Die Bahnhofinfrastruktur in Schlieren ist völlig veraltet und nicht mehr zeitgemäss. Das Problem dort sind nicht die Fahrplanmässigen Züge, sondern Güterzüge und die einzelnen Loks (welche man fast nicht hört, dies auch ohne Stöpsel im Ohr, notabene!). Offenbar ist es technisch (?) nicht möglich Zugdurchfahrten über Lautsprecher zu melden. Tipp: Ich bewege mich dort ausschliesslich innerhalb der weissen Streifen. Auf Ein-, Ausfahrtsignale achten. Ist bewährt!

    • Bahnfan am 21.06.2019 11:20 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @User

      Jeder Zug verkehrt nach einem Fahrplan. Und jeder sollte wissen, dass man am Perron aufpassen muss.

    • Mario am 21.06.2019 15:17 Report Diesen Beitrag melden

      @User

      Die SBB überprüfen etwa so lange, wie in Berlin überprüft wird, wann der Flughafen eröffnet werden kann.

    • Tja am 21.06.2019 17:08 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @User

      Itaien sehr Vorbildlich sagen da halt nix .....

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  • MrX8600 am 21.06.2019 07:06 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Horror

    Uiii ich hoffe es geht alles beteiligten gut. Horror so etwas erleben zu müssen... Ironie aus