Autofahrer und 2 Pferde tot

03. Februar 2019 10:01; Akt: 03.02.2019 22:59 Print

Mann greift TV-Journalist nach Unfall auf A3 an

Ein Autofahrer kollidierte auf der A3 mit zwei Pferden – er und die Tiere starben. Die Pferde sind wohl aus einem Hof ausgebrochen, Nachbarn sind schockiert.

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Am Sonntag kurz vor 4 Uhr fuhr ein 53-jähriger Automobilist auf der Autobahn A3 Richtung Zürich. Ungefähr einen Kilometer nach dem Blatt-Tunnel bei Wollerau SZ kollidierte er mit zwei freilaufenden und sich auf der Fahrbahn befindenden Pferden.

Trotz sofort eingeleiteter Reanimation durch die ausgerückten Rettungskräfte verstarb der Lenker des VW noch auf der Unfallstelle. Auch die beiden Tiere kamen beim heftigen Zusammenprall ums Leben.

Die genaue Unfallursache und der Grund, weshalb sich die Pferde auf der Autobahn aufhielten, wird durch die Kantonspolizei Zürich in Zusammenarbeit mit der Staatsanwaltschaft Limmattal-Albis untersucht.

«Der Fall ist sehr speziell»

Ebenfalls ist bis jetzt unklar, wem die Tiere gehören und wie sie auf die abgezäunte Autobahn kamen, sagt Kapo-Mediensprecher Ralph Hirt zu 20 Minuten: «Der Fall ist sehr speziell. In meiner 35-jährigen Karriere bei der Polizei habe ich noch nie etwas Derartiges gehört.» Zwar gebe es auf der Autobahn manchmal Zusammenstösse mit Wildtieren: «Für den Autofahrer ist das meistens weniger gefährlich, da so ein Wildtier in der Regel viel kleiner und leichter ist als ein Pferd.»

«Das Ganze ist unheimlich tragisch»

Die Pferde dürften aus einem Hof in der Nähe der Autobahn ausgebrochen sein. Ein Nachbar sagt zu 20 Minuten, dass er in der Nacht gegen 1 Uhr hörte, dass sich Pferde vor seinem Haus befinden. «Ich habe dann kurz rausgeschaut und gesehen, dass die beiden Tiere wieder auf ihre Weide gelaufen sind.»

Deshalb sei er wieder in sein Bett gegangen: «Pferde gehen normalerweise wieder zurück zu ihrer Herde.» Als er dann am Sonntagmorgen von Unfall auf der A3 hörte, sei er schockiert gewesen: «Vielleicht sind sie wegen des Schnees nervös geworden.» Wie und warum sie aus ihrer Weide ausgebrochen sind, wisse er nicht: «Jedenfalls standen Autos der Kantonspolizei am Sonntagmorgen vor dem Pferdehof. Das Ganze ist unheimlich tragisch.»

TV-Journalist angegriffen

Geschockt ist auch eine andere Frau, die in der Reiterszene aktiv ist: «Ich habe kurz mit den Besitzern des Stalles gesprochen. Verständlicherweise sind sie völlig aufgelöst.» Mehr wisse sie aber nicht, so die Frau.

Als 20 Minuten gemeinsam mit einem Fernsehjournalisten vor dem betroffenen Hof stand, kam ein Mann aus dem Stall gerannt. Wortlos nahm er die Kamera und das Stativ des TV-Reporters und schmiss es auf den Boden. Danach ging er nochmals mit dem Stativ auf den Reporter los, der dabei unverletzt blieb.

Sind die Pferde über Autobahnzufahrt auf A3 geraten?

Gemäss dem Blick hat die Besitzerin des einen Pferdes, das bei dem Unfall ums Leben kam, auf Instagram einen Post veröffentlicht. «Liebe Community, unser geliebter Stone musste tragischerweise unsere Welt verlassen», heisst es darin. Und: «Wir sind in tiefster Trauer, ihr wisst nicht, wie unglaublich schwer dieser Verlust für uns ist, und hoffen auf euer Verständnis.»

Auch bei anderen Pferdehaltern in der Region ist die Betroffenheit nach dem Unfall gross. So hat auch die Polizei Reitstall-Besitzerin Margrit Korrodi aus Schönenberg ZH kontaktiert: «Sie haben mich gefragt, ob die verunfallten Tiere mir gehören – im ersten Moment hatte ich einen Schreck.» Doch beim Blick in den Stall gab es Entwarnung. Alle 60 Pferde sind wohlauf. «Ich halte meine Tiere drinnen in Boxen mit Auslaufhaltung. Von daher ist auch das Risiko sehr klein, dass sie ausbrechen können.»

Es gebe allerdings immer mehr Pferde, die in Offenstallhaltung leben. Will heissen, sie können in den Stall und ins Freie, wann sie wollen. «Vielleicht war irgendwo ein Zaun kaputt oder jemand hat eine Türe geöffnet.» Aber dies sei alles Spekulation, betont Korrodi: «Ich kann mir auch nicht vorstellen, dass Pferde über den Zaun bei der Autobahn springen. Der ist viel zu hoch.»

Möglich sei, dass sie über die Autobahnzufahrt dort hingeraten seien. Dass zwei Pferde auf der Autobahn gewesen sind, ist für Korrodi nicht erstauntlich: «Sie sind Herdentiere.»

(dmo/som)