Brasilianer verurteilt

19. Februar 2011 11:11; Akt: 19.02.2011 16:10 Print

Falscher Portugiese erwischt

von Attila Szenogrady - Um Arbeit und einen Aufenthalt zu sichern, hat sich ein Brasilianer aus Glattbrugg mit gefälschten Dokumenten als Portugiese ausgegeben. Er ist kein Einzelfall.

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In seinem kürzlich eröffneten Urteil hat das Bezirksgericht Zürich einen 49-jährigen Brasilianer aus Glattbrugg wegen mehrfachen Vergehens gegen das Ausländergesetz, Täuschung der Behörden sowie Fälschung von Ausweisen zu einer bedingten Freiheitsstrafe von acht Monaten sowie 800 Franken Busse verurteilt.

Die Staatsanwaltschaft hatte zehn Monate bedingt gefordert.

Illegal eingereist

Aus dem Urteil geht hervor, dass der Angeklagte bereits Ende 2004 per Flugzeug illegal in die Schweiz eingereist war. Der Brasilianer lebte längere Zeit in Glattbrugg und wurde im Januar 2009 im Rahmen einer Polizeiaktion verhaftet und verschwand für 63 Tage im Gefängnis.

Dabei kam heraus, dass sich der Beschuldigte mit einem gefälschten portugiesischen Reisepass relativ mühelos Arbeit und Aufenthalt gesichert hatte. So stellte er auf der Einwohnerkontrolle Opfikon zuhanden des Migrationsamtes ein Gesuch um Erteilung einer Aufenthaltsbewilligung für EU-Bürger.

Offenbar handelte es sich um gut gefälschte Dokumente. So gelang es dem Angeklagten, die Behörden tatsächlich zu täuschen. Sie stellten dem Südamerikaner im Rahmen des Freizügigkeitsabkommens eine Aufenthaltsbewilligung für die ganze Schweiz bis zum Februar 2012 aus.

In Abwesenheit verurteilt

In der Folge schlug sich der falsche Portugiese als Reinigungsangestellter durch und verdiente bis zu 17 Franken pro Stunde. Der Schwindel flog auf, als die Polizei im ganzen Kanton Zürich weitere Brasilianer mit der gleichen Masche erwischte.

Das Gericht hat den Angeschuldigten in unentschuldigter Abwesenheit verurteilt. Er hat die Wohnung in Glattbrugg inzwischen aufgegeben und ist womöglich wieder nach Brasilien zurückgekehrt.