Horrorfach

22. Januar 2012 23:02; Akt: 23.01.2012 15:13 Print

Französisch in der Sek bald freiwillig?

von Roman Hodel - Lernschwache Schüler sollen im Kanton Zürich aufs Französisch verzichten können. Die Befürworter erhoffen sich davon bessere Leistungen in den anderen Fächern.

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Leistungsschwache Sek-Schüler sollen in den letzten zwei Jahren vom Französisch befreit werden. (Bild: Keystone/Georgios Kefalas)

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Rund 20 Prozent aller Zürcher Sek-Schüler haben so schlechte Noten, dass sie kaum eine Lehrstelle finden. Deshalb fordert Lehrer und GLP-Kantonsrat Christoph Ziegler die Regierung per Postulat auf, die Schüler der Sekstufe B und C in den letzten zwei Schuljahren vom Französisch zu befreien. In der Westschweiz kommt dies gar nicht gut an: «Hirnrissig», sagt etwa der Walliser SVP-Nationalrat und Lehrer Oskar Freysinger gegenüber der «NZZ am Sonntag» und schlägt stattdessen Austauschprogramme vor.

Support erhält Ziegler von Lilo Lätzsch, Präsidentin des Zürcher Lehrerinnen- und Lehrerverbands: «Im Kanton Zürich ist die Gruppe der leistungsschwachen Schüler am grössten», sagt sie zu 20 Minuten. «Um deren Noten in Deutsch und Mathe zu verbessern, ist es vielleicht sinnvoll, eine Fremdsprache zu opfern.» Dass man in der Romandie nicht erfreut darüber wäre, ist Lätzsch klar. «Aber wir müssen Prioritäten setzen. Es geht hier um die Schüler und nicht um staatspolitische Gründe.»

Umfrage
Was halten Sie von der Idee, Schüler in den letzten zwei Jahren vom Schulfach Französisch zu befreien?
52 %
42 %
6 %
Insgesamt 290 Teilnehmer

Motivationsprobleme beim Französisch existieren laut Beat W. Zemp, Präsident des Dachverbands Schweizer Lehrer, in vielen Deutschschweizer Kantonen: «Doch nur in Zürich gibts eine Streichungsforderung.» Dabei sei ein Alleingang wegen der Bildungsharmonisierung gar nicht möglich. «Es braucht eine interkantonale Lösung.» Zudem gibt er zu bedenken: «Es ist erwiesen, dass in vielen Berufen das Beherrschen einer zweiten Landessprache lohnerhöhend wirkt.»

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Sabelfeld am 23.01.2012 08:53 Report Diesen Beitrag melden

    Super!

    Super gemacht! Lieber Englisch und Mathematik lernen! In Basel muss auch sein!

  • ReBla am 23.01.2012 08:47 Report Diesen Beitrag melden

    Franzunterich bring nichts!

    Hatte 7 Jahre lang Französischuntericht und was ist geblieben, wohl nicht viel mehr als die nötigsten Sätze, die man locker in einem Jahr hätte lernen können. Wenn schon, dann müsste man ein Austauschjahr machen, damit man wirklich Sprechen und Anwenden lernt, alles andere ist Zeit- und Geldverschwendung. Dafür wieder mehr Gewicht auf Handarbeit, Werken, Haushaltskunde, usw. legen und den Jugendlichen beibringen wie das Leben in unserem Staat funktioniert (Steuererklärung ausfüllen, Krankenkassenpflicht, usw.)

  • Rob Salis am 23.01.2012 09:00 Report Diesen Beitrag melden

    Verhätschelte Jugend

    Genau, verhätschelt die Jugend noch mehr. Und wundert euch später, wenn ein grosser Teil verweichelt ist. Kein Militär, kein Franz, keine Noten, mehr Freizeit, mehr Ferien, keine Handwerker mehr....Dieser Schmusekurs wird wie ein Bumerang zurückschlagen. Einerseits will man immer noch mehr Gelder in die Bildung stecken aber den Lehrplan zurückschrauben. Nimmt mich nur wunder wo das viele Geld hängen bleibt.

Die neusten Leser-Kommentare

  • Martin Sturzenegger am 25.01.2012 17:29 Report Diesen Beitrag melden

    Druck abbauen in der Primarschule!

    Der Leistungsdruck wird an unseren Schulen immer höher. Im Schuljahr 2012 / 2013 wird das Pensum ab der 5. Klasse auf 29 Wochenlektionen erhöht. Damit müssen die Kinder entweder schon um 7.30 den Unterricht beginnen oder an einem Nachmittag drei Lektionen durchstehen. Lernschwächere Kinder werden mit zwei Fremdsprachen, neben allen anderen Anforderungen, einfach überfordert. Französischunterricht freiwillig zu machen ist endlich ein kluger Vorschlag um überflüssigen Druck abzubauen. In welchem anderen Land ist es Standart auf der Primarstufe gleichzeitig zwei Fremdsprachen zu lernen?

  • Kyrleg Thanasis am 24.01.2012 10:07 Report Diesen Beitrag melden

    Englisch wäre wichtiger

    Heute ist es wichtiger denn je, Englisch zu beherrschen. Chinesen und Russen lernen kein Französisch dafür aber Englisch so, wie es die Romans auch machen. Das ist der Lauf der Dinge!

  • cela vie am 23.01.2012 13:25 Report Diesen Beitrag melden

    Geht gar nicht

    Es darf nicht sein dass man sich an den schwachen orientiert. Französisch ist wichtig, nur schon für den Zusammenhalt unseres Landes! Und was mich auch mal interessieren würde ist:" Wieviele Schulstunden hat man denn heute in der Schule?" Ich musste jeweils auch am Samstag morgen in die Schule. Wenn ich dies auf 9 Jahre Schule hochrechne, ergibt dies rund 1200 bis 1400 Stunden mehr Schule! Dies entspricht in etwa einem Jahr Schule mehr. Aber klar die heutigen Kinder und Jugendlichen haben es ja so viel strenger!

    • Martin Sturzenegger am 25.01.2012 17:37 Report Diesen Beitrag melden

      Endlich eine gute Idee

      Die Rede ist hier nicht davon Französisch zu verbieten sondern es für lernschwächere Kinder freiwillig zu machen. Zudem zwei Bemerkungen: Warum Französisch und nicht Italienisch? Und: Ja, die Kinder haben es heute viel strenger als früher. Haben Sie in der Primarschule zwei Sprachen gelernt? Gibt es ein anderes Land in dem das gemacht wird?

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  • O.Fen am 23.01.2012 12:50 Report Diesen Beitrag melden

    Allgemeinbildung

    Ich habe Franzoesisch immer gehasst. Die Lehrer waren lausig und ich war schlecht (in allen Sprachen). Heute bedaure ich, dass ich nicht mehr Franzoesisch gelernt habe. Die Methoden waren schlecht zu "meiner Zeit". Ich lerne gut mit Rollenspielen und so. Mit Grammatik kann ich nichts anfangen. Trotzdem: Ich wollte ich haette mehr gelernt. Und so schlecht waren die Lehrer wohl auch nicht. Ich spreche fliessend Englisch und bedauer es sehr das mein Franzoesich nicht auch so gut ist. Bin es am Auffrischen. Man lernt ja nicht nur die Sprache sondern auch die Kultur!

  • I'm a Swiss, German speaking am 23.01.2012 12:40 Report Diesen Beitrag melden

    English is a tricky language!

    Viele meinen, sie können gut Englisch und fallen an den Prüfungen durch. Anfänger Englisch ist leicht, aber fortgeschrittenes Englisch ist schwer! Einfach zu merken: Unser "Handy" heisst auf Englisch mobile phone, cellular phone oder kurz mobile, cellphone, cell oder celly. "Steak" wird Steyk ausgesprochen ("Stiik" verstehen viele nicht).