Freud und Leid an Silvester

01. Januar 2009 08:33; Akt: 01.01.2009 13:46 Print

Feuerwerk, Glühwein - und Überfälle

Die Schweiz hat das neue Jahr mit Glockengeläut und Raketen begrüsst. Grosse Feuerwerke gab es traditionsgemäss in Zürich und Basel. Nicht alles lief rund; es gab am Rande der Feiern einige Verletzte zu beklagen.

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Rund 170 000 Menschen haben in Zürich den Jahreswechsel am Seebecken verbracht und das grosse Feuerwerk bestaunt. Der «Silvesterzauber» verlief bei eisiger Kälte und Schnee vorwiegend friedlich. Zwei Personen wurden verletzt.

Höhepunkt der Silvesterfeier am Zürcher Seebecken war das rund 20 Minuten dauernde Feuerwerk. Die Raketen wurden von zwei Schiffen aus abgefeuert. Zuvor hatten die Kirchenglocken der Innenstadt das alte Jahr verabschiedet und - kurz nach Mitternacht - das neue begrüsst.

Grösstenteils verlief die Feier friedlich, wie ein Sprecher der Stadtpolizei auf Anfrage sagte. Bei zwei Zwischenfällen wurden jedoch zwei Menschen verletzt. Beim Bellevue zündeten Unbekannte mitten in der Menschenmenge einen Feuerwerkskörper. Dieser traf einen Mann und verletzte ihn am Hinterkopf.

Rollstuhlfahrer überfallen

Zudem überfielen Unbekannte bei der Quaibrücke einen Mann im Rollstuhl, schlugen ihn zusammen und raubten ihn aus. Der Behinderte musste mit unbestimmten Gesichtsverletzungen ins Spital gebracht werden, wie der Polizeisprecher am Donnerstag sagte.

Bis in die frühen Morgenstunden musste die Stadtpolizei zudem mehrmals ausrücken, weil sich Leute bei Silvesterfeiern in die Haare geraten waren und es zu bösen Streitereien gekommen war. Übermässiger Alkoholkonsum sei dabei meist im Zentrum gestanden, sagte der Polizeisprecher.

Zahlreiche Verkehrsunfälle und Lärmklagen

Der Wintereinbruch zum Jahresende sorgte auf den Strassen im Kanton zeitweise zu chaotischen Zuständen. Die Kantonspolizei verzeichnete zwischen 19.30 Uhr am Silvesterabend und 7 Uhr am Neujahrsmorgen 53 Verkehrsunfälle. Wie eine Sprecherin gegenüber der SDA sagte, war vor allem nicht an die Strassenverhältnisse angepasste Fahrweise Grund für die Unfälle.

Auf der Autobahn A1 bei Wallisellen verlor ein Lenker kurz nach 21 Uhr die Herrschaft über sein Auto und prallte in die Leitplanke. Der 35-jährige Mann musste verletzt ins Spital gebracht werden. Ansonsten blieb es gemäss Polizeiangaben bei Sachschäden.

Viel Arbeit gab es für die Polizei auch neben der Strasse. Die Polizeisprecherin sprach von einer «sehr unruhigen Silvesternacht» mit viel Lärm und Sachbeschädigungen. In verschiedenen Gemeinden seien zahlreiche Klagen über Lärmbelästigungen eingegangen.

In Adliswil zogen Unbekannte durch die Strassen und richteten grosse Schäden an. Beim Bahnhof zündeten sie ein Velo an, kurze Zeit später unweit davon eine Telefonkabine. Auf ihrer Tour durch das Dorf warfen sie Knallkörper gegen Hausfassaden und steckten auch noch ein Auto in Brand. Über die Höhe des Schadens konnte die Polizei noch keine Angaben machen. Die Täter blieben unerkannt.


Gratis Glühwein in Basel

In Basel wurde über dem Rhein ein grosses Feuerwerk gezündet. Wer kalt hatte, konnte sich mit einem Becher Glühwein aufwärmen. Dieser wurde - wie in vergangenen Jahren - gratis ausgeschenkt. Das Silvester-Feuerwerk über dem Rhein fand zum neunten Mal statt.

Weder Knaller noch Böller waren auf dem Basler Münsterplatz erwünscht. Um 23.30 Uhr spielte dort der Stadtposaunenchor für Menschen, die einen besinnlichen Jahreswechsel feiern wollten. Nach Mitternacht fand ein kurzer Gottesdienst im Basler Münster statt. Zu den Feiern in Basel kamen mehrere tausend Menschen.

Eislaufen auf dem Bundesplatz

In Bern begrüssten einige hundert Menschen das neue Jahr auf Kufen - sie vergnügten sich um Mitternacht auf der am Mittwoch freigegebenen Eislaufbahn auf dem Bundesplatz im Stadtzentrum.
Die rund 700 Quadratmeter grossen Eisbahn vor dem Bundeshaus ist nach Angaben der Stadt sogar grösser als die Eisbahn vor dem New Yorker Rockefeller Center.

(sda)