«Zum Kotzen in Zürich»

23. Februar 2019 11:06; Akt: 23.02.2019 11:06 Print

Fluglotsen lancieren Hotline für Piloten

Ein wütender Swiss-Pilot lieferte sich im letzten Herbst ein Wortgefecht mit dem Tower in Zürich. Jetzt bieten die Fluglotsen die Möglichkeit zum Gespräch.

Der Stein des Anstosses: Ein Mitschnitt der Diskussion zwischen Pilot und Tower. (Video: 20 Minuten/Leser-Reporter)
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Dieser Funkspruch beschäftigte im Oktober 2018 das Land. Als er während rund 30 Minuten keinen Slot zum Abflug bekam, machte er seinem Ärger Luft: «Es ist heute wieder mal zum Kotzen hier in Zürich, ich habe die Schnauze voll von diesem Drecksplatz.» Sein Gegenüber im Tower am Flughafen Zürich blieb ruhig. «Falls Sie Diskussionsbedarf haben, rufen Sie doch an. Das ist gescheiter als hier auf der Frequenz», antwortete sie.

Die Swiss nahm Stellung, entschuldigte sich für den Ausraster des Piloten. Die Zusammenarbeit zwischen Swiss-Piloten und Flugverkehrsleitern sei generell sehr gut, hiess es damals. Offenbar gibt es aber immer noch Gesprächsbedarf.

«Missverständnisse und Frust»

Wie die «Schweiz am Wochenende» berichtet, haben Fluglotsen im Mitgliedermagazin des Pilotenverbands einen Gastbeitrag geschrieben, in dem sie sich an die Cockpitcrew wenden. Sie laden «Interessierte aus dem Cockpit» zum Austausch ein. Dazu ist eine Telefonnummer vermerkt, die Piloten anrufen können. Man könne so Fragen beider Parteien klären.

Denn: «Funktioniert die Kommunikation zwischen Cockpit und Tower reibungslos, ist sie normalerweise kein Thema. Problematisch wird es erst dann, wenn Missverständnisse und daraus auch Frust entstehen.»

Ob sich der Beitrag auf den Zwischenfall mit dem fluchenden Piloten bezieht, ist nicht bekannt.

(bla)