Asylbewerberin beschäftigt

09. Dezember 2013 16:47; Akt: 09.12.2013 21:37 Print

Familie Fehr spricht von einem Irrtum

SVP-Hardliner Hans Fehr und seine Frau haben für eine angestellte Asylbewerberin keine Sozialversicherungsbeiträge bezahlt. In einer Stellungnahme bedauern sie nun diesen «Irrtum».

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SVP-Nationalrat Hans Fehr nimmt Stellung zu den Vorwürfen, dass er eine asylsuchende Schwarzarbeiterin beschäftigt habe.

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SVP-Nationalrat Hans Fehr hat mit seiner Frau Ursula eine serbische Asylsuchende für Haushaltsarbeiten angestellt. Da die Familie Fehr keine Sozialversicherungsbeiträge für die 31-Jährige zahlte, hat sie laut der «NZZ am Sonntag» gegen das Schwarzarbeitsgesetz verstossen. Nachdem die Polizei in Eglisau Ermittlungen aufgenommen hatte, gab die Asylbewerberin ihre Arbeit bei Hans und Ursula Fehr auf.

«Wir haben diese sehr tüchtige Frau nie angestellt», schreiben die Fehrs nun in einer Stellungnahme. Man habe vielmehr ein freundschaftliches Verhältnis zu der Familie gepflegt, worauf die Frau hin und wieder Gelegenheitsarbeiten wie Fenster putzen oder Bügeln verrichtet hätte.

«Unser Irrtum bestand darin, dass wir der Meinung waren, damit weit unter der Limite für eine AHV-Abrechnungspflicht zu sein, wie dies bis vor einiger Zeit der Fall war», so die Familie Fehr weiter. Sie hätten nun zur Kenntnis nehmen müssen, dass schon geringste Beträge abzurechnen seien: «Wir bedauern unseren Irrtum, entschuldigen uns dafür und werden allfällige ausstehende Zahlungen selbstverständlich begleichen.»

«Wasser predigen und Wein trinken»

CVP-Nationalrätin Kathy Riklin ist von Fehrs Fehltritt wenig überrascht: «Das zeigt, dass es gerade bei der SVP viele schwarze Schafe gibt.» Sie spricht von Doppelmoral und fügt an: «Wasser predigen und Wein trinken, das geht natürlich nicht.»

Auch von linker Seite hagelt es Kritik. So meint Juso-Präsident David Roth: «Es ist nicht das erste Mal, dass diejenigen, die nach Law and Order schreien, sich selber nicht an die Gesetze halten.» Fragwürdig sei Fehrs Verhalten auch darum, weil er als SVP-Politiker wahrscheinlich für ein Arbeitsverbot von Asylanten einstehe. «Ausserdem ist es zynisch, jemanden wie eine Asylbewerberin auszunutzen, indem man keine AHV-Beiträge zahlt.»

(wed/ala)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Büger André Lestarde am 09.12.2013 17:52 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Super,

    die Fehrs sind beide Politiker und kennen das Sozialversicherungsgesetz nicht. Für wie blöde will er der Öffentlichkeit seinen "Irrtum" verkaufen. Er ist doch sonst immer so ein kluger. Rücktritt Herr Fehr aber sofort !

  • Leonie Berger am 09.12.2013 20:06 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Goodbye

    Ich habe auch so eine Freundin. Die reinigt bei mir das Haus, mal mehr und mal weniger lang und nicht regelmässig jede Woche. Die verdient nach Abgabe aller gesetzlichen Abzügen einen Lohn. Die Frau nennt sich Putzfrau. Herr Fehr: Time to say goodbye.

  • Fred Power am 09.12.2013 19:28 Report Diesen Beitrag melden

    Fragen über Fragen!

    Ist es glaubhaft, dass die Fehr's eine freundschaftliche Beziehung zu einer Asylantenfamilie pflegen? Zu eine Asylantin die gemäss Fehr zu den Scheinasylanten gehört? Wie kommt man denn als Fremden- und Asylantenbeschimpfer überhaupt dazu, eine solche kennen zu lernen? Herr und Frau Fehr: BILLIG, BILLIG, BILLIG. Eine ganz billige Ausrede. Macht beide das, was ihr allen anderen auch immer empfiehlt: Zurücktreten, aber subito!

Die neusten Leser-Kommentare

  • Objektiver am 11.12.2013 11:29 Report Diesen Beitrag melden

    Hauptsache gegen die SVP....

    Endlich hat man mal wieder etwas negatives bei einem SVP-Politiker gefunden - endlich - wenn man aber genau suchen würde, gäb' es noch einige Parteigenossen anderer Parteien, die das Gesetzt nicht 100% einhalten.....

  • Till Eulenspiegel am 10.12.2013 10:38 Report Diesen Beitrag melden

    Es kommt alles raus

    Wie naiv und dumm kann man sein? SVP Geschwafel in Endlosschlaufe über "Schweizer Werte, Eigenständigkeit, Qualität etc.". Alles eine risiege Camouflage. Lügen, betrügen, täuschen und hetzen. Die Vertreter dieser Partei haben ihr wahres Gesicht nicht offen gezeigt, aber es kommt immer alles raus. Nach einem Vorfall vor fast 3 Jahren (Thurgauer SVP Vertreter hat nicht gehalten, was er in der Politik verspricht) bin ich aus dieser Kaninchenzüchterpartei ausgetreten. Bis heute nie bereut!!!

  • Yoda am 10.12.2013 10:17 Report Diesen Beitrag melden

    Lobbyisten Raus!

    Verräter. Ist dir das nicht peinlich? du gehörst in den Zoo als Vertretung der wirbellosen Humanoiden, zusammen mit den Korrupten Polizisten und deinem Kollegen der im Ausland sein haus kauft und dann frech behauptet in der Schweiz gäbe es keine Firma die sowas baut, Google sagt da ganz etwas anderes. Ihr habt klar aufgezeigt dass man euch Parteikasper nicht wählen sollte um der Schweizer Verfassung willen Wählt Leute die keiner Partei angehören! Ihr seid eine schande und euch sollte man Aussschaffen!

  • Bosshart Samuel am 10.12.2013 10:16 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Wie war das mit Wein und Wasser?!;-)

    Es wurde gesagt, die Sache sei politisch motiviert. Natürlich war sie das! Es handelt sich bei Familie Fehr auch nicht um Fam. Otto Normal, die für 30Fränkli den Rasen mähen lässt. Es handelt sich um Exponenten einer Partei, die keine Gelegenheit auslässt,die Missstände unseres Asylwesens anzuprangern und es per Volksinitaitven dermassen zu verschärfen, dass die ausführenden Bundesbehörden des öfteren den Spagat zwischen dem Souverän (Stimmbürger) und völkerrechtlichen Belangen versuchen müssen. Familie Fehr argumenitert da frei nach Göring:"Wer Asylant ist, bestimme ich!" Ich sag nur Pfui!

  • J.C. am 10.12.2013 10:14 Report Diesen Beitrag melden

    Ach was...

    Ach was, Irrtum.. Lach! Er würde besser dazu stehen, was Sache ist : für billige Arbeitskraft sind Ausländer doch gerade gut genug, vor allem ohne die obligatorischen Nebenkosten. Ansonsten hätte man sie ja lieber weit weg, am besten, dort wo der Pfeffer wächst. Was für ein Weltbild...