Tötungsdelikt in Aarau

22. Januar 2019 05:49; Akt: 22.01.2019 05:49 Print

Hund könnte der einzige Zeuge der Bluttat sein

Hildegard Enz Rivola wurde am Donnerstag in Aarau getötet. Ihr kleiner schwarzer Hund könnte der einzige Zeuge sein.

Die Polizei verteilt Flyer in Aarau und spricht Passanten an, ob sie etwas gesehen haben.
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Ruhig ist es an diesem Montagvormittag an der Aarauer Aarepromenade. Nur ein paar Hündeler und Velofahrer sind in dem beliebten Naherholungsgebiet in der Nähe der Erlinsbacherstrasse unterwegs. Auffallend sind die Polizisten, die das Ufer entlanglaufen und Passanten Flyer in die Hand drücken. Flugblätter kleben die Beamten an Abfalleimer und Bäume.

Auf den Bildern sind die 66-jährige Hildegard Enz Rivola und ihr kleiner schwarzer Hund zu sehen. Die Rentnerin war am Donnerstagabend an der Erlinsbacherstrasse von Nachbarn blutüberströmt aufgefunden worden. Sie wurde umgehend ins Spital gebracht, wo sie später ihren schweren Verletzungen erlag.

«Das ist unheimlich»

Mit der Flugblattaktion bittet die Kantonspolizei Aargau die Bevölkerung um Mithilfe bei der Aufklärung der Tat. «Es geht darum, Leute anzusprechen, die in diesem Gebiet unterwegs sind», sagt Sprecher Roland Pfister. Auch die Rentnerin ging hier täglich mit ihrem kleinen schwarzen Hund spazieren.

Passanten an der Aarepromenade sind geschockt: «Das ist unheimlich», sagt Elsbeth Mösch. «Vor allem als ich erfahren habe, dass es gleich hier in der Nähe passiert ist.» Die 70-jährige Erlinsbacherin hofft nun, dass die Polizei die Täterschaft so schnell wie möglich findet.

Stefanie Stirnemann (35) sieht keinen Grund zur Sorge: «Das ist mein Nachhauseweg. Ich fahre mit dem Velo hier täglich entlang. Angst habe ich keine.» Gut findet sie die Flugblattaktion der Polizei: «So trauen sich die Leute eher, etwas zu melden.»

«Flugblätter können bewährtes Instrument sein»

Mit einem Flugblatt hatten die Behörden das letzte Mal im Fall Rupperswil nach dem Täter gesucht. Nach dem Vierfachmord vor über drei Jahren veröffentlichten sie die Bilder eines der Opfer. «Das wir mit Bildern und einem Flugblatt an die Öffentlichkeit gehen, ist nichts Ungewöhnliches», sagt Pfister. «Das sprechen wir im Voraus mit den Angehörigen ab.»

Dass Flugblätter ein bewährtes Instrument sein können, findet auch Markus Melzl, ehemaliger Kriminalkommissär aus Basel-Stadt, auf Anfrage: «Gerade wenn sie so kurz nach dem Verbrechen verteilt werden. Die Erinnerungen sind dann noch frisch. Vielleicht findet man so allfällige Zeugen, die die Frau mit Begleitung gesehen haben.»

«Vielleicht hat sie den Täter im Internet kennen gelernt»

Zudem sei es durchaus normal, dass man den Täter nicht gleich nach 24 Stunden findet. Die Ermittlungen in so einem Fall würden kriminalistische Kleinarbeit darstellen, so Melzl: «Das Umfeld des Opfers wird genau angeschaut, um herauszufinden, mit wem sie in Kontakt stand.» Ebenfalls werden die EDV-Sachen der Frau laut Melzl in Beschlag genommen: «Vielleicht hat sie den Täter im Internet kennen gelernt.»

Auch Kameras und Handydaten in der Nähe des Opfers können hilfreich sein: «Möglich ist auch, dass sie einfach ein Zufallsopfer war.» Einen Augenzeugen gibt es, glaubt Melzl: «Ihr Hund hat das Verbrechen wahrscheinlich mitbekommen. Darauf deutet hin, dass er kurz danach abgehauen und nun wieder aufgetaucht ist.»

Wer hat Hildegard Enz aus Aarau getötet?

(20 Minuten)