Er tötete Frau und Kinder

19. Juli 2019 15:12; Akt: 20.07.2019 00:58 Print

Täter von Affoltern ermittelte im Fall Mörgeli

Vier Personen sind am Donnerstag in Affoltern am Albis tot aufgefunden worden. Es handelt sich um ein Ehepaar und zwei Kinder.

Nachbar Rainer Gut über das Familiendrama in Affoltern am Albis.
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Kurz nach 21 Uhr meldete eine Frau am Donnerstagabend bei der Einsatzzentrale der Kantonspolizei Zürich, dass ihre Mitarbeiterin nicht zur Arbeit erschienen sei. Die ausgerückten Polizisten fanden in der Wohnung eines Mehrfamilienhauses vier leblose Personen vor, wie es in einer Mitteilung heisst.

Aufgrund des jetzigen Kenntnisstandes dürfte der 53-jährige Mann erst seine 51-jährige Ehefrau und die beiden Buben im Alter von 7 und 9 Jahren getötet haben und anschliessend sich selbst. Alle vier Personen sind laut der Kantonspolizei Zürich schweizerischer Nationalität.

Ehemaliger Kriminalbeamter

Beim mutmasslichen Täter handelt es sich laut Recherchen von 20 Minuten um einen ehemaligen Kriminalbeamten. Mit seiner Firma arbeitete er laut deren Website unter anderem für diverse Schweizer Polizeikorps, für mehrere Bundesämter, Staatsanwaltschaften und sogar für das FBI und die NSA. Auch eine Nachbarin bestätigt: «Er hielt kürzlich einen Vortrag an der Schule und dort war vermerkt, dass er früher bei der Kriminalpolizei war.»

Das Unternehmen arbeitete auch aktiv im Fall Mörgeli mit. Es wurde von einem Staatsanwalt beauftragt, Kontakte von Universitätsangehörigen mit dem «Tages-Anzeiger» abzugleichen. Dabei sollte herausgefunden werden, wer die Zeitung mit Informationen zu Mörgeli versorgt hatte.

Die Firma war für eine Stellungnahme nicht zu erreichen. Die Kantonspolizei Zürich gibt hierzu keine Auskünfte und verweist darauf, dass es sich um laufende Ermittlungen handle. Ein Artikel der «NZZ am Sonntag» von 2013 zeigt, dass es die Firma mit dem Gesetz nicht immer genau nahm. Obwohl laut Obligationenrecht die Einzelfirma zwingend den Namen des Besitzer hätte tragen müssen, war das beim Unternehmen des mutmasslichen Täters nicht der Fall.

«Mir tut es im Herzen weh, was passiert ist.»


Nachbarn sind wegen der Bluttat schockiert: «Ich kann nicht richtig darüber sprechen – mir tut es im Herzen weh, was passiert ist», sagt eine Anwohnerin mit Tränen in den Augen. «Man hat sich im Vorbeigehen gesehen. Sie waren alle sehr nett.»

Cecilia Nyffenegger wohnt ebenfalls in der Nähe. Oft konnte sie die Ehefrau beobachten, wenn sie mit dem Familienhund spazieren ging. «Sie machte immer einen glücklichen Eindruck, in letzter Zeit wirkte sie aber etwas betrübt», so Nyffenegger.

«Die beiden Buben haben oft vor der Garage gespielt»

Rainer Gut dachte zuerst, dass es sich beim Einsatz am Donnerstagabend um eine Nachtübung handelte. «Wir sind schockiert und es ist tragisch.» Die Familie habe den Eindruck gemacht, dass sie ein schönes, intaktes und aktives Leben hatten. «Die beiden Buben haben oft vor der Garage gespielt, man merkte, dass sie es gut hatten miteinander», sagt der Nachbar.

Die genauen Umstände und Hintergründe der Tat sind noch unklar und bilden Gegenstand der laufenden Ermittlungen. Über die Tatwaffe gibt die Kantonspolizei Zürich keine Auskünfte.

Update folgt...

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(wed/mon/lem)